Zinsen

Kurz & einfach erklärt:

Zinsen verständlich & knapp definiert

Zinsen sind das Entgelt, das Wirtschaftssubjekte für die Aufnahme von Fremdkapital bezahlen müssen. Gleichzeitig dienen Zinsen als Rendite für Investoren, wenn sie Kapital in verzinsliche Anlagen wie etwa Anleihen oder Kredite investieren.

Schuldner müssen ihrem Gläubiger Zinsen für die vorrübergehende Überlassung von dessen Kapital bezahlen. Derlei Kosten können sowohl für die Verleihung von Geld in Form von Krediten als auch bei der Bereitstellung von Sachkapital anfallen.

Arten von Zinsen

Zinsen sind das Entgelt für die vorübergehende Überlassung von Kapital. Umgangssprachlich beziehen sich Zinsen dabei immer auf die Verleihung von Geld. Beispielsweise erhalten Banken Zinsen, wenn sie einen Kredit an Kreditnehmer vergeben. Aber auch Anleger erhalten einen Zins, wenn sie Unternehmensanleihen erwerben.

Fallende Zinsen als Münzen dargestellt
Zinsen sind das Entgelt, das Wirtschaftssubjekte für die Aufnahme von Fremdkapital bezahlen müssen

Allerdings fallen Zinsen auch dann an, wenn Sachkapital überlassen wird. Mittlerweile ist der hierfür anzuwendende Begriff Mietzins jedoch fast komplett aus dem deutschen Sprachgebrauch verschwunden, so dass nur noch von „Miete“ gesprochen wird.

Das Grundprinzip bleibt allerdings gleich: Ein Gläubiger überlässt einem Schuldner eine bestimmte Sache wie beispielsweise eine Wohnung für einen befristeten Zeitraum. Für diese Überlassung zahlt der Schuldner ein Entgelt an den Gläubiger. Nach Ablauf der Überlassung kann der Gläubiger sein Eigentum erneut vermieten oder selbst nutzen.

Aufgaben und Funktionen von Zinsen

Aus gesamt- und einzelwirtschaftlicher Sicht kommen Zinsen unterschiedlichste Funktionen zu. In erster Linie handelt es sich um das Entgelt für die entliehene oder gemietete Sache bzw. Geld als Kredit. Allerdings stellen Zinsen auch eine Risikoprämie dar. Geht eine Bank beispielsweise davon aus, dass die Bonität eines Kreditnehmers hoch ist, verlangt sie für die Verleihung des Geldes nur einen geringen Risikoaufschlag. Ist dieses Risiko hingegen groß, steigen die Zinsen für den Darlehensnehmer.

Darüber hinaus dient der Zins dem Inflationsausgleich. Gerade bei langfristigen Kreditvergaben kommt dieser Aspekt zum Tragen, halbiert sich der Wert eines Euros innerhalb von 35 Jahren doch um rund 50 Prozent. Zu guter Letzt lassen sich durch den Zins Opportunitätskosten ausdrücken. Denn mit dem verliehenen Kapital hätte der Gläubiger auch selbst wirtschaftlich tätig werden können.

Wichtige Zinssätze in Deutschland und Europa

In Deutschland existiert ein gesetzlicher Zinssatz von 4 Prozent p.a. Dieser gilt immer dann, wenn Gläubiger und Schuldner keine eigene Zinshöhe ausgehandelt haben. Auch der Satz für Verzugszinsen ist im BGB sowohl für Geschäfte zwischen Kaufleuten als auch bei Geschäften mit Beteiligung von Privatpersonen geregelt. Weitere wichtige Zinssätze:


  • Zentralbankzinssätze: Hierzu zählen etwa der Hauptrefinanzierungssatz und die Spitzenrefinanzierungsfazilität, über die sich wiederum der Leitzins eines Währungsraumes bestimmt.
  • Marktzinssätze: Euribor und Libor geben etwa an, zu welchen Zinssatz sich Banken aktuell untereinander Geld verleihen.

Zinsen – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Zinsen fallen bei der Überlassung von Kapital an
  • Sie sind vom Schuldner zu bezahlen und begünstigen den Gläubiger
  • Die Zinshöhe hängt unter anderem vom Risiko des Geschäfts ab

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Themen: Kredit

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