Freihandel

Kurz & einfach erklärt:

Freihandel verständlich & knapp definiert

Von Freihandel ist immer dann zu sprechen, wenn es zwischen zwei Nationen beim Handel keine Einschränkungen gibt. Dazu zählen etwa Zölle, Importgrenzen oder gar Importverbote. Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass der Freihandel den Wohlstand in einer Volkswirtschaft fördert.

Ist der internationale Handel in einer Volkswirtschaft frei von Restriktionen wie beispielsweise Zöllen oder sonstigen Handelsbeschränkungen, dann spricht man vom sogenannten Freihandel. Ist das politische Handeln auf das Erreichen von Freihandel ausgerichtet, dann bezeichnet man sie als Freihandelspolitik


Ist die Politik entgegen der Schaffung von Freihandel ausgerichtet, handelt es sich hierbei um sogenannten Protektionismus. Die Situation des Freihandels kann lediglich im Rahmen des Außenhandels, also internationaler Handelsaktionen, vorliegen. 

Tritt beispielsweise Handel zwischen Bundesstaaten auf, die einen Binnenmarkt besitzen, dann spricht man nie vom klassischen Freihandel, sondern dem sogenannten Binnenhandel.

Grundgedanke des Freihandels

Die Anfänge des Freihandels gehen auf den bekannten Wirtschaftswissenschaftler Adam Smith zurück. Schon im 18. Jahrhundert stellte dieser in seinem Werk „Der Wohlstand der Nationen“ fest, dass Freihandel zu Spezialisierung und Arbeitsteilung führen könne. Jedes Land könne einige Güter aufgrund natürlicher oder geschichtlicher Begebenheiten günstiger produzieren als dies andere Nationen können. Wenn also jedes Land diese Vorteile nutzt und die Nationen anschließend einfach ihre günstig produzierten Güter tauschen würden, so entstünden in allen Ländern Kostenvorteile.

Freihandel – Vorteile und Nachteile

In den Wirtschaftswissenschaften wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass der Freihandel zu mehr Wohlstand und Wachstum führt. Begründung:

  • In allen Nationen entstehen Spezialisierung- und damit Effizienzvorteile.
  • Durch den Welthandel erweitert sich das verfügbare Angebot an Gütern und Dienstleistungen.
  • Neue Märkte können von allen Unternehmen erschlossen werden.


Verschiede wissenschaftliche Untersuchungen haben sich bereits mit diesen Phänomenen befasst und die Annahmen größtenteils bestätigt. Unklar bzw. umstritten sind allerdings die Folgen des Freihandels für Umwelt, Entwicklung und soziale Strukturen einer Gesellschaft. Kritiker führen häufig an, dass durch den Freihandel die Umwelt zerstört werde. Schließlich flögen deutlich mehr Flugzeuge und führen mehr Schiffe, als wenn Nationen nur den Binnenhandel nutzen würden.

Freihandel – Beispiel

Angenommen, in Deutschland herrsche bisher noch kein Freihandel. Folglich müssen alle Güter und Dienstleistungen im Land selbst hergestellt werden bzw. gegen hohe Zölle eingeführt werden. Daher entschließt sich die Regierung dazu, einige Freihandelsabkommen mit den Nachbarstaaten einzugehen. Jetzt kann Deutschland Lebensmittel kostengünstig aus Osteuropa importieren, denn für die Produktion sind die Bedingungen in der Bundesrepublik nicht gerade gut.

Gleichzeitig erfolgt eine Spezialisierung auf Automobil- und Chemiebranche. Denn durch das hohe Bildungsniveau und die jahrzehntelange Erfahrung in der Produktion können diese Sparten besonders qualitative Erzeugnisse produzieren. Letztlich steigt durch den Freihandel der Wohlstand der Bundesrepublik, gleichzeitig erfolgt eine Spezialisierung der Wirtschaft auf bestimmte Branchen.

Freihandel – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Freihandel bezeichnet den uneingeschränkten Handel zwischen Staaten
  • Vorteile des Freihandels wurden erstmals von Adam Smith analysiert
  • Grundsätzlich sorgt Freihandel für mehr Wohlstand und Wachstum

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Themen: VWL

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