Zahlungsfähigkeit


Kurz & einfach erklärt:

Zahlungsfähigkeit verständlich & knapp definiert

Von Zahlungsfähigkeit ist zu sprechen, wenn Unternehmen oder Privatpersonen all ihren Zahlungsverpflichtungen termingerecht nachkommen zu können. Es ist die Aufgabe der Liquiditätsplanung, genau dies sicherzustellen.
notes Inhalte

Die Zahlungsfähigkeit stellt den Gegensatz der Zahlungsunfähigkeit dar. Wer als zahlungsfähig eingestuft ist, der gilt als solvent. Entsprechend beschreibt die Zahlungsfähigkeit die Fähigkeit fällige Verbindlichkeiten innerhalb eines festgelegten Zeitraums ordnungsgemäß zurückführen zu können.

Zahlungsfähigkeit prüfen

Für Unternehmen hat die Zahlungsfähigkeit gleich aus zwei Perspektiven einen hohen Stellenwert. Zum einen muss sichergestellt werden, dass Forderungen von Lieferanten an das eigene Unternehmen immer termingerecht beglichen werden können. Zum anderen ist es aber ebenso wichtig, eigene Forderungen eintreiben zu können und somit die Zahlungsfähigkeit von Kunden bzw. Geschäftspartnern zu kennen.

Aus diesem Grund prüfen Unternehmen sowohl im Privatkundengeschäft (B2C) als auch im Firmenkundenbereich (B2B) die Zahlungsfähigkeit von Geschäftspartnern. Möglich ist dies unter anderem dadurch, dass kreditrelevante Informationen in einer Wirtschaftsauskunftei wie der Schufa abgefragt werden. Hat der Kunde beispielsweise in der Vergangenheit einige Rechnungen bei anderen Geschäften nicht bezahlt, so schließt das nicht gerade auf eine hohe Zahlungsmoral. Ein Ausfall der Zahlungsfähigkeit ist entsprechend wahrscheinlich, weshalb das Geschäft nicht zustande kommt.

Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit durch Liquiditätsplanung

Darüber hinaus ist es für Unternehmen von essenzieller Bedeutung, allen Forderungen termingerecht nachkommen zu können. Ansonsten ergeben sich negative Effekte:

  • Verzugszinsen: Kommen Unternehmen ihren Zahlungsaufforderungen nicht binnen des festgelegten Zahlungsziels nach, kann der Gläubiger Verzugszinsen erheben.
  • Vertragsstrafen: Über die Verzugszinsen hinaus können beide Vertragsparteien auch Vertragsstrafen vereinbaren, die meist eine viel größere, finanzielle Tragweite haben.
  • Vertrauen: Viel schwerwiegender ist in der Regel der Vertrauensverlust, der beim Lieferanten zwangsweise entsteht. Geschäftsbeziehungen werden gerade im B2B-Bereich schnell abgebrochen, wenn ein Kunde den Zahlungsverpflichtungen nicht termingerecht nachkommt.


Um die Zahlungsfähigkeit zu jeder Zeit zu gewährleisten, ist eine sorgfältige Planung der Liquidität notwendig. Vereinfacht gesprochen muss das Unternehmen immer so viele flüssige Mittel (Bargeld oder Sichteinlagen) bereithalten, dass alle offenen Forderungen hieraus befriedigt werden können. Aber: Das Halten von Sichteinlagen ist wenig rentabel und verhindert neue Investitionen.

Aus diesem Grund plant das Unternehmen auch den künftigen Verkauf von Gütern bzw. den Zahlungseingang bereits getätigter Verkäufe mit ein. Kennt das Unternehmen die Zahlungsfähigkeit seiner Kunden wiederum sehr genau, lässt sich präzise bestimmen, wann welches Geld eintreffen wird. Anschließend wird dieses Kapital dann wiederum verwendet, um die eigenen Lieferanten zu bezahlen. Damit es nicht zu Engpässen kommt, wird aber immer ein gewisses Maß an Liquidität gehalten.

Zahlungsfähigkeit – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Zahlungsfähigkeit meint, dass ein Wirtschaftssubjekt all seinen Zahlungsverpflichtungen termingerecht nachkommen kann
  • Unternehmen prüfen die Zahlungsfähigkeit neuer Kunden oft vor dem ersten Vertragsabschluss
  • Zur Gewährleistung der Zahlungsfähigkeit ist eine genaue Liquiditätsplanung durchzuführen


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