Emissionshaus

Kurz & einfach erklärt:

Emissionshaus verständlich & knapp definiert

Ein Emissionshaus ist ein Finanzinstitut. Dieses bringt geschlossene Fonds, also solche, die börsenunabhängig und als Beteiligung an einem Unternehmen zu sehen sind, auf Handelsmärkte. Es erstellt das gesamte Konzept der Fonds, bevor diese emittiert werden.

Finanzinstitute, die Wertpapiere in Form von geschlossenen Fonds auf den Markt bringen, werden Emissionshäuser genannt. Ein Emissionshaus stellt das Konzept eines Fonds auf und emittiert diesen auf Handelsplätzen.

Begriffe bei anderen Fonds

Von einem Emissionshaus wird nur gesprochen, wenn das Finanzinstitut einen geschlossenen Fonds anbietet. Offene Fonds sind Investmentfonds, daher werden Finanzinstitute, über die offene Fonds angeboten werden, Investment- oder Kapitalanlagegesellschaften genannt.

Was sind geschlossene Fonds?

Geschlossene Fonds werden auch unter dem Begriff „alternative Investmentfonds“ geführt. Sie sind nicht börsenabhängig. Die Kapitalanlage in einen solchen Fonds ist als eine Unternehmensbeteiligung zu sehen. Anleger haben so die Möglichkeit in die, vom Emissionshaus festgelegten, Großprojekte eines Unternehmens zu investieren und an den Erträgen dieses Projekts Gewinn zu machen.

Sehr beliebte Projekte in geschlossenen Fonds sind sachliche Bauten wie Schiffe, Immobilien oder Flugzeuge, aber auch Eigenkapitalbeteiligungen in Unternehmen sind möglich. Ein Emissionshaus legt die Kapitalhöhe eines geschlossenen Fonds fest. Sobald diese erreicht wird, schließt sich der Fonds; eine Anlage ist nicht mehr möglich.

Aufgaben eines Emissionshauses

Zur Hauptaufgabe eines Emissionshauses gehört die Vertretung wirtschaftlicher Interessen von Unternehmen und Anlegern. Erreicht wird dies durch viele Einzelaufgaben, die ein Emissionshaus wahrnehmen muss:


  • Das Emissionshaus erarbeitet ein Gesamtkonzept für einen geschlossenen Fonds und stellt diesen vor.
  • Es ist für die Prüfung von wirtschaftlichen, rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen verantwortlich.
  • Ein Emissionshaus ist für das verpflichtende Emissionsprospekt zuständig, welches der BaFin vorgestellt werden muss.
  • Über ein Emissionshaus wird das für den Fonds vorgesehene Kapital auf dem Markt angeboten und über Banken, Finanzmakler und Berater an institutionelle und private Kapitalanleger vermittelt.

Besonderheiten bei Alternativen Investmentfonds

Emissionshäuser geben bei der Konzeption eines geschlossenen Fonds eine Mindestzeichnungssumme vor, unter dieser eine Kapitalanlage nicht möglich ist. In der Regel liegt diese zwischen 5.000 und 25.000 Euro.

Bei geschlossenen Fonds verpflichtet sich ein Anleger über die komplette Laufzeit. Das Emissionshaus gibt eine Laufzeit für den Fonds vor. Während dieser Zeit hat ein Anleger keine Möglichkeit, sein angelegtes Kapital zurückzuholen. Je nach Konzept liegt eine Laufzeit bei vier bis 30 Jahren.

Emissionshaus – Zusammenfassung


  • Finanzinstitute die geschlossene Fonds konzipieren, werden Emissionshäuser genannt.
  • Geschlossene Fonds sind Unternehmensbeteiligungen in Projekte und Eigenkapital über eine festgelegte Laufzeit hinweg.
  • Emissionshäuser bringen den geschlossenen Fonds auf den Markt und kümmern sich um die laufende Verwaltung.

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Themen: Börse

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