Endverbraucherpreis

Kurz & einfach erklärt:

Endverbraucherpreis verständlich & knapp definiert

Der Endverbraucherpreis ist der Betrag, den ein Verbraucher für ein Produkt oder eine Dienstleistung zahlen muss. Er enthält alle Steuern und Abgaben, sowie alle zusätzlichen Nebenkosten.

Der Endverbraucherpreis ist eine im Einzelhandel gegenüber privaten Endverbrauchern gültige Preisangabe, die den Endpreis inklusive aller anfallenden Steuern und Nebenkosten enthalten muss.

Seine Tradition geht auf die ersten Kauf- und Warenhäuser im 19. Jahrhundert zurück : Dort wurden die Preise nicht mehr im persönlichen Gespräch genannt, sondern wurden bereits als Bestandteil des Selbstbedienungs-Verfahrens an den Regalen oder den Waren ausgewiesen. Ihnen kommt eine fast schon verbindliche Aussagekraft zu, weil sie eine Art Einladung für den Kunden darstellen, diese Ware zu dem Preis kaufen zu wollen ("Invitatio ad offerendum"). In Deutschland sichern verschiedene Regelungen wie u.a. die Preisangabeverordnung die Pflicht zur Angabe des Endverbraucherpreises. Die Einhaltung dieser Regelungen wird stichprobenartig oder nach Verbraucherbeschwerden durch die Gewerbeaufsicht geprüft.

Hohe gesetzliche Anforderungen an den Endverbraucherpreis



In den letzten Jahren wurden die Gesetze zum Verbraucherschutz mehrfach überarbeitet, das Ziel der Preiswahrheit und -klarheit gegenüber Endverbrauchern ist dabei Leitgedanke. So ist - anders als bei Preisangeboten an Wiederverkäufer bzw. gewerbliche Abnehmer - grundsätzlich der Endpreis inklusive aller Steuern wie Mehrwertsteuer etc. anzugeben. Bei vielen warten (wie Lebensmitteln) gibt es zusätzliche Anforderungen an die Vergleichbarkeit von Preisen: So müssen Händler einen vergleichbaren Grundpreis beispielsweise pro Kilo oder Gewichtseinheit angeben, was insbesondere aufgrund der "schiefen" Packungsgrössen enorm an Bedeutung gewonnen hat. So müssen die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht mehr im Kopf umrechnen.

Der Endverbraucherpreis ist immer wieder Anlass zu Streitigkeiten bei Gericht. So versuchen insbesondere im Online-Handel viele Anbieter günstiger zu erscheinen, als sie tatsächlich sind. Dazu werden Zusatzkosten wie Versandkosten oder ein Zahlungsmittelentgelt erst in einem späteren Schritt angegeben, um in den Suchmaschinen und Vergleichslisten noch weiter vorne platziert zu sein. Auch Preissprünge während des Kaufprozesses sind keine Seltenheit, werden aber oft damit begründet, dass zwischen Buchungsanfrage und Kauf zu viel Zeit vergangen wäre. In der
Reiseindustrie gibt es deshalb eine gewisse Grauzone

Neue Technologien bedrohen die Orientierungsfunktion



Der Endverbraucherpreis entfaltet täglich bei Millionen Verbraucherinnen und Verbrauchern eine Orientierungsfunktion: Sonderangebots-Flyer, Online-Werbung oder Schaufenster wirken als echte Magnete zur Erhöhung der Kundenfrequenz im stationären Einzelhandel oder auch bei den Online-Angeboten.

Allerdings ist die Aussagekraft des Endverbraucherpreises durch neue Technologien bedroht: Viele Lebensmittel- oder Elektronikmärkte rüsten die Regale auf elektronische Preisangaben um, weshalb der Endverbraucherpreis stets schwanken kann. Anders als beim klassischen Verfahren - bei dem ein Mitarbeiter die Papier-Preisschilder erneuert - ist dieser Vorgang beinahe unsichtbar. Aus diesem Grund ist die Halbwertszeit des Endverbraucherpreises in vielen Fällen enorm gesunken. Zudem untergraben Kundenbindungs- und Rabattsysteme die Einheitlichkeit des Endverbraucherpreises für alle Kundengruppen. Dies ist möglich, weil das frühere Rabattgesetz um die Jahrtausendwende abgeschafft wurde und somit Rabatte und Zugaben noch freier ausgehandelt werden können.


In der Gesamtbetrachtung sind die wesentlichen Eigenschaften des Endverbraucherpreises:


  • Er dient der Preisinformation gegenüber Privatkunden und enthält alle Preisbestandteile
  • Er muss vor der Angebotsabgabe des Verbrauchers deutlich sichtbar sein
  • Der Endverbraucherpreis hat zudem eine Orientierungs- und Lenkungsfunktion

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Themen: Wirtschaft

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