Kostenträgerzeitrechnung

Mit der Kostenträgerzeitrechnung werden die gesamten Kosten einer Periode je Kostenträger ermittelt. Durch eine Verrechnung mit den erzielten Erlösen der Periode kann so eine kurzfristige Erfolgsrechnung durchgeführt werden. 


Es gibt zwei Verfahren für die kurzfristige Erfolgsrechnung: Gesamtkosten und Umsatzkosten.

Beim Gesamtkostenverfahren werden die gesamten Kosten nach Kostenarten gegliedert aufsummiert und mit dem Gesamtumsatz verrechnet. Es eignet sich damit nur in Ein-Produkt-Unternehmen und hat in der Praxis eine eher geringe Bedeutung.


Beim Umsatzkostenverfahren werden die Kosten nicht nach Kostenarten, sondern nach den Kostenträgern gegliedert und mit dem jeweiligen Umsatz des Kostenträgers verrechnet. So kann ermittelt werden, welche Kostenträger welchen Anteil am Gesamtumsatz haben, der Betriebserfolg wird so transparenter.

Ziele der Kostenträgerzeitrechnung

Unabhängig vom gewählten Verfahren, zielt die Kostenträgerzeitrechnung immer darauf ab, eine Kontrolle der Wirtschaftlichkeit der Leistungserstellung und der Leistungsverwertung zu erwirken. Zudem soll Zahlenmaterial für dispositive Zwecke bereitgestellt werden. Anders ausgedrückt werden alle Leistungen einer Periode allen Kosten gegenübergestellt – somit bezieht sich die Kostenträgerzeitrechnung immer auf einen festen Abrechnungszeitraum.

Anschließend können diese Zeiträume auf Basis der Kostenträgerzeitrechnung allerdings miteinander verglichen werden. So kann das Unternehmen letztlich einschätzen, ob sich die Produktionskosten positiv oder negativ verändert haben.

Merke: Wozu dient die Kostenträgerzeitrechnung?

Mit der Kostenträgerzeitrechnung möchten Unternehmen die Wirtschaftlichkeit des Leistungserstellungsprozesses (kurzfristig) überprüfen und im Zeitablauf vergleichbar machen.

Umsatzkostenverfahren und Gesamtkostenverfahren im Vergleich

Bereits kurz angesprochen worden ist, dass es für die Kostenträgerzeitrechnung zwei verschiedene Instrumente gibt. Beim sogenannten Gesamtkostenverfahren betrachtet das Controlling zunächst die produzierten Mengeneinheiten, um eine Abgrenzung von Erträgen und Aufwendungen zu schaffen – unter Berücksichtigung der betrachteten Periode. Als Erträge gelten dabei alle Erhöhungen der Bestände sowohl von fertigen als auch von unfertigen Erzeugnissen sowie selbst produzierte Sachanlagen. Die Aufwendungen leitet das Gesamtkostenverfahren direkt aus den für die Erträge erfassten Mengeneinheiten ab.

Hingegen zielt das Umsatzkostenverfahren allein auf den Absatz ab. Insofern erfolgt eine Gegenüberstellung der Umsatzerlöse und der hierfür angefallenen Kosten, wobei sich beide Werte direkt aus den internen Aufzeichnungen des Controllings ablesen lassen. Auch beim Umsatzkostenverfahren wird allerdings ausschließlich eine bestimmte Periode erfasst.

Schema für die Kostenträgerzeitrechnung

Für die Kostenträgerzeitrechnung gibt es ein bzw. zwei klare Schemata, die wiederum vom gewählten Verfahren abhängen.

Gesamtkostenverfahren

Umsatzerlöse der Periode

+ Bestandsmehrungen an fertigen und unfertigen Erzeugnissen

+ andere aktivierte Eigenleistungen

= Leistungen der Periode

- fixe Herstellkosten

- variable Herstellkosten

= Betriebsergebnis

Umsatzkostenverfahren

Umsatzerlöse

- Selbstkosten der Produkte

= Betriebsergebnis

So unkompliziert das Umsatzkostenverfahren auf den ersten Blick erscheint, so schwierig kann sich die Ermittlung der Selbstkosten der Produkte gestalten. Hierzu müssen die fixen Herstellkosten ermittelt und anteilig für die abgesetzten Produkte angerechnet werden. Zudem sind fixe Verwaltungs- und Vertriebskosten sowie die variablen Herstellkosten in die Berechnung aufzunehmen.

Beispiel für die Kostenträgerzeitrechnung

Ein Unternehmen möchte mit Hilfe der Kostenträgerzeitrechnung ermitteln, wie hoch das Betriebsergebnis für das erste Quartal 2017 ausgefallen ist. Dazu soll das Gesamtkostenverfahren verwendet werden. Nach dem obigen Schema werden hierzu zunächst die Umsatzerlöse durch Multiplikation der Mengeneinheiten mit dem Preis ermittelt:

1.000 Autos * 20.000 Euro = 20 Millionen Euro

Allerdings wurden nicht alle Autos verkauft bzw. produzierte Vorprodukte verarbeitet. Um diese Bestandserhöhung aufnehmen zu können, wird die Menge der Güter mit den variablen Stückkosten multipliziert. Anschließend werden noch die anteiligen, fixen Herstellkosten addiert, so dass sich letztlich ein Wert von 10 Millionen Euro ergibt.

Von diesen Leistungen der Periode sind jetzt sowohl die fixen als auch die variablen Herstellkosten abzuziehen. Laut dem Controlling liegen diese bei einem Betrag von 25 Millionen Euro. Folglich ergibt sich das Betriebsergebnis für die betrachtete Periode als 30 Millionen Euro – 25 Millionen Euro = 5 Millionen Euro.

Kostenträgerzeitrechnung – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Mit der Kostenträgerzeitrechnung soll der Erfolg einer Periode ermittelt werden
  • Dazu kann entweder das Umsatzkosten- oder das Gesamtkostenverfahren eingesetzt werden
  • Für beide Varianten gibt es ein festes Schema
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