Doppelte Buchhaltung

Die doppelte Buchhaltung ist in der heutigen Wirtschaft die am weitesten verbreitete Methode der Finanzbuchhaltung.

Warum diese Art der Buchführung als "doppelt" bezeichnet wird, lässt sich an mehreren Punkten festmachen - welcher davon letztlich ausschlaggebend für die Namensgebung war, lässt sich im Nachhinein nicht mehr nachvollziehen.

Warum ist die Buchführung “doppelt” ?

Das Prinzip der Doppik (Doppik ist eine ganz verrückte, aber geläufige Abkürzung und steht für: “Doppelte Buchführing iKonten”) zeigt sich auf mehrfache Weise:

Jeder Geschäftsvorfall wird auf zwei verschiedenen Konten erfasst - auf dem einen Konto im Soll, auf dem anderen Konto im Haben. Dabei wird bei jedem Buchungssatz der gleiche Betrag im Soll und im Haben gebucht.

Der Unternehmenserfolg kann am Ende des Geschäftsjahres auf zwei verschiede Methoden ermittelt werden:

  • aus dem Vergleich des Eigenkapitals am Ende des Geschäftsjahres in Bezug auf den Bestand des Eigenkapitals am Anfang des Geschäftsjahres,
  • durch Gegenüberstellung von Aufwendungen und Erträgen im aktuellen Geschäftsjahr.

In jeder Buchhaltung werden zwei Arten von Büchern geführt:

  • das Grundbuch zeichnet alle Buchungen in zeitlicher Reihenfolge auf,
  • das Hauptbuch erfasst alle Buchungen nach sachlichen Gesichtspunkten auf den entsprechenden Konten.

Wer ist zur doppelten Buchhaltung verpflichtet?

Grundsätzlich nutzen fast alle Unternehmen in Deutschland die doppelte Buchhaltung, um ihre Buchführung zu organisieren. Laut dem HGB und den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung sind jedoch nicht alle Unternehmen dazu verpflichtet. Grundsätzlich gelten diese Vorschriften für:

  • Alle Kaufleute nach § 1 bis 6 des HGB. Dazu gehören sowohl Ist- als auch Kannkaufleute.
  • Wenn Unternehmer einen Umsatz von mehr als 600.000 Euro oder einen Gewinn von mehr als 60.000 Euro erwirtschaften, müssen sie die doppelte Buchhaltung anwenden.


Ausgenommen von dieser Regelung sind vor allen Kleinunternehmer, die nur im Nebenerwerb tätig sind. Auch Freiberufler müssen keine doppelte Buchhaltung betreiben. Der Grund: Der Aufwand für die Buchführung ist nicht unerheblich und kann oft nur vom Fachmann korrekt abgewickelt werden. Für den Steuerberater würden insbesondere Kleinunternehmer aber so viel Geld aufwenden, dass sich das Geschäft unter Umständen kaum mehr rentieren würde.

Beispiel für die doppelte Buchhaltung

Wie genau die doppelte Buchhaltung abläuft, lässt sich an einem Beispiel demonstrieren. Betrachtet sei der Fall, dass ein Unternehmer neue Büromöbel kauft. Hierfür zahlt er in bar, weil sich noch Geld in der Kasse befindet. Betroffen sind von diesem Geschäftsvorfall gleich mehrere Konten:

  • Betriebs- und Geschäftsausstattung
  • Vorsteuer
  • Kasse


Alle drei Konten gehören zur Aktivseite der Bilanz, weshalb die Anfangsbestände dieser Konten jeweils auf der Soll-Seite eingetragen werden. Nach dem Prinzip „Soll an Haben“ würde der zugehörige Buchungssatz wie folgt lauten:

Betriebs- und Geschäftsausstattung 100 Euro und Vorsteuer 19 Euro an Kasse 119 Euro.

Gemeint ist hiermit, dass der Unternehmen beispielsweise Möbel im Wert von (netto) 100 Euro erworben hat. Zusätzlich mussten 19 Euro an Umsatzsteuer bezahlt werden, die aber vom Finanzamt rückgefordert werden können. Finanziert wurden diese Aufwendungen aus der Kasse. Letztlich erhöht sich also der Bestand an Betriebs- und Geschäftsausstattung um ganze 100 Euro, wohingegen der Kassenbestand um 119 Euro schrumpft.

Vorteile und Aufgaben der doppelten Buchhaltung

Zwar ist diese Art der Buchhaltung mit einem recht hohen Aufwand verbunden, doch der Gesetzgeber hat die Pflicht hierzu nicht ohne Grund veranlasst. Auf Basis der doppelten Buchhaltung ist es jederzeit möglich, alle Geschäftsvorfälle des Unternehmens nach klaren Regeln zu dokumentieren und zu analysieren. Auch der Periodenerfolg kann auf zwei verschiedenen Wegen ermittelt werden:

  1. Das Konto „Eigenkapital“ wird sowohl zum Anfang als auch zum Ende der Periode aufgestellt. Die Differenz stelle den Gewinn bzw. Den Verlust dar.
  2. Etwas ausführlicher geht die Gewinn- und Verlustrechnung hierauf ein. Übersichtlich werden alle erfolgsrelevanten Konten auf dieses abschließende Konto gebucht.


Die Bilanzsumme und die einzelnen Positionen der Bilanz sagen hingegen kaum etwas über die wirtschaftliche Stärke bzw. die Entwicklung eines Unternehmens aus. Auf Basis der doppelten Buchhaltung wurden daher weitere Kennzahlen entwickelt, mit denen entsprechende Aussagen möglich sind:

Vier grundsätzliche Typen von Buchungen bei der doppelten Buchhaltung

Geschäftsvorfälle können im Rahmen der doppelten Buchführung auf vier verschiedene Arten kontiert werden. Dabei haben diese jeweils einen unterschiedlich starken Einfluss auf die Bilanzsumme:

  • Aktivtausch: Bei einem solchen Vorfall sind lediglich Konten der Aktivseite betroffen. Es findet ein Tausch der Werte statt, die Bilanzsumme an sich bleibt allerdings unberührt.
  • Passivtausch: Analog zum Aktivtausch erfolgt in diesem Fall eine Buchung auf den Konten der Passivseite der Bilanz. Somit bleibt die Bilanzsumme ebenfalls unberührt.
  • Aktiv-Passiv Mehrung: Bei der sogenannten Bilanzverlängerung ist mindestens ein Aktiv- und ein Passivkonto vom Geschäftsvorfall betroffen. Dabei vergrößert sich der Wert der Aktivseite, so dass eine Erhöhung der Bilanzsumme erfolgt.
  • Aktiv-Passiv Minderung: Hingegen ist von einer Bilanzverkürzung zu sprechen, wenn Aktiva gegen Passiva getauscht werden. Dadurch wird ein Bestandskonto der Aktivseite gemindert, weshalb sich die Bilanzsumme an sich verringert.

Doppelte Buchhaltung – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Die Buchhaltung ist doppelt, weil Geschäftsvorfälle immer auf zwei verschiedenen Konten gebucht werden
  • Zur doppelten Buchhaltung sind mit Ausnahme von kleineren Unternehmen und Freiberuflern fast alle Unternehmer verpflichtet
  • Die Aufgabe der doppelten Buchhaltung ist die genaue Dokumentation von Geschäftsvorfällen und die Darstellung der aktuellen, wirtschaftlichen Situation
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