Externe Effekte

Wenn man in der Volkswirtschaft von sogenannten externen Effekten spricht, meint man damit grundsätzlich ökonomisch orientierte Entscheidungen von Unternehmen, die unbeteiligte Marktteilnehmer ungewollt treffen.

Der Schadenverursacher, also hier das Unternehmen, nimmt hierbei keinen Ausgleich vor. Die geschädigten und unbeteiligten Marktteilnehmer bekommen für die entstandenen Unannehmlichkeiten also keinerlei Entschädigung zugesprochen.

Demzufolge ist die Einstellung der Unternehmen, die derartige externe Effekte in Kauf nehmen, recht egoistisch und nur auf einen möglichst hohen Gewinn ausgerichtet. Soziale und ökologische Ziele bleiben hierbei völlig ungeachtet. Doch welche verschiedenen Arten von externen Effekten gibt es in der Volkswirtschaft und was könnten Beispiele aus der Praxis sein?

Arten und Beispiele für externe Effekte

Grundsätzlich kann ein externer Effekt positiv oder negativ sein. Nicht jeder externe Effekt muss also gleichzeitig schlecht sein. Spricht man von negativen externen Effekten handelt es sich um die sogenannten externen Kosten. In seltenen Fällen können externe Effekte allerdings auch positiv sein. Dann spricht man von einem externen Nutzen.

Für externe Effekte gibt es unzählige Beispiele, die oftmals in Verbindung mit der Umwelt und mit der Gesundheit stehen.

Beispiel 1

Ein Kohlekraftwerk produziert Energie und als Abfallprodukt entstehen bei der Produktion Schadstoffe, die einfach in die Umwelt abgegeben werden. Die Anwohner des Kohlekraftwerks könnten gesundheitlich geschädigt werden und eine Behandlung benötigen. Die Kosten, die für die gesundheitliche Genesung der Anwohner ausgegeben werden müssen, sind die externen Kosten. Das Kohlekraftwerk bezahlt unter normalen Umständen diese Kosten nicht, weshalb es sich um einen externen Effekt, genauer gesagt um externe Kosten handelt.

Beispiel 2

Eine Autobahn wird um zwei zusätzliche Fahrsteifen ausgebaut und Anwohner werden mit zusätzlichem Lärm durch vorbeifahrende Autos belästigt. Wird eine entsprechende Lärmschutzwand gebaut, handelt es sich um einen externen Effekt. Genutzt wird die Autobahn von unzähligen Auto- und LKW-Fahrern. Keiner von denen bezahlt allerdings für die Lärmschutzfand.

Entstehung von externen Effekten

Hat ein Unternehmen bei seiner Produktion ausschließlich betriebswirtschaftliche Kosten im Blick, werden ökologische und soziale Zielsetzungen völlig außer Acht gelassen. Durch das egoistische Vorgehen der Schadensverursacher werden die sozialen Kosten zum Beispiel auf die Gesellschaft abgewälzt. Ein (finanzieller) Ausgleich findet nicht statt. Da ein Großteil der Unternehmen fast ausschließlich einen möglichst hohen Gewinn im Auge hat, passiert es leider sehr oft, dass externe Effekte die Gesellschaft treffen und dadurch ein Schaden entsteht.

Höhe der externen Kosten

Die eigentliche Schwierigkeit besteht darin, die exakte Höhe der externen Kosten festzulegen. Grundsätzlich ist es sehr schwierig, die Höhe der externen Kosten zu definieren. Zunächst einmal ist es äußerst schwierig herauszufinden bei welchen Kosten es sich um einen externen Effekt handelt und welche Kosten unabhängig davon ohnehin entstehen würden. Demzufolge ist es dem Staat in der Regel auch nur sehr schwer möglich, den Verursacher für die externen Effekte zu ermitteln.

Externe Effekte bedeuten Marktversagen

Wenn es in einer Volkswirtschaft zu externen Effekten kommt, kann man grundsätzlich sagen, dass der Preismechanismus versagt hat. Demzufolge tritt ein Marktversagen ein und der Staat ist mehr oder weniger gezwungen, in das Geschehen einzugreifen. Gerade in einer sozialen Marktwirtschaft kann es schließlich nicht gewollt sein, dass ein Unternehmen einfach andere Marktteilnehmer wie die Gesellschaft oder auch andere Unternehmen schaden darf, ohne dass dafür ein entsprechender Ausgleich vorgenommen wurde. Grundsätzlich gilt auch hier natürlich das Verursacherprinzip: Derjenige, der für die externen Effekte verantwortlich ist, muss zur Rechenschaft gezogen werden und für sein Handeln geradestehen.

Und noch einmal kurz zusammengefasst:

  • Externe Effekte treffen unbeteiligte Marktteilnehmer
  • Externe Effekte sind grundsätzlich eine Form von Marktversagen, da der Preismechanismus versagt hat
  • Externe Effekte können nur sehr schwer dem Verursacher zugeordnet werden
  • Höhe der externen Effekte kann meist nur geschätzt werden
  • Es gibt positive und negative externe Effekte
  • Verursacher von externen Effekten sind meist Unternehmen mit besonders ausgeprägter Gewinnausrichtung
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