Auskunftei

Kurz & einfach erklärt:

Auskunftei verständlich & knapp definiert

Eine Auskunftei speichert kredit- und bonitätsrelevante Daten von Verbrauchern und Unternehmen. Diese Informationen werden wiederum an Vertragspartner weitergegeben. Die Vertragspartner können auf Basis der Informationen entscheiden, ob sie Verträge mit bestimmten Verbrauchern oder Unternehmen eingehen.

Eine Auskunftei speichert kreditrelevante Daten von Verbrauchern und Unternehmen, um diese anschließend an Vertragspartner weiterzugeben. So können sich die Vertragspartner darüber informieren, ob ihre Geschäftspartner – also die Unternehmen und Verbraucher – eine ausreichend hohe Bonität für Vertragsabschlüsse aufweisen.

Was ist eine Auskunftei?

Vor dem Abschluss eines Vertrags besteht immer eine gewisse Informationsunsicherheit. Diese betrifft insbesondere die Zahlungsmoral des Geschäftspartners, der Waren oder Dienstleistungen kauft. Kann dieser Partner nicht zahlen, entsteht dem Lieferanten der Ware oder Dienstleistung wiederum ein wirtschaftlicher Schaden. Um das zu verhindern, kann sich der Lieferant Informationen bedienen, die in Auskunfteien gespeichert sind:

  • Auskunfteien speichern kreditrelevante Informationen über Verbraucher und Unternehmen.
  • Auf Anfrage hin werden diese Daten an Vertragspartner herausgegeben.
  • Anhand der gesammelten Informationen lässt sich die Bonität von Verbrauchern und Unternehmen gut beurteilen.


Insofern übernehmen Auskunfteien eine wichtige Funktion in einer Volkswirtschaft: Sie schließen Informationslücken. Angenommen, ein Geschäft zwischen Kunde A und Lieferant B wäre rein objektiv betrachtet für beide Seiten sinnvoll. Lieferant B kann aber die Zahlungsmoral von Kunde A nicht einschätzen und entschließt sich deshalb gegen den Vertragsabschluss. Liefert die Auskunftei jetzt Informationen darüber, dass Kunde A über eine einwandfreie Zahlungsmoral verfügt, wird Lieferant B dem Geschäft doch zustimmen.

Schufa als größte Auskunftei

In Deutschland ist insbesondere die Schufa als Auskunftei bekannt. Sie hat kreditrelevante Daten von mehr als 60 Millionen Verbrauchern und mehreren Millionen Unternehmen in Deutschland gespeichert. Vor jeder Kreditvergabe fragen Banken die Schufa-Auskunft ab, auch zahlreiche Mobilfunkunternehmen und Online-Versandhändler nutzen die Kartei der Auskunftei.

Selbstauskunft bei Auskunfteien

Sind in einer Auskunftei negative Informationen über Verbraucher gespeichert, so hat dies relativ drastische Auswirkungen. Denn dann wird kaum ein Unternehmen einen Vertrag mit dem negativ bewerteten Verbraucher eingehen. Der Grund: Negativmerkmale sind solche Eintragungen, die aus nicht bezahlten Rechnungen oder offenen Forderungen hervorgehen. Anders ausgedrückt ist der Verbraucher seinen Zahlungsverpflichtungen in der Vergangenheit nicht nachgekommen, was der Auskunftei gemeldet wurde.

Es kann allerdings bei der Übermittlung der Daten durchaus zu Fehlern kommen. Aus diesem Grund hat jeder Verbraucher das Recht dazu, einmal im Jahr eine kostenlose Selbstauskunft bei Auskunfteien wie der Schufa einzuholen. So kann der Verbraucher selbst beurteilen, ob gegen ihn möglicherweise fehlerhafte Negativeinträge vorliegen.

Auskunftei – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Eine Auskunftei sammelt kreditrelevante Daten von Verbrauchern und Unternehmen
  • Diese Informationen werden an Vertragspartner weitergegeben
  • Dadurch können Informationslücken effizient geschlossen werden

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Themen: Wirtschaft

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