Anzahlung

Kurz & einfach erklärt:

Anzahlung verständlich & knapp definiert

Wird eine Anzahlung durchgeführt, so begleicht der Schuldner einen Teil des Rechnungsbetrags, muss den anderen Teil aber noch in der Zukunft bezahlen. Ob die Gegenleistung unmittelbar oder ebenfalls erst in der Zukunft erfolgt, ist vom genauen Verkaufsprodukt abhängig.

Beim Kauf einer Ware oder Dienstleistung kann die Anzahlung zum einen als Sicherheit für den Verkäufer angesehen werden. Zum anderen ist die Anzahlung aber auch die erste von mindestens zwei Raten. 


Beispiel:
Beim Kauf eines PKW wird bei Bestellung eine Anzahlung von 1.000 Euro fällig. Den Rest des Kaufpreises von 18.000 Euro wird in monatlichen Raten von jeweils 500 Euro abbezahlt.

Rechtliche Grundlagen der Anzahlung

Für gewöhnlich werden Vertragsgeschäfte so abgewickelt, dass beide Vertragsparteien ihre Leistungen in einer einzigen Handlung erfüllen. Wer beispielsweise Brötchen beim Bäcker kauft, der reicht das hierfür zu zahlende Geld direkt über den Tresen und erhält dafür im Gegenzug die vereinbarten Brötchen. Auch beim Rechnungskauf größerer Waren und Produkte ist die einmalige Bezahlung üblich.

Hingegen werden vor allem bei Pauschalreisen und beim Kauf von Autos Anzahlungen vereinbart. Diese sind schon heute zu leisten, um sich eine bestimmte Sache in der Zukunft zu sichern. Im Falle des Autokaufs dient die Anzahlung dazu, dass der Verkäufer das Fahrzeug nicht an eine andere Person veräußert. Gleichzeitig bietet dies dem Verkäufer die Sicherheit, zumindest einen Teil des Fahrzeugpreises definitiv zu erhalten. Zudem finanzieren Verkäufer mit der Anzahlung bestimmte Vorleistungen, die sie erbringen müssen, um das Produkt verkaufen zu können.

Höhe der Anzahlung

Wie hoch eine Anzahlung in der Praxis ausfällt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Generell geht der BGH – zumindest bei Pauschalreisen – davon aus, dass 20 Prozent des Reisepreises ein angemessener Wert für die Leistung seien. Denn das Problem von Anzahlungen besteht vor allem darin, dass sie praktisch auch als Kredit von Käufern an Verkäufer angesehen werden können. Schließlich bezahlt der Käufer Geld, ohne hierfür schon eine Gegenleistung erhalten zu haben.

Ob die Gegenleistung in der Zukunft erfolgen wird, ist keinesfalls gesichert. Zwar hat der Käufer hierauf einen Rechtsanspruch, allerdings kann es theoretisch zur Insolvenz des Verkäufers kommen. Insofern sieht der deutsche Gesetzgeber vor, dass Anzahlungen abgesichert werden müssen. Dabei kann es sich etwa um folgende Sicherheiten handeln:

  • Bürgschaft / Garantie
  • Versicherung
  • Sicherungsschein von Banken


Selbst wenn der Verkäufer Insolvenz anmelden müsste, hätte der Käufer damit einen Anspruch auf Rückzahlung seiner Anzahlung, welcher auch vollständig erfüllt werden kann.

Anzahlung – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Eine Anzahlung stellt einen Teilbetrag einer Rechnungssumme dar
  • Durch die Anzahlung sichert sich der Käufer das Kaufrecht für ein bestimmtes Produkt
  • Gleichzeitig dient die Anzahlung als Sicherheit für den Verkäufer

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Themen: Buchhaltung

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