Ertragsgesetz

Kurz & einfach erklärt:

Ertragsgesetz verständlich & knapp definiert

Das Ertragsgesetz besagt, dass ein erhöhter Aufwand in der ersten Phase zu einem starken Anstieg des Ertrags führt. Dieser Effekt schwächt sich aber ab, bis der Durchschnittsertrag sogar sinkt.

Das Ertragsgesetz geht auf den französischen Ökonomen Anne Robert Jacques Turgot zurück, der im 18. Jahrhundert den Zusammenhang zwischen Aufwand und Ertrag beschrieb. Er formulierte das Gesetz vom abnehmenden Ertragszuwachs. Als Beispiel nahm er den Ackeranbau, weswegen seine Theorie auch als Bodenertragsgesetz bezeichnet wird. Später griffen Wissenschaftler diese mikroökonomische Theorie auf und wandten sie auf die Industrieproduktion und andere Wirtschaftsbereiche an.

Der Kerninhalt des Ertragsgesetzes

Die These lautet, dass der Ertrag (Output) nicht proportional zum Aufwand (Input) wächst. Im ersten Schritt führt ein Mehraufwand zu einem starken Anstieg des Ertrags. Dieser Ertragszuwachs schwächt sich jedoch bei noch größerem Input ab. Anschließend sinkt der Grenzertrag, sodass sich der Durchschnittsertrag reduziert. Der Gesamtertrag kann ab einem bestimmten Maß an Aufwand sogar unter den Ertrag des Ausgangszustands fallen.

Turgots Beispiel Landwirtschaft

Turgot hat seine Überlegungen mit dem Einsatz von Düngemitteln auf einem Feld erklärt. Ohne Dünger ist der Ertrag niedrig. Setzt ein Landwirt Dünger ein, kann er wesentlich mehr ernten. Erhöht er die Dosis, ergeben sich nur noch leichte Verbesserungen. Ab einer bestimmten Menge überdüngert er den Boden und minimiert den Gesamtertrag. Diese Theorie setzt voraus, dass alle anderen Rahmenbedingungen wie das Wetter konstant bleiben.

Anwendung auf andere Bereiche

Ein Unternehmen will beispielsweise mit mehr Personal die Organisation des Büros verbessern. Zusätzliches Personal führt zu deutlich positiven Effekten. Noch mehr Beschäftigte können aber die Folge zeitigen, dass sich in der internen Abstimmung Probleme ergeben. Missverständliche Kommunikation zwischen den vielen Mitarbeitern haben Fehler zur Konsequenz, welche die Betriebsabläufe ineffizienter machen und die Angestellten zunehmend demotivieren können. Im schlimmsten Fall unterschreitet die Effizienz trotz eines Personalaufbaus irgendwann das vorherige Niveau.

Ertragsgesetz - Zusammenfassung:

  • basiert auf dem Franzosen Turgot
  • nicht jede Erhöhung des Aufwands bedeutet gleich hohen Ertragszuwachs
  • Mehraufwand kann sich negativ auswirken

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Themen: Wirtschaft

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