Vermögensumschichtung (Finanzierung)

Bei der Umfinanzierung (oder Vermögensumschichtung) wird Anlage- oder Umlaufvermögen, das nicht mehr im Betrieb benötigt wird, veräußert. Somit erhält das Unternehmen schnell liquide Mittel.


Es findet eine Umwandlung von Vermögen in Kapital statt.

Gründe der Vermögensumschichtung

Große Unternehmen verfügen in der Regel über ein hohes Maß an Anlage- und Umlaufvermögen. Nicht immer wird auch tatsächlich das komplette Vermögen zur Produktion genutzt, was aus Sicht des Unternehmens nachteilig ist. Schließlich könnte der nicht genutzte Teil des Kapitals sinnvoller eingesetzt werden. Fallen solche nicht benötigten Betriebsmittel auf, können diese veräußert werden, um liquide Mittel zu schaffen. Hiervon werden dann wiederum neue Investitionen durchgeführt.

Ein Beispiel aus der Praxis:

 Ein großer Flugzeugbauer benötigt laufend Stoff für die Beschichtung der Sitze und des Kabinengangs. Weil die Produktion aber etwas zurückgefahren und verändert wird, ist im Lager ein erheblicher Überschuss an Stoffmaterialien entstanden. Um Liquidität zu schaffen, veräußert der Flugzeugbauer einen Teil des Überschusses. Davon können wiederum direkt Reinvestitionen in anderen Bereichen durchgeführt werden.

Bilanzielle Auswirkungen der Vermögensumschichtung

Bilanziell betrachtet findet ein sogenannter Aktivtausch statt. Das Unternehmen tauscht einen nicht mehr benötigten Bilanzposten gegen einen neuen ein, der fortan für die Produktion verwendet wird. So können beispielsweise nicht mehr benötigte Immobilie verkauft und dafür neue Maschinen angeschafft werden. Das Anlagevermögen bleibt dann der Höhe nach gleich, lediglich die Untergruppierungen ändern sich.

Durch die Kapitalbeschaffung aus der Vermögensumschichtung können aufgrund des Aktivtauschs teilweise erhebliche stille Reserven aufgedeckt werden. Dadurch ergeben sich auf der einen Seite wie erwähnt hohe Finanzierungspotenziale. Auf der anderen Seite steigt die steuerliche Belastung durch die Umschichtung, wenn bisherige Vermögensgegenstände nicht oder zu niedrig bewertet waren.

Unterschied Vermögensumschichtung und Freisetzung

Bei der reinen Vermögensumschichtung ist das Vermögen bereits in der Bilanz vorhanden, es wird also weitestgehend im Verhältnis 1:1 umgeschichtet. Anders gestaltet sich die Situation bei der Kapitalfreisetzung, bei der vorrangig grundsätzlich nicht betriebsnotwendige Vermögensgegenstände veräußerst werden. Das Vermögen kann zwar auch für Reinvestitionen genutzt werden, wird in vielen Fällen aber an die Gesellschafter ausbezahlt. Dadurch reduzieren sich sowohl die Aktiv- als auch die Passivseite der Bilanz.

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