Bilanzadressaten

Kurz & einfach erklärt:

Bilanzadressaten verständlich & knapp definiert

Bilanzadressaten sind die Personen, an denen die erstellte Bilanz eines Unternehmens gerichtet ist. Dabei wird in interne und externe Adressaten unterscheidet.

Unter Bilanzadressaten wird der Personenkreis verstanden, an den sich die erstellte Bilanz richtet. In der Praxis unterscheidet man zwischen internen und externen Adressaten.

Interne Bilanzadressaten


In erster Linie dienen die Informationen, die sich aus der Bilanz ableiten lassen, der Geschäftsführung. Um zu verstehen, inwiefern die erstellte Bilanz einen Einfluss auf zukunftsorientierte Entscheidungen des Managements hat, muss man zunächst verstehen, wie die Bilanz entsteht. Die Bilanz stellt den buchhalterischen Abschluss eines Geschäftsjahres dar. Sie ist demnach eine Zeitpunktbetrachtung, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zum Geschäftsjahresende widerspiegelt.

Über die Systematik der doppelten Buchführung werden sämtliche Geschäftsvorfälle des Jahres erfasst und auf den entsprechenden Konten verbucht. Aufwands- und Ertragskonten werden über das Gewinn- und Verlustrechnungskonto abgeschlossen und fließen als Jahresüberschuss in die Bilanz ein. Im Gegensatz zur Bilanz ist die mit der Bilanz eng verzahnte Gewinn- und Verlustrechnung eine Zeitraumbetrachtung. Mithilfe einer Bilanzveränderungsrechnung lässt sich die Entwicklung einzelner Posten nachvollziehen. Im Anhang der Bilanz sind gegebenenfalls verschiedene Positionen näher erläutert (beispielsweise im Anlagespiegel oder in der Eigenkapitalveränderungsrechnung).

Die Geschäftsführung bedient sich der Jahresabschlussanalyse, um verschiedene Kennzahlen zu bestimmen und daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten. Auch ist es möglich, einzelne Bilanzpositionen beispielsweise durch Ausnutzung von Aktivierungswahlrechten oder Wahl des Wertansatzes gezielt zu beeinflussen. Allerdings birgt die statische Analyse stets die Gefahr, dass die Unternehmenssituation nicht hinreichend genau abgebildet wird, um daraus qualitative Schlüsse zu ziehen. Es sind für eine umfangreiche Untersuchung daher immer mehrere Kennzahlen sowie deren Entwicklung im Zeitablauf zu betrachten. Weitere interne Adressaten sind die Mitarbeiter des Unternehmens sowie der Betriebsrat und der Aufsichtsrat.

Externe Bilanzadressaten


Als zentraler externer Bilanzadressat ist der Fiskus zu nennen. Aus der Steuerbilanz leitet sich der unternehmerische Gewinn und die Steuerlast ab, die das Unternehmen im Geschäftsjahr an den Fiskus abführen muss. In kleineren Unternehmen ist es durchaus üblich, dass statt einer separierten Darstellung von Handels- und Steuerbilanz eine Einheitsbilanz verwendet wird, die jedoch angepasst werden muss, da aufgrund des Maßgeblichkeitsprinzips die handelsrechtlichen Passivierungswahlrechte in der Steuerbilanz Passivierungsverbote darstellen.

Desweiteren sind die Aktionäre bei Aktiengesellschaften, potentielle Investoren, die Unternehmenseigentümer sowie Wirtschaftsprüfer wichtige externe Bilanzadressaten. Darüber hinaus richtet sich die Bilanz auch an die interessierte Allgemeinheit, Wissenschaftler sowie Journalisten, die jedoch im Vergleich zu den anderen externen Bilanzadressaten eine eher untergeordnete Rolle spielen.

Zusammenfassung

  • Die Bilanzadressaten sind die Personen, an die sich die erstellte Bilanz richtet
  • Es wird zwischen internen und externen Bilanzadressaten unterschieden
  • interne Bilanzadressaten sind unter anderem die Geschäftsführung und Mitarbeiter
  • Aus der Bilanzveränderungsrechnung lassen sich Änderungen von Bilanzpositionen feststellen und mithilfe der Jahresabschlussanalyse Handlungsanleitungen für das Management ableiten
  • externe Bilanzadressaten sind der Fiskus, die breite interessierte Öffentlichkeit sowie die Aktionäre, Unternehmenseigentümer und Wirtschaftsprüfer

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Themen: Buchhaltung

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