Sale and Lease back

Das Verfahren Sale-and-Lease-Back, zu Deutsch auch Rückmietverkauf genannt, bezeichnet eine Sonderform des Leasings. Ein Unternehmen verkauft dabei Vermögenswerte des Anlagevermögens, wie Immobilien oder Maschinen, an einen Leasinggeber, um sie im Anschluss wieder zurück zu leasen. Hauptgrund für das Sale-and-Lease-Back ist die Möglichkeit, kurzfristig Liquidität durch den Verkaufserlös freizusetzen.

Ablauf des Sale-and-Lease-Back

Das Unternehmen als zukünftiger Leasing-Nehmer verkauft einen Vermögenswert aus seinem Anlagevermögen an einen Leasinggeber. Bei den Vermögensgegenständen kann es sich neben Immobilien oder Maschinen auch um immaterielle Güter wie Marken und Patente handeln. Nach dem Verkauf least das Unternehmen das Leasingobjekt.

Durch die Zahlung von Leasingraten wird das Leasingunternehmen für die Zurverfügungstellung des Leasingobjektes entlohnt. Nach der vertraglich vereinbarten Leasingdauer gibt es unterschiedliche Weisen, wie mit dem Leasingobjekt weiter verfahren wird.

Ein Praxisbeispiel:
Ein mittelständischer Metallbaubetrieb verkauft eine Fräsmaschine an ein Leasingunternehmen zu einem Preis von 100.000€. Bilanziell war die Maschine nur noch mit 80.000€ verbucht, weshalb ein Gewinn von 20.000€ erzielt wurde. Die Liquidität des Unternehmens erhöht sich durch den Verkauf um 100.000€ und das Anlagevermögen sinkt um 80.000€, ebenso wie die Bilanzsumme. Das freigesetzte Kapital kann nun auf unterschiedliche Arten verwendet werden, beispielsweise zur Anschaffung weiterer Anlagen oder zur Schuldentilgung. Nun wird die Fräsmaschine zu einer vertraglichen vereinbarten Leasingdauer und Leasingrate geleast, um sie weiterhin nutzen zu können.

Vorteile des Sale-and-Lease-Back

Durch den Verkauf des Leasingobjektes erhöht sich direkt die Liquidität des Unternehmens. Trotzdem kann der Leasinggegenstand weiterhin genutzt werden. Durch das zusätzliche Kapital wird die Bilanzsumme verringert, durch die erhöhte Eigenkapitalquote steigt die Kreditwürdigkeit und die Innenfinanzierung wird gestärkt. Die Unabhängigkeit von Kapitalgebern, wie beispielsweise der Hausbank, wird dadurch ebenfalls ausgebaut. Die Leasingraten sind gut planbare Aufwendungen und sie können steuerlich geltend gemacht werden.

Nachteile des Sale-and-Lease-Back

Der Leasing-Nehmer verpflichtet sich zu einer festgeschriebenen Laufzeit des Leasings. Dadurch ist in der Regel ein Ausstieg aus dem Leasingvertrag für das Unternehmen nicht möglich. Zudem ist das Leasing eine vergleichsweise teure Finanzierungsmöglichkeit und liegt, abhängig von den Rahmenbedingungen, oberhalb der Kosten eines Darlehens.

Sale-and-Lease-Back– Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Das Sale-and-Lease-Back Modell stellt eine Sonderform des Leasings dar
  • Vermögenswerte werden an einen Leasinggeber verkauft und anschließend zurück geleast
  • Größter Vorteil des Sale-and-Lease-Back ist die kurzfristige Freisetzung von Liquidität
  • Nachteil ist der hohe Preis für das Leasing und die feste Laufzeit.

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