Grundlagen Rechnungswesen

Wozu ist das ganze eigentlich gut?

Viele scheitern am Rechnungswesen, weil ihnen die Zusammenhänge und der Sinn des betrieblichen Rechnungswesennicht wirklich klar wird. Sowohl BWL-Studenten als auch Berufsschüler kaufmännischer Berufe haben zu Rechnungswesen ein ähnliches Verhältnis wie zu Mathe: "Wozu brauch ich das? Ich werd eh kein Controller.." usw. usw. 

Es mag richtig sein, dass man zu 90% in der Praxis nichts mit dem betrieblichen Rechnungswesen zu tun haben wird. Aber man sollte etwas über den Tellerrand blicken, denn Rechnungswesen lehrt, wie ein Unternehmen aus finanziellen Gesichtspunkten funktioniert. Und eines ist sicher: Wenn man eine Position im mittleren Management mit Budget-Verantwortung anstrebt, sind Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechung Pflicht... 

Grundlagen des Rechnungswesen - Bestandteile

Grundlegendes Wissen zum Thema Rechnungswesen


Einen sehr großen Teil des Rechnungswesens macht die Finanzbuchhaltung (Fibu) aus, welche zum externen Rechnungswesen gehört. Da die meisten während ihrer Ausbildung / Studiums / Fernstudiums vor allem mit diesem Teil konfrontiert werden, folgen hier gleich die Grundlagen der Finanzbuchhaltung.

Welche Aufgaben übernimmt das Rechnungswesen in Unternehmen?

So trocken Rechnungswesen auf den ersten Blick klingen mag, so relevant und wichtig ist es in der Praxis. Denn das Rechnungswesen übernimmt in Unternehmen wichtige Aufgaben wie zum Beispiel:

  • Gegenüber dem Gesetzgeber müssen Jahresabschlüsse und Bilanzen vorgelegt werden. Nur so kann dieser einschätzen, ob das Unternehmen beispielsweise seine Steuern ordnungsgemäß bezahlt.
  • Intern dient das Rechnungswesen dazu, die laufende Produktion zu überwachen.
  • Auch die Liquidität wird vom Controlling stetig analysiert. Kommt es hier zu Engpässen, so könnte dies gravierende Folgen für das Unternehmen haben.


Strategische Unternehmensentscheidungen
 werden ebenfalls auf Basis des Rechnungswesens getroffen. So könnte das Management etwa auf Basis der im Rechnungswesen erhobenen Daten auswerten, welche Abteilungen oder Unternehmessparten besonders rentabel sind. Entsprechend werden diese Bereiche dann durch Investitionen weiter ausgebaut.

Grundsätzlich bildet das Rechnungswesen die Grundlage für faktenbasierte und zahlenorientierte Entscheidungen in Unternehmen. Es wird eine Vielzahl von Informationen gesammelt, aufbereitet und anschließend ausgewertet.

Sinn und Zweck des Rechnungswesens

Das Rechnungswesen dient der systematischen Erfassung, Überwachung und Analyse der Geld- und Leistungsströme, die durch den betrieblichen Leistungsprozess entstehen.

Unterschiedliche Bereiche des Rechnungswesens

Zu den Grundlagen des Rechnungswesens gehört es auch, die vier Teilbereiche zu kennen. Es handelt sich um:


Dabei ist das externe Rechnungswesen dafür verantwortlich, die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Konkret sieht der Gesetzgeber etwa vor, dass das Unternehmen alle Geschäftsvorfälle dokumentieren und belegen muss. Je nach Gesellschaftsform des Konzerns ist es auch notwendig, bestimmte Dokument wie den Jahresabschluss zu publizieren.

Hingegen zielt das interne Rechnungswesen einzig und allein auf Unternehmenszwecke ab. Frei von gesetzlichen oder steuerlichen Richtlinien kann entschieden werden, welche Kennzahlen im Controlling erfasst werden sollen. Auf dieser Basis können dann sowohl kurzfristige als auch langfristige Unternehmensentscheidungen getroffen werden.

Die betriebswirtschaftliche Statistik ist praktisch ein Mittel zu Zweck. Mit Hilfe mathematischer Kennzahlen werden komplexe Rechenvorgänge wie etwa Soll-Ist-Vergleiche durchgeführt. Auch die Planungsrechnung nutzt derartige Modelle, ist dabei aber immer zukunftsorientiert ausgerichtet.

Die doppelte Buchführung als Grundlage des Rechnungswesens

Ebenfalls als wichtige Grundlage des Rechnungswesens wird die Buchführung gesehen. Insbesondere die sogenannte doppelte Buchführung ist ein Prinzip, das nicht nur Controller verstehen sollten. Dank der „Doppik“ ist es möglich, den Vermögens- und Schuldenstand eines Unternehmens schnell zu erfassen. Das Vorgehen:

  • Alle Geschäftsvorfälle des Unternehmens werden durch Belege (Rechnungen, Quittungen etc.) erfasst.
  • Der Vorfall wird immer auf zwei buchhalterischen Konten verbucht.
  • Dabei gilt der Grundsatz: „Es wird immer Soll an Haben gebucht.“


Auf welchen Konten die Vorfälle jeweils einzutragen sind, regelt ein sogenannter Standard-Kontenrahmen, der von den Unternehmen jedoch individuell angepasst werden darf. Ein Beispiel für einen solchen Vorfall:

Ein Kneipen-Besitzer möchte 500 Euro aus seiner Kasse auf sein Girokonto einzahlen. Er geht zur Bank und führt die Einzahlung durch. Als Beleg dient dabei die Aufzeichnung im Online-Banking. Rein formell sieht der Buchungssatz wie folgt aus:


Bank 500 Euro an Kasse 500 Euro.

Grundlagen Rechnungswesen – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Das Rechnungswesen erfasst, dokumentiert und wertet betriebliche Prozesse aus
  • Es dient unter anderem zur fundierten Entscheidungsfindung
  • Die wichtigsten Teilbereiche des Rechnungswesens sind das interne und das externe Rechnungswesen
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