Exportsubventionen

Kurz & einfach erklärt:

Exportsubventionen verständlich & knapp definiert

Mit Exportsubventionen machen Staaten Waren wettbewerbsfähig, die ohne Subventionen nicht exportiert werden könnten. Zu hoch sind die inländischen Produktionskosten, als dass die Unternehmen ihre Produkte auf den Märkten verbreiten könnten.

Mit Exportsubventionen fördern Staaten exportierende Unternehmen, die Waren produzieren, die ohne Subvention nicht wettbewerbsfähig wären. In der Regel verfolgt der Staat hiermit das Ziel, die heimische Wirtschaft zu stärken und Arbeitsplätze zu schaffen oder zu erhalten.

Exportsubventionen einfach erklärt

Exportsubventionen sind ein beliebtes, staatliches Mittel, um den Export von Gütern anzuregen. Etwas vereinfacht wirken die Subventionen wie folgt:

  • Inländische Unternehmen produzieren Waren, die international kaum wettbewerbsfähig sind, weil ihre Preise zu hoch sind.
  • Der Staat gewährt den inländischen Unternehmen jetzt Exportsubventionen in Form finanzieller Hilfen.
  • Dadurch kann das Unternehmen die Waren zu deutlich geringeren Preisen anbieten als ohne Subventionen.
  • Folglich sind die Produkte jetzt wettbewerbsfähig und werden vom Ausland nachgefragt.
  • So entstehen im Inland neue Arbeitsplätze bzw. bestehende Arbeitsplätze werden erhalten.


Der subventionierende Staat nimmt hier einen direkten Eingriff in den Wettbewerb vor. Oft gehen solche Subventionen mit gleichzeitigen Handelsbeschränkungen für ausländische Unternehmen einher. Dann müssen diese beispielsweise Zölle bezahlen, wenn sie ausländische Waren auf dem inländischen Markt verkaufen möchten.

Pro und Contra von Exportsubventionen

Grundsätzlich sorgen Subventionen dafür, dass inländische Unternehmen gestärkt werden. Somit werden Arbeitsplätze im Inland erhalten, die ohne Subventionen wegfielen. Allerdings werden diese Arbeitsplätze durch den Staat – also letztlich alle Bürger – bezahlt. Es entsteht eine klare Wettbewerbsverzerrung und letztlich Ineffizienz. Denn:

  • Das Ausland produziert die Waren eigentlich günstiger.
  • Somit könnten sich inländische Unternehmen auf die Produktion anderer Waren fokussieren und diese – ohne Subventionen – exportieren.
  • Inland und Ausland produzieren so deutlich effizienter als mit Subventionen.


Allerdings bedarf dieser Anpassungsprozess oft eines jahrelangen Aufbaus von wirtschaftlichen Strukturen und Industrien. Vor allem um Wählerstimmen zu erhalten, subventionieren Regierungen daher immer wieder Exporte – mit mäßigem Erfolg. Denn irgendwann sind die Exportsubventionen so hoch, dass sie für den Staat kaum mehr tragbar sind. Werden die Subventionen eingestellt, bricht der Absatz der Produkte direkt ein.

Beispiel für Exportsubventionen

Die Landwirtschaftsunternehmen der EU können einen Liter Milch für einen Preis von 1,50 Euro produzieren. Im Ausland lässt sich die Produktion deutlich günstiger abwickeln, hier müssen lediglich 0,75 Euro aufwendet werden. Um Arbeitsplätze in der Landwirtschaft zu erhalten, subventioniert die EU die Ausfuhr von Milch jetzt mit 0,80 Euro pro Liter. Die Folge: Die in der EU produzierte Milch kann für 0,70 Euro auf den Märkten angeboten werden, obwohl die Produktionskosten eigentlich bei 1,50 Euro liegen.

Exportsubventionen – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Exportsubventionen sind ein staatliches Mittel, um den Export eigentlich nicht wettbewerbsfähiger Güter zu fördern
  • Grundsätzlich sorgen Exportsubventionen für Wettbewerbsverzerrungen und Ineffizienzen
  • Dauerhaft können die Subventionen in der Regel nicht gehalten werden

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Themen: Wirtschaft

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