Eurobonds

Kurz & einfach erklärt:

Eurobonds verständlich & knapp definiert

Eurobonds sind einerseits von allen Euroländern gemeinsam ausgegebene Anleihen, die bonitätsschwachen Ländern in der Eurozone die Beschaffung frischen Kapitals erleichtern. Andererseits werden Euromarkt-Anleihen ebenfalls Eurobonds genannt. Diese Anleihen haben den Vorteil, dass sie aufgrund ihrer Finanzierung durch ausländisches Kapital ein verringertes Währungsrisiko haben.

Der Begriff Eurobonds hat zwei Definitionen. Zum einen gibt es Eurobonds, um bonitätsschwache Länder der EU finanziell zu unterstützen. Aus diesem Grund bietet die Eurozone gemeinsame Anleihen an. Diese Anleihen werden Eurobonds genannt.

Ebenfalls als Eurobonds bekannt sind Anleihen, die in mehreren Ländern zum Kauf angeboten werden, um einem international agierenden Unternehmen ausländisches Kapital zu beschaffen. Solche Eurobonds werden auch Euro-Markt-Anleihen genannt.

Eurobonds als Auslandsanleihen

Die sogenannten Euromarkt-Anleihen haben in der Regel eine mittlere bis lange Laufzeit. Die in Form von Inhaberschuldverschreibungen ausgegebenen Anleihen können von sehr großen Unternehmen, Staaten, supranationalen Institutionen oder andere Körperschaften platziert werden. Euromarkt-Anleihen bieten den Vorteil, dass sie das Währungsrisiko verringern, da der Anbieter das Kapital in ausländischer Währung beschafft.

Eurobonds als Rettung für finanzschwache Euroländer?

Der Grundgedanke der Eurobonds ist, Euroländer mit einer sehr schwachen Bonität zinsgünstiges Kapital auf dem Kapitalmarkt zu beschaffen. Damit ein Staat an Geld kommt, platziert er in regelmäßigen Abständen Anleihen auf dem Kapitalmarkt. Diese Anleihen werden von Investoren zu einem gewissen Zinssatz gekauft. Nach einer festgelegten Laufzeit erhält der Investor das verzinste Kapital zurück.


Der Nachteil ist der Bonitätsfaktor. Je schwächer die Bonität eines Landes, umso höher ist das Risiko, dass dieses Land seine Schulden nicht zurückzahlt. Um dieses Risiko widerzuspiegeln, verlangen Investoren daher eine höhere Verzinsung für den Kauf einer Anleihe.


Aus diesem Grund hat die Eurozone Eurobonds geschaffen. Die Euroländer bieten gemeinschaftliche Anleihen an und tragen auch gemeinsam das Risiko. Dies hat den Vorteil, dass bonitätsschwache Länder Anleihen zu günstigeren Zinsen platzieren können, finanzstarke Länder allerdings höhere Zinsen zahlen müssen.

Eurobonds – Zusammenfassung

  • Eurobonds definieren sich zum einen als Euromarktanleihe, zum anderen als gemeinschaftliche Anleihe der Euroländer.
  • In Form einer Euromarktanleihe dient ein Eurobond als Kapitalbeschaffung in ausländischer Währung um beispielsweise ein Währungsrisiko zu umgehen.
  • Eurobonds der europäischen Länder werden als gemeinschaftliche Anleihen ausgegeben, um bonitätsschwachen Ländern eine Kapitalbeschaffung zu günstigeren Zinsen zu ermöglichen.
  • Eurobonds dienen als Ergänzung von Staatsanleihen, ersetzt diese aber nicht.

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Themen: Börse

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