Sichteinlagen

Kurz & einfach erklärt:

Sichteinlagen verständlich & knapp definiert

Die Sichteinlagen sind das Bankguthaben, also die Einlagen über die man jederzeit verfügen kann, ohne es dem Kreditinstitut mitteilen zu müssen.

Als sogenannte Sichteinlage wird bei Banken angelegtes Kapital bezeichnet, das nur sehr kurzfristig dafür vorgesehen ist. 


Bezüglich dieser Gelder hat eine Bank die geringste Planungssicherheit, da der Anleger jederzeit über seine Anlage verfügen kann. Klassisches Beispiel dafür sich Anlagen auf Tagesgeldkonten. Aber auch Kapital, das zwischenzeitlich auf Girokonten liegt, bevor es vom Kontoinhaber wieder ausgegeben wird, gehört zu dieser Einlagengruppe. 

Auch Gelder, die auf die vergleichsweise neue Prepaid-Kreditkarte eingezahlt werden und somit als Zahlungsrahmen dienen, zählen zu den Sichteinlagen. Für die von ihnen verwalteten Sichteinlagen müssen Banken vergleichsweise hohe Rücklagen bei den Zentralbanken hinterlegen – im Gegensatz zu den Spareinlagen.

Rechtliche Regelungen zu Sichteinlagen

Als Sichteinlagen gelten aus rechtliche Sicht alle Guthaben, die innerhalb eines Tages verfügt werden können. Damit ist sowohl das Guthaben auf Girokonten als auch Einlagen auf Tagesgeldkonten gemeint. Laut dem Gesetzgeber ist es in Deutschland bzw. der EU nur Banken erlaubt, eben solche Sichteinlagen entgegenzunehmen. Dabei sind die Kreditinstitute zur direkten Herausgabe verpflichtet, sie können das Kapital an sich aber generell anderweitig verwenden.

Davon abzugrenzen sind Spareinlagen, auch wenn die Kündigungsfrist bei einem solchen Produkt unter einem Monat liegen kann. Noch bis vor einigen Jahren wurden auch solche Einlagen grundsätzlich zu den Sichteinlagen hinzugerechnet, diese Definition der Bundesbank wurde allerdings durch das gültige EU-Recht abgelöst.

Bedeutung der Sichteinlagen im Alltag

Neben Bargeld stellen Sichteinlagen die häufigste Form des Zahlungsmittels dar. In Deutschland werden schon rund die Hälfte aller privaten Einkäufe (Supermarkt, Café etc.) bargeldlos, das heißt mit Sichteinlagen bezahlt. In anderen europäischen Ländern sind die Quoten teilweise noch deutlich höher.

Deutlich weniger häufig werden die Sichteinlagen hingegen als Geldanlage genutzt, auch wenn dies beim Tagesgeld der Fall ist. Grundsätzlich kann es aber auch für Sichteinlagen Guthabenzinsen geben, was jedoch in aller Regel nur in Zeiten hoher Leitzinsen vorkommt.

Sichteinlagen und Giralgeldschöpfung

Einen nicht unerheblichen Einfluss haben die Sichteinlagen auf die Vergrößerung der Geldmenge durch die sogenannte Giralgeldschöpfung. Das Prinzip:

  • Der Bankkunde bringt 1.000 Euro in bar zu seiner Bank.
  • Die Bank vergibt mit den 1.000 Euro einen Kredit an einen Kreditnehmer.
  • Dieser verwendet das Kapital wiederum, um beispielsweise Kleidung zu kaufen.
  • Der Kleidungshändler bringt die 1.000 Euro wiederum zu seiner Bank, die das Geld wieder verleihen kann.


Schon an dieser Stelle sind aus einem Bargeldbestand von 1.000 Euro zwei Forderungen auf Sichteinlagen in Höhe von 1.000 Euro entstanden. Zwar halten Banken in der Regel einen Teil der Bargeldeinzahlungen immer als Reserve bereit, prinzipiell läuft der Prozess der Giralgeldschöpfung in der Praxis aber exakt so ab – nur deutlich langsamer als dargestellt.

Sichteinlagen – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Sichteinlagen sind täglich verfügbare Guthaben etwa auf Girokonten oder Tagesgeldkonten
  • Nur Banken dürfen Sichteinlagen entgegennehmen
  • Durch Sichteinlagen ist die Giralgeldschöpfung möglich

 

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Themen: Wirtschaft

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