Bedürfnis, Bedarf und Nachfrage

In diesem Artikel werden die Zusammehänge zwischen Bedürfnisse, Bedarf und Nachfrage erklärt. Absolutes BWL-Basiswissen! Auf geht's...

1. Bedürfnisse


Bedürfnisse entstehen aus dem Gefühl eines Mangels und dem gleichzeitigen Wunsch, diesen zu beseitigen. Die Wünsche der Menschen nach Kleidung, Nahrung und Wohnung sind die Basis des wirtschaftlichen Handelns.

Essen, Trinken und Schlafen sind für den Menschen lebensnotwendige Bedürfnisse. Deshalb werden sie als Existenzbedürfnisse bezeichnet. Darüber hinaus gibt es weitere Wünsche wie Fernsehen, Kino- und Diskothekenbesuche oder Sport. Auch Telefone, Computer, Autos und Reisen werden als selbstverständlich angesehen. Sie gehören zur heutigen Kultur und werden dementsprechend als Kulturbedürfnisse bezeichnet. Zuletzt gibt es die sogenannten Luxusbedürfnisse. Dabei handelt es sich um „entbehrliche Annehmlichkeiten“ wie Schmuck, Sportwagen oder teure Getränke (Wein, Champagner).

Die genannten Bedürfnisse sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich und können daher nur individuell von einer Person befriedigt werden. Sie werden deshalb auch Individualbedürfnisse genannt. Dagegen werden die Kollektivbedürfnisse einer Gemeinschaft oder Gruppe zugeordnet. Es können zum Beispiel Bedürfnisse einer Gemeinde, Stadt oder Klasse sein. Sie befriedigen unter anderem die Bedürfnisse aus den Bereichen Gesundheit, Verkehr, Bildung und Sicherheit.

Naturgemäß hat jeder Mensch eine unendliche Anzahl an verschiedenen Bedürfnissen. Abhängig sind sie von der Lebenslage und weiteren Faktoren. Damit sind bestimmte Bedürfnisse für den einen mehr und für den anderen minder dringlich. Außerdem verändern sie sich im Laufe der Zeit. So können Luxusbedürfnisse später möglicherweise zu Kulturbedürfnissen werden. Für eine Privatperson ist ein Auto vermutlich ein Luxusgegenstand. Für einen Taxifahrer hingegen zählt es zum Existenzbedarf.

Einteilung nach der Dringlichkeit

  • Existenzbedürfnisse (lebensnotwendig, vorrangig)
  • Wahlbedürfnisse:
  • Kulturbedürfnisse (abhängig vom jeweiligen Kulturkreis)
  • Luxusbedürfnisse (entbehrliche Annehmlichkeiten)
  • Immaterielle Bedürfnisse (soziale Kontakte, Versicherungen und Altersvorsorge)


Einteilung nach der Bereitstellung

  • Individualbedürfnisse (Bedürfnisse einer einzelnen Person, Erfüllung durch eine Person)
  • Kollektivbedürfnisse (Wunschvorstellungen oder empfundene Notwendigkeit vieler
  • Menschen, Erfüllung nur durch eine Gruppe oder Gemeinschaft)


Einteilung nach der Konkretheit

  • Materielle Bedürfnisse (erfüllbar durch käufliche Dinge)
  • Immaterielle Bedürfnisse (nicht durch käufliche Dinge erfüllbar, zum Beispiel:Anerkennung, Gesundheit, Liebe)

In der Volkswirtschaft werden Bedürfnisse grafisch anhand der Maslowschen Pyramide dargestellt:

Beduerfnispyramide Maslowsche Pyramide


Merke: Ein Bedürfnis ist ein allgemeiner Wunsch, einen vorherrschenden Mangel zu beseitigen.

2. Bedarf


Der Bedarf ist für die Wirtschaft von sehr großem Interesse. Jeder Mensch hat eine bestimmte Anzahl verschiedener Bedürfnisse. Damit er diese befriedigen kann, muss er zunächst eine Reihenfolge festlegen. An erster Stelle sollten die Existenzbedürfnisse (Grundbedürfnisse) wie Nahrungsaufnahme, Trinken und Schlafen stehen. Folglich muss die Überlegung getroffen werden, mit welchem Gut das jeweilige Bedürfnis befriedigt werden soll. Hieraus entsteht ein Bedarf, zum Beispiel nach Pasta, Sekt oder einem Hotelzimmer. Die Voraussetzung ist, dass der Person eine ausreichende Menge Geld zur Verfügung steht.

Merke: Bedarf ist das konkrete, greifbare Verlangen nach bestimmten Gütern zur Befriedigung der eigenen Bedürfnisse. Es wird mit Kaufkraft (Geld) abgedeckt.



3. Nachfrage


Wenn der Bedarf zu dem Entschluss eines Kaufs führt, wird von Nachfrage gesprochen. Sie ergibt sich also aus den beiden Komponenten Bedürfnis und Nachfrage. Durch das Bedürfnis entsteht ein Mangelgefühl. Sind finanzielle Mittel für die Bedürfnisbefriedigung vorhanden, spricht man vom Bedarf. Der Bedarf wirkt sich durch den geäußerten Kaufwillen wiederum auf die Nachfrage aus. Genau betrachtet, ist die Nachfrage der Bedarf, der in Form von Kaufentscheidungen tatsächlich am Markt in Erscheinung tritt.

Merke: Die Nachfrage gilt als Teil des Bedarfs, der seine Wirksamkeit am Markt durch eine Kaufentscheidung erhält.


  • Bedürfnis + Kaufwille = Bedarf
  • Bedarf + Kaufkraft = Nachfrage


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Kategorie: BWL Grundlagen

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