Kontenklassen


Kurz & einfach erklärt:

Kontenklassen verständlich & knapp definiert

Kontenklassen stellen den groben Rahmen für die Buchhaltung eines Unternehmens dar. Sie geben eine Gliederung für Buchführungskonten vor, wobei es sich um die erste Gliederungsebene handelt. So sind etwa „Anlage- und Kapitalkonten“ oder „betriebliche Aufwendungen“ klassische Kontenklassen.

Die Kontenklassen stellen eine systematische Gliederung der Buchführung nach dem Kontenrahmen dar. Innerhalb der Kontenklassen sind die ihrem Wesen und Inhalt nach ähnlichen Konten zusammengefasst. 


Die Kontenklasse ist jeweils die erste Ziffer einer vierstelligen Kontonummer. Häufig werden die Kontenklassen - je nach den speziellen Bedürfnissen der Wirtschaftsgruppen - weiter untergliedert in Kontengruppen (zweite Ziffer), Kontenarten und Kontenunterarten (dritte und vierte Ziffer). 

Kontenklassen werden aufgeteilt in Bestands- und Erfolgskonten sowie in Abschlusskonten. Die Bestandskonten (Kontenklasse 0 -5) werden wiederum gegliedert in Aktiva und Passiva, die Erfolgskonten (Kontenklasse 5 -7) in Erträge und Aufwendungen.

Unterteilung der Kontenklassen

Kontenklassen fuer die Buchfuehrung
Kontenklassen stellen eine Gliederung der Buchführungskonten von Unternehmen dar

Unternehmen sind dazu verpflichtet, alle Geschäftsvorfälle festzuhalten. Als Grundlage hierfür dienen Buchungssätze, die die Vorfälle – vereinfacht gesprochen – auf verschiedene buchhalterische Konten verteilen.

Solche Konten lassen sich zu Kontenklassen zusammenfassen, die als übergeordnete Organisationseinheit dienen. Dabei gehören immer solche Konten einer Kontenklasse an, in denen ähnliche Geschäftsvorfälle verbucht werden.

Welche Kontenklasse für die jeweiligen Konten angewandt wird, ist von Unternehmen zu Unternehmen verschieden. Allerdings existieren in Deutschland sogenannte Standardkontenrahmen.

Diese können von einer Vielzahl von Konzernen genutzt werden, um die Buchhaltung strukturiert aufzubauen. Ein Beispiel hierfür ist der SKR 03, der folgende Kontenklassen vorsieht:


  • Anlage- und Kapitalkonten
  • Finanz- und Privatkonten
  • Abgrenzungskonten
  • Wareneingangs- und Bestandskonten
  • Betriebliche Aufwendungen
  • Bestände an Erzeugnissen
  • Erlöskonten
  • Vortrags- und statistische Konten

Beispiel für den Aufbau von Kontenklassen

Unabhängig vom gewählten Kontenrahmen wird den Kontenklassen meist eine Nummer von 0 bis 9 zugeordnet. Nach dem SKR 03 hat die Kontenklasse „betriebliche Aufwendungen“ beispielsweise die Nummer 4. Danach folgt meist eine zweite Stelle, die die jeweilige Kontengruppe angibt. Es handelt sich hierbei um eine weitere Unterteilung der Kontenklassen, die insbesondere bei größeren Unternehmen sinnvoll ist. So gibt die Nummer 42 etwa an, dass es sich um ein Konto der Klasse betriebliche Aufwendung und die Gruppe der „Mieten“ handelt.

Nach diesen beiden Ziffern folgen meist zwei weitere Zahlen, die das genaue Konto spezifizieren, auf dem ein Geschäftsvorfall letztlich verbucht wird. Handelt es sich um die Nummer 4210, so bezeichnet dies das Konto „Miete und Pacht“. Hier verbuchen Unternehmen beispielsweise die Miete für Büroräumlichkeiten. Das „verwandte“ Konto 4288 verbucht auch Vorfälle, die im Zusammenhang mit der Kontengruppe „Miete“ und der Kontenklasse betriebliche Aufwendungen stehen. Allerdings handelt es sich hierbei um die Nebenkosten der Büroräumlichkeiten wie Strom, Wasser oder Reinigung.

Kontenklassen – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Kontenklassen gliedern die Buchführungskonten von Unternehmen
  • Dabei stellen die Klassen die erste Gliederungsebene dar
  • Die Klassen werden durch Kontengruppen und Konten weiter spezifiziert


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