Investmentfonds

Kurz & einfach erklärt:

Investmentfonds verständlich & knapp definiert

Ein Investmentfonds verwaltet Kapital von Investoren und legt dieses auf Basis der Fondsstrategie im Auftrag der Anleger an den Kapitalmärkten an. Dabei streuen die meisten Investmentfonds das Kapital deutlich breiter, als es dem einzelnen Investor möglich wäre.

Investmentfonds ermöglichen dem Anleger die Investition in unterschiedlichste Wertpapiere, ohne dass dieser dabei selbst aktiv in diese betreffende Papiere anlegt. Vielmehr geschieht diese Investition indirekt. 


Im Gegenzug für seine Einzahlung in den Fonds wird der Anleger Miteigentümer am Fondsvermögen und erhält Fondsanteile. Je nach Wertentwicklung der im Fondsvermögen vorhandenen Papiere können sich sowohl positive als auch negative Entwicklungen des Fondsanteilswertes ergeben. 

Grundsätzlich kann der Anleger seine erworbenen Fondsanteile jederzeit an die herausgebende Fondsgesellschaft zurückgeben. Auch eine Veräußerung über eine Wertpapierbörse ist in der Regel möglich. Die Auflage deutscher Investmentfonds muss von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen – kurz: BaFin – genehmigt werden.

Aufbau eines Investmentfonds

Insbesondere für private Kleinanleger ist es wichtig, bei Investitionen an den Kapitalmärkten nicht alles auf eine Karte zu setzen. Längst ist in den Wirtschaftswissenschaften belegt, dass Diversifikation, also die breite Streuung von Vermögen, langfristig zu deutlich höheren Erträgen führt als einzelne und punktuelle Investitionen. Genau diesem Prinzip versuchen die meisten Investmentfonds gerecht zu werden. Vereinfacht gesprochen sammeln sie Geld von Anlegern und investieren dieses dann in eine ganze Reihe von Einzelwerten.

Anleger müssen also nur eine einzige Investition tätigen, um mittelbar zahlreiche Aktien, Anleihen und andere Finanzinstrumente ins eigene Portfolio aufzunehmen. Dabei sind die Investmentfonds frei in ihrer Entscheidung, in welche Konkreten Basiswerte das Kapital investiert wird. Aus gesetzlicher Sicht existiert nur die sogenannte 5-10-40-Regel als Einschränkung:

  • Maximal 5 Prozent des Fondsvermögens darf in die Wertpapiere eines Ausstellers investiert werden.
  • In Ausnahmefällen dürfen es bis zu 10 Prozent
  • Die Ausnahmefälle dürfen zusammen nur maximal 40 Prozent des Fondsvermögens

Unterschiedliche Arten von Investmentfonds

In aller Regel investieren Investmentfonds das Kapital der Anleger nicht willkürlich auf den Finanzmärkten, sondern nutzen eine bestimmte Strategie. An diese selbst auferlegten Regeln müssen sich die Fondsmanager halten, wenn den Kunden bestimmte Versprechungen hierüber gemacht wurden. Die bekanntesten Arten im Überblick:

  • Aktienfonds: Derlei Investmentfonds investieren das Kapital der Anleger ausschließlich in Aktien großer Konzerne.
  • Rentenfonds: Rentenfonds gelten als weniger schwankungsanfällig, weil sie das Geld der Investoren in festverzinsliche Anleihen anlegen.
  • Mischfonds: Hingegen führen Mischfonds beide Finanzinstrumente im Portfolio, wobei die Gewichtung auf Basis der aktuellen Marktsituation flexibel angepasst wird.


Auch innerhalb der einzelnen Gruppen gibt es noch größere Unterschiede zwischen den Fondsstrategien. So gibt es beispielsweise Aktienfonds, die das Kapital sehr risikoreich in den Emerging Marktes anlegen. Andere wiederum setzen auf konjunkturunabhängige Werte (Strom, Lebensmittel o.ä.), die sich langfristig konstant positiv entwickeln sollen.

Investmentfonds – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Ein Investmentfonds „sammelt“ Kapital von Anlegern und investiert dieses in unterschiedlichste Einzelwerte
  • Dadurch sollen Anleger von einem hohen Maß an Diversifikation profitieren
  • Investmentfonds können verschiedene Strategien verfolgen

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Themen: Börse

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