HGB (Handelsgesetzbuch)

Kurz & einfach erklärt:

HGB (Handelsgesetzbuch) verständlich & knapp definiert

Das Handelsgesetzbuch enthält wichtige, grundlegende Regelungen des wirtschaftlichen Zusammenlebens. Beispielsweise werden im HGB die Rechte und Pflichten von Kaufleuten definiert.

Gemeinsam mit dem Bürgerlichen Gesetzbuch wurde das Handelsgesetzbuch bereits am 01.01.1900 ins Leben gerufen (Gesetzgebung 1897). Im weitesten Sinne enthält das Handelsgesetzbuch – kurz HGB – die Kernpunkte des deutschen Handelsrechtes. 


Das Handelsgesetzbuch gilt somit für alle Personen, die juristisch als Kaufleute gelten. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) hingegen gilt für diesen Personenkreis nur nachrangig. Vorläufer des heutigen HGB war das Deutsche Handelsgesetzbuch, das bis Ende des 19. Jahrhunderts galt. 

Neben generellen gesetzlichen Regelungen rund um den Handel enthält das HGB auch spezielle Vorschriften für Kapitalgesellschaften wie KG, OHG und die stille Gesellschaft.

Entstehung und Gültigkeit des HGB

Das Handelsgesetzbuch (HGB) entstand bereits Anfang des 20. Jahrhunderts, wurde seitdem allerdings stetig verändert. Ziel des Gesetzbuchs ist es, die institutionellen und rechtlichen Rahmenbedingungen für das wirtschaftliche Zusammenleben zu schaffen. Insbesondere regelt das Handelsgesetzbuch daher die Rechte und Pflichten von Kaufleuten, also Unternehmen bzw. Unternehmern. Allerdings wird die deutsche Handelsgesetzgebung derzeit immer stärker von der EU beeinflusst, so dass auch hier gilt: EU-Recht vor nationalem Recht.

Zu beachten gilt es dabei, dass das HGB längst nicht alle für Kaufleute wichtigen Gesetze enthält. So wurde beispielsweise das Aktiengesetz erlassen, welches sich intensiv mit Aktiengesellschaften auseinandersetzt, jedoch nicht im HGB enthalten ist.

Inhalt des HGB

Insgesamt umfasst das HGB fünf Bücher, die sich mit unterschiedlichen Themen befassen. Ein Überblick:

  • Handelsstand: Geregelt ist etwa, wer überhaupt als Kaufmann gilt und welche Pflichten hiermit einhergehen.
  • Handelsgesellschaften und stille Gesellschaft: Die Rechtsformen der offenen Handelsgesellschaft und der Kommanditgesellschaft werden näher definiert.
  • Handelsbücher: Sie gelten als wichtigster Teil des HGB, machen sie doch Vorschriften darüber, wie sich Kaufleute zu verhalten haben. Zudem existieren ergänzende Vorschriften für bestimmte Gesellschaftsformen wie etwa Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften.
  • Handelsgeschäfte: Es existieren verschiedene Handelsgeschäfte, die spezifischer und detaillierter Vorschriften bedürfen. Dies gilt insbesondere für Kommissionsgeschäfte und den Handelskauf.
  • Seehandel: Den Abschluss des HGB bildet der Seehandel. Ihm kommt eine Sonderrolle zu, weil die Seefahrt im Allgemeinen beispielsweise durch das Völkerrecht oder andere, internationale Regelungen beeinflusst wird.


Das HGB wird zwar stetig verändert, am Grundgerüst wird dabei aber festgehalten. Schließlich soll für alle Wirtschaftssubjekte Rechtssicherheit bestehen, kurzfristige und unerwartete Änderungen machen langfristige, wirtschaftliche Planungen nahezu unmöglich.

Handelsgesetzbuch (HGB) – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Das HGB enthält wichtige Vorschriften für das wirtschaftliche Zusammenleben
  • Es wird zunehmend durch europaweite Regelungen beeinflusst bzw. abgelöst
  • Zudem wird das Handelsgesetzbuch durch andere, externe Gesetze erweitert

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Themen: Wirtschaft

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