Lohnquote

Die Lohnquote ist in der Volkswirtschaft eine bedeutsame Messgröße für die funktionelle Einkommensverteilung.

Grundsätzlich bezeichnet die Lohnquote dabei den Anteil der Einkommen aus unselbstständiger Arbeit gemessen am gesamten Volkseinkommen.

Das bedeutet im Umkehrschluss: Das Einkommen aus selbstständigen Tätigkeiten wird hierbei ungeachtet gelassen. Aber wie berechnet man diese Lohnquote, welche Aussagekraft hat sie und wie hat sie sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt?

Gesamtwirtschaftliche Lohnquote

Die verständlichste und unkomplizierteste Lohnquote ist die sogenannte gesamtwirtschaftliche oder auch unbereinigte Lohnquote. Hierbei teilt man das Arbeitnehmerendgeld, also das Lohneinkommen, durch das Volkseinkommen. Der Nachteil dieser einfachen Berechnungsweise liegt allerdings in der geringen Aussagekraft der gesamtwirtschaftlichen Lohnquote. Warum? Ganz einfach: Macht sich zum Beispiel ein ehemaliger Arbeitnehmer selbstständig und gründet ein eigenes Unternehmen, wird er in der gesamtwirtschaftlichen Lohnquote nicht mehr mit aufgeführt.

Formel zur Berechnung:

Arbeitnehmerendgeld : Volkseinkommen = gesamtwirtschaftliche Lohnquote

Bereinigte Lohnquote

Eine andere Art der Lohnquote ist die sogenannte bereinigte Lohnquote. Diese wurde in erster Linie eingeführt, um den Einfluss der möglichen Einkommensänderungen abzugrenzen bzw. zu isolieren. Bei der Berechnung der bereinigten Lohnquote nimmt man an, dass die Empfängerzahl der unterschiedlichen Einkommenskategorien gleich bleiben würde. Anders gesagt: Sie wird um die Veränderungen der Erwerbstätigenstruktur bereinigt.

Aussagekraft der Lohnquote

Schon die eben genannte Tatsache, dass die Lohnquote ein wichtiger Indikator für die funktionelle Einkommensverteilung ist, lässt vermuten, wie die Aussagekraft dieser Messgröße ist. Die Lohnquote spielt damit einerseits bei der Beurteilung der Einkommensverteilung und andererseits bei der staatlichen Verteilungspolitik eine wichtige Rolle. Die gesamtwirtschaftliche Lohnquote besitzt dabei eine wesentlich geringere Aussagekraft, als die bereinigte Lohnquote.

Entwicklung der Lohnquote

Zunächst hat die Lohnquote seit den 1950er Jahren zumindest in Westdeutschland stetig einen Anstieg erlebt. In den 1980er Jahren schwächelte die Lohnquote dann erstmals vor allem wegen der Arbeitszeitverkürzung und der hohen Arbeitslosigkeit. Aber auch zwischen 1993 und 1998 ist eine stetige Abnahme der Lohnquote zu beobachten gewesen. Während sie im Jahr 1993 beispielsweise noch 74,4 Prozent des Volkseinkommens betrug, waren es 1998 schon nur noch 71,5 Prozent. Nach einigen kleinen Höhen und Tiefen lag der Wert im Jahr 2007 dann bei noch 64,7 Prozent. Grund dafür ist in erster Linie die Tatsache, dass das Einkommen aus Vermögen seit einigen Jahren immer weiterzunimmt Ein geringerer Wert muss deshalb nicht zwangsweise eine schlechtere Situation in der Volkswirtschaft zur Folge haben. Schließlich zeigt die Lohnquote ausschließlich den Anteil aus unselbstständiger Arbeit am Volkseinkommen. Der übrige Rest wird entsprechend durch die Selbstständigen erwirtschaftet.

Noch einmal kurz zusammengefasst:

  • Lohnquote ist der Anteil der Einkommen aus unselbstständiger Arbeit am Volkseinkommen
  • Man unterscheidet die gesamtwirtschaftliche (wenig aussagekräftig) und die bereinigte Lohnquote (aussagekräftiger)
  • Lohnquote schwankt in Deutschland, ist derzeit wegen der Erhöhung der Einkommen aus Vermögen auf einem recht niedrigen Niveau
  • Gegenstück der Lohnquote ist die Gewinnquote
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