Grenzkosten

Kurz & einfach erklärt:

Grenzkosten verständlich & knapp definiert

Grenzkosten sind die Kosten, die entstehen, wenn man eine Einheit eines Produktes mehr herstellt. Spiegelbildlich formuliert, sind es die Kosten, die entstehen, wenn man ein Stück weniger produziert. Die Grenzkosten entsprechen in der Regel den variablen Kosten.

Grenzkosten sind die zusätzlich anfallenden Kosten, wenn die Produktion um eine marginale Einheit ausgedehnt wird. In den Wirtschaftswissenschaften finden Grenzkosten vor allem Anwendung in der Betriebswirtschaftslehre und in der Mikroökonomik.

Bedeutung von Grenzkosten in der Mikroökonomik


In der Mikroökonomik hängt der Stellenwert von Grenzkosten von der Marktform ab. Auf einem polypolisitschen Markt mit vielen Anbietern und vielen Nachfragern haben die einzelnen keine Marktmacht, sodass sie den auf dem (vollkommenen) Markt herrschenden Preis nicht beeinflussen können. Sie nehmen den Marktpreis also als gegeben hin und agieren als Mengenanpasser. Sie maximieren ihren Gewinn, indem sie die Bedingung "Grenzkosten = Preis" heranziehen und ihre angebotene Menge dementsprechend anpassen. Mathematisch lässt sich diese Bedingung aus der Gewinnfunktion G(x) = p*x - K(x) ableiten, indem diese nach x differenziert wird und für ein Maximum gerade gleich null gesetzt wird. Im Monopol sieht sich ein einzelner Anbieter einer Vielzahl von Nachfragern ausgesetzt. Er kann jetzt sowohl den Preis als auch die Menge wählen. Er wählt diejenige Preis-Mengenkombination, die seinen Gewinn maximiert.


Dazu leitet er seine Gewinnfunktion G(x) = p(x)*x - K(x) nach x ab und setzt sie für ein Maximum null. Im Gegensatz zum Polypol ist der Preis nun eine Funktion der Menge, weshalb bei der Differentiation die Produktregel angewendet werden muss. Der Monopolist maximiert seinen Gewinn, indem er die Regel "Grenzkosten = Grenzerlös" anwendet. Im Monopol ist die angebotene Menge geringer, der Preis höher und die Gesamtwohlfahrt kleiner.

Bedeutung von Grenzkosten in der Betriebswirtschaftslehre


Im Prinzip gilt die mikroökonomische Analyse auch in der Betriebswirtschaftslehre, allerdings werden häufig die Kosten als Ausgangspunkt der Argumentation herangezogen. Die Kosten der Produktion eines Gutes setzen sich aus Fixkosten und variablen Kosten zusammen. Fixkosten sind Kosten, die unabhängig von der Ausbringungsmenge anfallen und in der kurzen Frist nicht abbaubar sind. Variable Kosten hingegen sind Kosten, die mit zunehmender Produktionsmenge steigen. Im einfachsten Fall liegt gerade ein proportionaler Zusammenhang zwischen Ausbringungsmenge und Kosten vor.


Es lässt sich aber ebenso argumentieren, dass die Gesamtkosten zunächst bei einer Ausdehnung der Produktion immer weniger stark fallen, da Skaleneffekte genutzt werden können. Steigt die Ausbringungsmenge jedoch weiter an, dann nehmen die Kosten wieder überproportional zu, da beispielsweise neue Maschinen angeschafft werden müssen. Insgesamt sind viele verschiedene Kostenverläufe denkbar. Je nach Gestalt der Kostenfunktion, ändert sich die Gestalt der Grenzkostenfunktion als Ableitung der Kostenfunktion natürlich auch. Unabhängig von der Gestalt der Grenzkostenkostenfunktion kann man die Grenzkosten bestimmen, wenn die Kosten für die Mengen x und x+1 bekannt sind. Liegen die Kosten im ersten Fall gerade bei 500 und im zweiten Fall bei 520 Euro, entsprechen die Grenzkosten gerade der Differenz von 20 Euro.

Zusammenfassung Grenzkosten

  • Grenzkosten sind die zusätzlichen Kosten, die bei einer Ausdehnung der Produktion um eine marginale Einheit anfallen
  • Der Polypolist wählt die Bedingung "Grenzkosten = Preis" zur Maximierung seines Gewinns
  • Der Monopolist wählt die Bedingung "Grenzkosten = Grenzerlös" zur Maximierung seines Gewinns
  •  Grenzkosten erhält man durch Differentiation der Kosten nach der Menge

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Themen: Kostenrechnung

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