Vollkostenrechnung

Die Vollkostenrechnung enthält die Systeme der Kostenrechnung, in denen alle Kosten der Erstellung und Verwertung von Leistungen auf den Kostenträger verrechnet werden.

Sie unterscheidet bei der Betrachtung zwischen Einzel- und Gemeinkosten und in einigen Systemen auch zwischen fixen und variablen Kosten.

Ablauf und Systeme der Vollkostenrechnung

Die in einer Periode angefallenen Kostenarten werden summiert und auf die in der gleichen Periode erbrachten Leistungen umgerechnet. Die Einzelkosten (die direkt zu den erbrachten Leistungen in Bezug stehen, beispielsweise Material für die Fertigung) werden dabei aus der Kostenartenrechnung direkt in die Kostenträgerrechnung übergeben. Die Gemeinkosten (die nur einen indirekten Bezug zu den Leistungen aufweisen, beispielsweise der gesamte Strom für die Fertigungsanlagen) werden über Zuschlagsätze in der Kostenstellenrechnung verteilt.

Dieses kann als Istkostenrechnung geschehen, die jeden Monat die jeweils aktuellen Werte der Kosten und Leistungen bewertet und damit stark schwanken kann. Sie ist für die Nachkalkulation von Produkten und Leistungen geeignet, gibt jedoch keine Auskunft über deren zukünftige Kostenentwicklung und damit etwa über einen zukünftigen Verkaufspreis.

Eine Erweiterung stellt die Normalkostenrechung dar, die mit Mittelwerten aus der Vergangenheit arbeitet und somit die Schwankungen reduziert. Werden hierbei auch die Kosten nach ihren fixen und variablen Anteilen aufgeteilt, ergibt sich eine flexible Normalkostenrechnung, andernfalls handelt es sich um eine starre Normalkostenrechnung, die in ihren Ergebnissen der Istkostenrechnung sehr ähnlich ist. Sie ist insgesamt aussagekräftiger als eine reine Istkostenrechnung, kann jedoch auch keine Auskünfte über zukünftige Entwicklungen geben.


Einen Bezug auf die Zukunft bringt die Plankostenrechnung, die wie ihr Name andeutet für die Planung und Kontrolle von Kosten und Leistungen angewendet wird. Hier wird mit Planmengen und Planpreisen gearbeitet. Es gibt sie wie die Normalkostenrechnung (die ja vergangenheitsbezogen ist) in zwei Ausprägungen: Die starre Plankostenrechnung, die nicht nach fixen und variablen Kosten trennt und für eine Kostenkontrolle kaum geeignet ist, und die flexible Plankostenrechnung, die den Beschäftigungsgrad einbezieht und die Kosten auch nach ihrer Verbrauchsabhängigkeit in fixe und variable Anteile aufteilt.

Schema der Vollkostenrechnung

Vorteile der Vollkostenrechnung

  • Einfach umsetzbar
  • Bildet die Basis für mittel- und langfristige Entscheidungen
  • Zur Ermittlung der Herstellkosten unverzichtbar

Nachteile der Vollkostenrechnung

  • Fixe Kosten werden proportionalisiert
  • Für kurzfristige Entscheidungen ungeeignet
  • Keine verursachungsgerechte Verrechnung der Gemeinkosten
Tipp: Du willst die Buchhaltung schneller lernen? Jetzt hier klicken!
Bitte bewerten:
2.4 / 5  (9 votes)
Der Artikel "Vollkostenrechnung" befindet sich in der Kategorie: Kostenträgerrechnung

Diese Artikel könnten dir auch weiterhelfen:


Kommentare? Frage? Hier ist der Platz dafür: