Was ist ein Bachelor? Verständlich erklärt

Im Zuge des Bologna-Prozesses werden die alten Studiengänge mit Abschluss Diplom und Magister abgeschafft und durch Bachelor- und Masterstudiengänge ersetzt.

Diese Entscheidung zielt auf eine Vereinheitlichung der Hochschullandschaft innerhalb Europas ab. Die Studienabschlüsse sind damit in zahlreichen unterschiedlichen Nationen direkt vergleichbar, die Abschlüsse entsprechend international anerkannt.

Die Vorteile eines Bachelor-Studiums gegenüber dem Diplomstudium:

  • Die Studienzeiten sind signifikant kürzer.
  • Damit wird die berufliche Qualifikation deutlich früher erlangt.
  • Innerhalb der EU wird der Bachelor-Titel und die damit verbundene Studienleistung anerkannt.
  • Praxisnahe Ausbildung.
  • Deutliche Ausweitung des potenziellen Arbeitsmarktes.

Die Struktur eines Bachelor-Studiums

Die Regelstudienzeit beläuft sich in den meisten Studiengängen auf sechs bis sieben Semester. Neu ist der modulare Aufbau: Es werden keine Kurse mehr belegt, sondern Module ausgewählt und einzeln per Prüfung (Klausur, Hausarbeit, mündliche Prüfung, Seminar) abgeschlossen. Die Module gliedern das Studium in überschaubare Segmente.

Neben den obligatorischen Fachkenntnissen auf akademischem Niveau werden im Bachelor-Studiengang weitere Kompetenzen vermittelt. Dazu gehören Sprachkenntnisse, wissenschaftliches Arbeiten, soziale Kompetenzen, Rhetorik usw. Häufig wird auch ein Praktikum verpflichtend eingebunden.

Mit dem Bachelorstudium wurde auch eine aktuelle Leistungsbewertung eingeführt: Das ECTS, European Credit Transfer System. Pro Semester wird eine bestimmte Anzahl an Leistungspunkten gesammelt, wobei ein Punkt für ca. 30 Stunden Arbeit bewilligt wird. Je höher der Einsatz pro Semester, desto mehr Punkte erhält der Studierende. Diese Punkte sind dazu gedacht, einen Hochschulwechsel auch innerhalb der EU zu erleichtern und bereits erbrachte Leistungen unverändert anzurechnen.

Die Abschlussarbeit

Um den Bachelor-Grad zu erhalten, wird vom Studierenden im letzten Studiensemester die Bachelor-Arbeit angefertigt. Dazu muss ein bestimmtes Thema selbstständig erarbeitet und wissenschaftlich dargestellt werden. Die schriftliche Arbeit (auch Thesis genannt) hat einen Umfang von ca. 40 Seiten. Auch für diese Leistung erhält der Absolvent eine bestimmte Anzahl an ECTS-Punkten, die entsprechend angerechnet werden können.

Die unterschiedlichen Bachelor-Abschlüsse

Insgesamt gibt es acht unterschiedliche Bachelor-Abschlüsse, deren Zuordnung zu den Studiengängen im Folgenden aufgeschlüsselt werden:

Bachelor of Science

  • Wirtschaftswissenschaften
  • Naturwissenschaften
  • Medizin
  • Wissenschaft in den Fachbereichen Ernährung, Agrar, Forst
  • Mathematik
  • Ingenieurwissenschaften


Bachelor of Arts

  • Sprach- und Kulturwissenschaften
  • Kunstwissenschaften, darstellende Kunst, künstlerisch angewandte Studiengänge
  • Sportwissenschaften
  • Wirtschaftswissenschaften
  • Sozialwissenschaften


Bachelor of Business Administration

  • Wirtschaftswissenschaften


Bachelor of Engineering

  • Ingenieurwissenschaften


Bachelor of Laws

  • Rechtswissenschaften


Bachelor of Fine Arts

  • Freie Kunst


Bachelor of Music

  • Musik


Bachelor of Education

  • Vorbereitung aufs Lehramtsstudium


  • Dieser Abschluss berechtigt noch nicht zur Ausübung des Lehrerberufes, sondern stellt die Zulassung für den konsekutiven Masterstudiengang dar.

Jeder der genannten Studiengänge kann durch einen Masterstudiengang ergänzt werden. Für manche Berufe ist der Mastertitel zwingend notwendig.

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