Harte und weiche Standortfaktoren

Kurz & einfach erklärt:

Harte und weiche Standortfaktoren verständlich & knapp definiert

Die wesentlichen Kriterien bei der Wahl des Unternehmensstandorts. Die harten Faktoren können die Unternehmen in Analysen ermitteln (z.B. Steuern, Infrastruktur, Arbeitskräftepotential), die weichen Faktoren können dagegen nicht im Vorfeld ermittelt werden und unterliegen subjektiven Einschätzungen (z.B. Kulturangebote, Stadt- und Regionsimage).

Harte und weiche Standortfaktoren beeinflussen die wirtschaftlichen Ergebnisse von Unternehmen. Der Unterschied besteht darin, dass sich harte Faktoren wie die Steuerhöhe in ihrer Wirkung exakt messen lassen. Das trifft auf weiche Faktoren wie die politischen Verhältnisse in einem Staat nicht zu.

Typische harte Standortfaktoren


Zu den wichtigen harten Standortfaktoren zählen die finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen, die in jede Standortanalyse einfließen. Verantwortliche begutachten sämtliche nationalen und kommunalen Steuern wie die Körperschaftssteuer und die Gewerbesteuer. Das Gleiche gilt für die Personalkosten, die sich aus den Löhnen und den Lohnnebenkosten zusammensetzen.

Mögliche Subventionen, welche die Wirtschaftlichkeit steigern, gehören ebenso dazu. Auch die Infrastruktur verdient Aufmerksamkeit, da zum Beispiel eine gute Verkehrsanbindung die Kosten senkt und eine zuverlässigere Anlieferung von Waren ermöglicht. Bei Standortentscheidungen hängt das Ergebnis darüber hinaus von dem Arbeitskräftepotenzial ab. Vor allem größere Firmen müssen ihren Bedarf mit regionalen Arbeitnehmern decken können. Weitere Punkte kommen hinzu:

  • Absatzmarkt: Ein Einzelhändler prüft vor der Eröffnung, ob ausreichend Nachfrage besteht.
  • Konkurrenzsituation: Er kontrolliert auch, ob bereits andere Unternehmen die existierende Nachfrage befriedigen.

Die Bedeutung der harten Standortfaktoren differiert, es kommt auf die Branche und das Geschäftskonzept an. Ein spezialisierter Betrieb, der seine Waren international verkauft, muss sich zum Beispiel nicht um den Absatzmarkt und die Wettbewerbssituation vor Ort kümmern.

Weiche Standortfaktoren, die sich direkt auf das Unternehmen beziehen


Die Betriebswissenschaften gehen davon aus, dass vielfältige weiche Standortfaktoren Wirkung entfalten. Diese lassen sich im Vorfeld aber nicht quantifizieren, sondern nur grob einschätzen. Als Beispiel verdienen die politischen und rechtsstaatlichen Verhältnisse in einem Staat sowie die Zusammenarbeit mit den Behörden Erwähnung. Politische Unruhen, friedliche Regierungswechsel oder ein Putsch können die Firmenbilanz erheblich beeinträchtigen. Auch das Image eines Landes gilt als weicher Standortfaktor: Wer beispielsweise in einer Diktatur Waren produzieren lässt, kann sich mit einem Kaufboykott durch Verbraucher konfrontiert sehen. Fehlende Rechtssicherheit und willkürliches Verhalten von Behörden erweisen sich ebenfalls als nachteilig.

Indirekter Effekt: Weiche Faktoren für die Gewinnung und Bindung von Fachkräften


Unternehmen achten zunehmend darauf, wie sie qualifizierte Angestellte rekrutieren und an sich binden können. Sie verlassen sich nicht mehr auf Punkte wie Lohnhöhe, Aufstiegschancen und soziale Leistungen. Sie beziehen auch die Lebensqualität am Standort mit ein. Insbesondere Fachkräfte, die bei vielen Firmen arbeiten könnten, berücksichtigen diese bei ihrer Entscheidung. Weiche Standortfaktoren sind unter anderen:

  • Vielfalt an Freizeitaktivitäten
  • kulturelles Angebot
  • Situation bei der Kinderbetreuung und bei Bildungseinrichtungen
  • Einkaufsmöglichkeiten
  • Ausbau des Straßennetzes und des ÖPNV
  • gesellschaftliche Atmosphäre (zum Beispiel multikulturelles Klima vs. zahlreiche rassistische Übergriffe)
  • ausreichend Wohnraum, bezahlbare Mieten

Harte und weiche Standortfaktoren im Überblick:

  • harte Standortfaktoren sind messbar
  • weiche Standortfaktoren lassen sich nur einschätzen
  • Unterschied bei weichen Faktoren: direkt auf die Firma bezogen oder bei Personalrekrutierung wichtig
  • insgesamt große Bandbreite an Standortfaktoren: von Steuern bis Mietniveau

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Themen: Wirtschaft

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