Kaufkraftparität

Die Kaufkraftparität ist in der Volkswirtschaft ein wichtiger Begriff. Grundsätzlich besagt diese Kaufkraftparität dabei, wie hoch die Unterschiede bei den Lebenshaltungskosten in zwei Ländern sind.

Das geschieht, indem man die Kaufkraft der unterschiedlichen Währungen mittels eines repräsentativen Warenkorbs bestimmt.

Es findet also nicht nur eine bloße Umrechnung der Wechselkurse statt. Damit ist die Kaufkraftparität als Vergleichswert deutlich aussagekräftiger.

Theorie der Kaufkraftparitäten

Schon im Jahr 1920 entwickelte Gustav Kessel die Theorie der Kaufkraftparität. Abgekürzt wird der Begriff oft auch mit „PPP“, was auf die englische Übersetzung „purchasing power parity“ zurückzuführen ist. Besondere Bedeutung kommt der Kaufkraftparität dabei auf dem Devisenmarkt (= Währungsmarkt) zu.

Grundsätzlich sagt die Kaufkraftparitätentheorie dabei aus, dass die Wechselkurse bei den Währungen in erster Linie deshalb schwanken, weil Unterschiede im Preisniveau ausgeglichen werden müssen. Herrscht diese Kaufkraftparität zwischen zwei Ländern vor, so entspricht der nominale dem realen Wechselkurs. Das primäre Ziel der Berechnung der Kaufkraftparität besteht dabei darin herauszufinden, wie viele Währungseinheiten gebraucht werden, um einen vergleichbaren und repräsentativen Warenkorb in einem anderen Land mit einer anderen Währung zu kaufen.

Praxisbeispiel

Angenommen ein Arbeitnehmer in den USA verdient pro Monat einen Betrag von 5.000 $. Wenn eine Packung Milch 1 $ kostet, kann er sich theoretisch 5.000 Packungen Milch im Monat leisten. Ein anderer Arbeitnehmer in der Schweiz verdient beispielsweise 8.000 SFr. Hier kostet eine Packung Milch allerdings 2 SFr, sodass sich der Arbeitnehmer hier nur 4.000 Packungen Milch leisten kann. Rechnet man diesen Wert auf Grundlage eines Umrechnungskurses von 1,2 $/SFr um, so verdient der Schweizer umgerechnet 9.600 $. Auf dem ersten Blick ist der Schweizer also mit seinem höheren Einkommen finanziell besser gestellt. Doch geht man davon aus, dass eine Packung Milch in der Schweiz entsprechend teuer ist, so kann sich der Schweizer letztendlich weniger Milch leisten.

Laut der Theorie der Kaufkraftparität würde es in diesem Fall Sinn machen, dass der Schweizer seine Milch in den USA bestellt, weil er sich hier mehr Milch leisten kann mit seinem Einkommen. Die Realität sieht natürlich so aus, dass zum reinen Produktpreis noch Transportkosten und ggfs. Zölle addiert werden müssten, sodass es sich letztendlich nicht lohnen würde für den Schweizer, seine Milch in den USA zu bestellen.

Kaufkraftparität -  kurz zusammengefasst:

  • Kaufkraftparität (engl. „purchasing power parity“ = PPP) beschreibt den Zusammenhang zwischen Wechselkurs und dem Preis für Waren bzw. Dienstleistungen in zwei Ländern
  • Theorie der Kaufkraftparität wurde 1920 von Gustav Kessel aufgestellt
  • Kaufkraftparitätentheorie sagt aus, dass Währungsschwankungen stattfinden, weil Preisniveauunterschiede ausgeglichen werden müssen
  • Unterschiede bei den Lebenshaltungskosten zwischen zwei Ländern sollen berechnet werden
  • Kaufkraftparität ist besonders auf dem Devisenmarkt wichtig

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