Belegschaftsaktie

Kurz & einfach erklärt:

Belegschaftsaktie verständlich & knapp definiert

Eine Belegschaftsaktie wird von einer Aktiengesellschaft an Mitarbeiter des Unternehmens ausgegeben. In der Regel erhalten diese einen Vorzugspreis, dürfen das Wertpapier dann aber mehrere Jahre lang nicht verkaufen. Bei der Belegschaftsaktie handelt es sich um einen geldwerten Vorteil.

Die Belegschaftsaktie ist eine Aktie, welche den Beschäftigten eines Unternehmens angeboten wird. Diese Belegschaftsmitglieder erhalten Vorzugskonditionen beim Kauf der ausgegebenen Aktie. 


Dabei kann das Unternehmen in der Rechtsform der AG die ausgegebene Belegschaftsaktie mit einer Sperrfrist versehen. Erst nach Ablauf der Frist ist ein Weiterverkauf der Aktie durch das Belegschaftsmitglied möglich.

Ziele der Emission von Belegschaftsaktien

Mitarbeiter größerer Aktiengesellschaften haben oft die Möglichkeit, sogenannte Belegschaftsaktien zu erwerben. Diese sind ausschließlich den Mitarbeitern des Konzerns vorbehalten und werden meist zu günstigeren Konditionen als am Markt ausgegeben. Davon erhofft sich der Konzern vier entscheidende Effekte:

  • Arbeitnehmer können Vermögen aufbauen und selbst zu Aktionären werden.
  • Die Aktionärsquote wird gestreut, weil das Kapital auf viele Aktionäre verteilt wird.
  • Arbeitnehmer werden an das Unternehmen gebunden.
  • Die Loyalität der Arbeitnehmer gegenüber der Firma wächst.


Bekannte Beispiele für Unternehmen, die solche Belegschaftsaktien emittieren, sind vor allem Daimler und Siemens. Hier ist es auch möglich, einen bestimmten Anteil des Gehalts direkt in Aktien auszubezahlen.

Sperrfrist bei einer Belegschaftsaktie

Wird eine Belegschaftsaktie ausgegeben, so erhalten die Arbeitnehmer in der Regel einen speziellen Vorzugspreis, der unterhalb des aktuellen Marktpreises liegt. Es ist allerdings nicht im Interesse des Unternehmens, dass Mitarbeiter die Wertpapiere direkt wieder veräußern. Schließlich sollen die Beschäftigten ans Unternehmen gebunden werden, indem auch sie aktive Anteilsinhaber sind. Aus diesem Grund wird in der Regel eine Sperrfrist für die Wertpapiere vereinbart, die meist bei fünf Jahren liegt, Während dieser Zeit ist ein Verkauf – außer im Todesfall oder bei Arbeitsunfähigkeit – nicht möglich.

Steuerliche Behandlung von Belegschaftsaktien

Geben Unternehmen Aktien an ihre Mitarbeiter aus, so handelt es sich aus steuerlicher Sicht um einen geldwerten Vorteil, der entsprechend versteuert werden muss. Hier gilt allerdings ein Freibetrag von 360 Euro, bis zu dem keine Einkommensteuer zu zahlen ist. Übersteigt der Wert der Aktien den Freibetrag, so müssen diese zum Stichtag der Überschreibung versteuert werden.

Darüber hinaus sind auch die mit den Aktien erwirtschafteten Gewinne zu versteuern. Wer beispielsweise Dividenden erhält, der zahlt jedes Jahr die Kapitalertragssteuer. Sofern die Aktien verkauft werden und hiermit ebenfalls ein Gewinn erwirtschaftet wird, ist auch dieser in der jeweiligen Periode zu versteuern.

Belegschaftsaktie – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Die Belegschaftsaktie wird an Mitarbeiter einer Aktiengesellschaft zum Vorzugspreis ausgegeben
  • So sollen die Mitarbeiter gebunden und motiviert werden
  • Wer eine solche Aktie erhält, muss sie in der Steuererklärung als geldwerten Vorteil angeben

 

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Themen: Börse

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