Zahlungsunfähigkeit


Kurz & einfach erklärt:

Zahlungsunfähigkeit verständlich & knapp definiert

Die Zahlungsunfähigkeit tritt ein, wenn ein Unternehmen oder ein Verbraucher seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann.

Die Zahlungsunfähigkeit beschreibt die Unfähigkeit eines Schuldners, seinen aktuell fälligen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Handelt es sich beim Schuldner um eine juristische Person oder Gesellschaft ohne Rechtspersönlichkeit, muss direkt ein Insolvenzverfahren eingeleitet werden.

Wann tritt die Zahlungsunfähigkeit ein?

Unternehmen müssen laufend Forderungen von Lieferanten oder Dienstleistern wie Banken erfüllen. Finanziert werden diese Forderungen wiederum dadurch, das eigene Produkte und Dienstleistungen verkauft werden. Es kann allerdings vorkommen, dass der Absatz einbricht. Dadurch bedingt fehlen dem Unternehmen Zahlungseingänge, die wiederum zur Begleichung von Forderungen benötigt werden. Weil Lieferantenverträge und Bankkredite meist langfristig abgeschlossen werden, können die entsprechenden Zahlungen an die leistenden Unternehmen nicht mehr durchgeführt werden.

Sobald dies der Fall ist, ist sowohl aus rechtlicher als auch aus wirtschaftlicher Sicht von Zahlungsunfähigkeit zu sprechen. Wiederum klar abzugrenzen von der Zahlungsunfähigkeit sind temporäre Liquiditätsengpässe, die binnen 21 Tagen behoben werden können. Dies kann beispielsweise vorkommen, wenn ein Schuldner des Unternehmens seinen Forderungen verspätet nachkommt. Allerdings muss das Unternehmen diesen Engpass binnen der angesprochenen Frist lösen, sonst wird die Zahlungsstockung automatisch zur Zahlungsunfähigkeit.

Folgen der Zahlungsunfähigkeit

Aus rein wirtschaftlicher Sicht hat die Zahlungsunfähigkeit gravierende Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit des Unternehmens:

  • Zahlungsunfähige Unternehmen dürfen keine weiteren Leistungen beziehen, weil diese nicht mehr bezahlt werden können.
  • Bereits bestellte, aber noch nicht bezahlte Waren müssen – sofern möglich – wieder zurückgegeben werden.
  • Das Insolvenzverfahren wird eingeleitet.


Im Rahmen des Insolvenzverfahrens wird zunächst versucht, eine Lösung für die Zahlungsunfähigkeit zu finden. Bei größeren Konzernen werden beispielsweise einzelne Sparten verkauft, um die wirtschaftlich schwachen Bereiche abzustoßen. Auch eine Anpassung von Kreditraten oder eine Verlängerung der Laufzeit bestimmter Fristen ist möglich. Führt dies nicht zum Erfolg, muss das Unternehmen letztlich liquidiert werden.

Zahlungsunfähigkeit – Beispiel aus der Praxis

Ein Unternehmen verfügt über laufende Kredite, die monatlich mit einem Betrag von 100.000 Euro getilgt werden müssen. Hiervon wurden vormals Maschinen gekauft, mit denen jetzt Betten produziert werden. Allerdings verlief das Geschäft in den vergangenen Monaten alles andere als gut, so dass sich der Absatz halbiert hat.

Statt vormals 150.000 Euro an Gewinn erwirtschaftet das Unternehmen daher nur noch 75.000 Euro an Gewinn pro Monat. Auch alle Reserven sind aufgebraucht, so dass die Tilgungsrate für das Darlehen in Höhe von 100.000 Euro nicht mehr beglichen werden kann. Folglich ist das Unternehmen zahlungsunfähig und muss Insolvenz anmelden.

Zahlungsunfähigkeit – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Zahlungsunfähigkeit beschreibt den Zustand, indem ein Wirtschaftssubjekt seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann
  • Kapitalgesellschaften müssen dann umgehend Insolvenz anmelden
  • Im Rahmen des Insolvenzverfahrens wird versucht, das Unternehmen neu aufzustellen


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