Fristentransformation

Kurz & einfach erklärt:

Fristentransformation verständlich & knapp definiert

Die Fristentransformation ist eine der Hauptaufgaben der Kreditinstituten in einer Volkswirtschaft. Ziel ist es kurzfristige Geldanlagen zu langfristigen Krediten umzuwandeln.

Die Fristentransformation ist eine der wesentlichen Aufgaben der Finanzmärkte und des Bankensektors. Sie schließt die zeitlichen Lücken zwischen dem Vorhandensein von Zahlungsmitteln (Geldanlage) bzw. dem Zahlungsmittelbedarf (Kreditaufnahme). Nur durch die Fristentransformation sind sowohl das Ansparen, als auch fremdfinanzierte Investitionen möglich.

Deshalb ist die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Fristentransformation auch unumstritten.

Herausforderung bei der Fristentransformation

Die Kundeneinlagen und Kreditausreichungen müssen in einer Bankbilanz bzw. den Rechenwerken nicht nur im Hinblick auf die Höhe der Forderung oder der Verbindlichkeit, sondern auch mit Bezug auf die Fälligkeit ausgewiesen werden. "Going concern" bedeutet für eine Bank auch, dass sie jederzeit zahlungsfähig sein muss. Anders als ein Unternehmen, welches beispielsweise Rechnungen einige Tage später bezahlen kann müssen Kundenüberweisungen oder Barabhebungen jederzeit ausgeführt werden können.

Beispiele für Fristentransformationen

Für die Fristentransformation bzw. deren buchhalterische Darstellung sind folgende Ereignisse bzw. Vorkommnisse von besonderer Bedeutung:

  •  Vorzeitige Abhebungen bzw. Kündigungen: Viele Sparformen wie beispielsweise Sparbücher und SparCards haben eine nur sehr weiche Fristenvereinbarung. Abhebungen bis zu einem bestimmten Betrag pro Kalendermonat sind ohne Kündigung möglich. Darüber hinaus gehende Auszahlungen müssen vorgenommen werden und werden lediglich durch einen Zinsmalus bestraft.
  • Nicht oder zu spät erhaltene Zahlungen von Kreditnehmern: Ein Ratenkredit mit 24 Monatsraten wird in den Bankunterlagen mit diesen Zahlungsterminen dargestellt. Zahlen die Kunden nicht oder verspätet, so entsteht eine Zahlungsmittellücke bei der Bank. Diese wird im Rahmen der Fristentransformation sowohl durch bestehende Liquidität, als auch zusätzliche Reserven oder Kreditlimits der Bank geschlossen.
  • Emittentenrisiko bzw. Wertberichtigungen bei eigenen Anlagen: Viele Banken setzen neben dem Zins- und Provisionsüberschuß auch auf den Eigenhandel als Ertragsquelle. Ausfälle von Geldanlagen oder Wertberichtigungen können die eigene Bilanz genauso belasten, wie es bei einem Privatanleger möglich wäre. Die Fristentransformation bzw. Bilanzplanung wurde in der Vergangenheit mehrfach durch Schuldenmoratorien von Staatsanleihen oder Gläubigerverzicht (wie bei griechischen oder argentinischen Anleihen) beeinträchtig.

Zusammenfassend kann die Fristentransformation wie folgt beschrieben werden:

  • Kredit oder Geldanlage überbrücken den zeitlichen Verlauf von Geld einnehmen und Geld ausgeben
  • Ohne Fristentransformation wären Investments von Privatpersonen und Unternehmen wesentlich schwieriger
  • In der marktwirtschaftlichen Ordnung übernehmen Banken und Finanzintermediäre den Löwenanteil dieser Aufgabe. In letzter Zeit haben sich mit "Crowdfunding" oder "Peer-to-Peer" Lending zusätzliche und neue Möglichkeiten der Fristentransformation entwickelt.

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