Diversifikation

Kurz & einfach erklärt:

Diversifikation verständlich & knapp definiert

Diversifikation ist ein Prinzip, bei dem bestimmte Risiken verteilt werden. Dazu nimmt beispielsweise ein Anleger zwei oder mehr Wertpapiere in sein Portfolio auf, statt das komplette Kapital auf eine Karte zu setzen. Auch Unternehmen sind in mehr als nur einem Markt aktiv, um nicht vom Erfolg bei einem einzigen Produkt abhängig zu sein.

Von einer sogenannten Diversifikation spricht man im Zusammenhang mit einer Ausweitung bzw. Streuung. 


Speziell in der Betriebswirtschaft beschreibt die Diversifikation eine Ausweitung bzw. Verbreiterung der von einem Unternehmen angebotenen Produktpalette. Auch die Einführung neuer Produkte auf bisher noch nicht genutzten Märkten wird mit diesem Fachbegriff umschrieben.  (siehe Produktdiversifikation)

Doch auch im Bereich der Kapitalanlagen ist der Begriff der Diversifikation gebräuchlich. Im Allgemeinen beschreibt dieser Begriff eine möglichst breitgefächerte Nutzung verschiedener Anlagen – in der Regel im Bereich der Wertpapiere. Grund für eine Diversifikation kann eine angestrebte Risikostreuung sein. Aber auch das Bestreben, die unterschiedlichen Vorteile verschiedener Produkte zu nutzen, kann Grund für eine Anlagediversifikation sein.

Die Diversifikation in der Ansoff Matrix
Die Ansoff-Matrix

Diversifikation in der Betriebswirtschaft

Grundsätzlich meint Diversifikation, dass ein gewisses Risiko durch eine Verteilung bzw. Streuung minimiert wird. In der Betriebswirtschaft findet Diversifikation meist insofern statt, als dass Unternehmen in mehr als einem Markt agieren. Beispielsweise verkauft Mercedes nicht nur Autos der gehobeneren Preisklasse, die für lange Strecken ausgelegt sind, sondern auch das Stadtauto Smart. Der Gedanke: Kommt es in einem der beiden Teilmärkte zu marktspezifischen Absatzeinbrüchen, kann dies durch positive Zahlen im anderen Markt ausgeglichen werden.

Die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls in beiden Märkten ist deutlich geringer als der Ausfall in einem Markt. Wie Unternehmen ihr Produktportfolio im Detail diversifizieren, hängt stark von der Branche, der Internationalität und nicht zuletzt der Größe des Konzerns ab. Es gibt aber immer drei mögliche Richtungen:

  • Horizontal: Das Produktprogramm wird auf solche Bereiche ausgeweitet, die mit den bisherigen Produkten in einem sachlichen Zusammenhang stehen. Beispiel: Kleinwagen, Geländewagen, Cabrios.
  • Vertikal: Es werden Produkte aufgenommen, die zu einer vor- oder nachgelagerten Produktionsstufe gehören. Beispiel: Direktvertrieb der Autos, komplette Produktion von einzelnen Komponenten wie Motor oder Getriebe.
  • Lateral: Es gibt keinen Zusammenhang zwischen alten und neuen Produkten. Beispiel: Porsche produziert auch Schuhe, Laptops oder Taschen und nicht nur Autos.

Diversifikation eines Portfolios

Auch bei der Geldanlage hat Diversifikation eine hohe Bedeutung. Sowohl theoretisch als auch empirisch hat sich gezeigt, dass einzelne Marktteilnehmer den Gesamtmarkt nicht auf Dauer schlagen können. Insofern ist es sinnvoll, möglichst viele Wertpapiere ins Portfolio aufzunehmen, statt auf einzelne Papiere zu setzen.

Ein Beispiel: Lange galten RWE und E.ON als absolut sichere Aktien, viele Anleger investierten ihr Kapital in die Energieriesen. Schließlich wird Strom auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten benötigt, die Konzerne waren kaum krisenanfällig. Allerdings beschloss die Bundesregierung 2008 die Energiewende – sehr zum Nachteil der beiden Stromversorger, woraufhin deren Kurse einbrachen. Genau solch unvorhersehbaren Ereignissen lässt sich durch Diversifikation vorbeugen.

Diversifikation – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Diversifikation meint grundsätzlich die Streuung von Risiko
  • In der BWL produzieren Unternehmen beispielsweise nicht nur ein Gut, sondern mehrere
  • Anleger verteilen ihr Kapital auf möglichst viele, statt nur auf einzelne Wertpapiere

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Themen: Marketing

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