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Der angemessene wissenschaftliche Sprachgebrauch

Eine wissenschaftliche Sprache zeichnet sich durch folgende Charakteristika aus.

  • Klarheit, Nüchternheit, Sachlichkeit, Präzision, Eindeutigkeit.
  • Die Sprache ist nur so gut, wie ihr Inhalt sachlich richtig ist.
  • Die Sprache dient dem Inhalt und dem Argument, nicht umgekehrt. (Sie schreiben kein lyrisches Sprachkunstwerk, sondern entwickeln und vermitteln Fakten und Zusammenhänge.)
  • Umgangssprache ist tabu.
  • Benutzen Sie ruhig manchmal bildhafte Sprache, das erleichtert das Lesen und Lernen. Stellen Sie einen passenden Vergleich an.
  • Benutzen Sie eine einfache Sprache mit möglichst unkomplizierten Begriffen.
  • Fremdwörter, die zur Alltagssprache gehören (Kontext, Telefon), sind selbstverständlich erlaubt. Sofern Fremdwörter nicht zur Alltagssprache gehören („transzendental“, „autopoietisch“), gehören sie nur in Ihre Abschlussarbeit, wenn sie zum Vokabular des Fachs gehören oder gezielt durch Sie etabliert werden sollen (sie benennen etwas). Bieten Sie ein Glossar an. Mit sinnentleerten Fremdwörtern, die vermeidbar wären, machen Sie keinen Eindruck! Es wird vielmehr unterstellt, dass Sie Ihren Text mangels inhaltlicher Qualität sprachlich aufblähen wollen.
  • Anglizismen nur dann, wenn sie im Fach etabliert sind oder selbstverständlich zur deutschen Sprache gehören („Computer“).
  • Bilden Sie keine langen Schachtelsätze. Kurze Sätze sind einprägsamer, verständlicher, überzeugender.
  • Vermeiden Sie zu lange Komposita: „Wissenschaftsfachdiskussion“. Schreiben Sie lieber: „Fachdiskussion der Wissenschaft.“
  • Beachten Sie, dass Ihre Wörter und Formulierungen genau das angeben, was sie bezeichnen! Schnell schleichen sich ein „System“, ein „Paradigma“, ein „Modell“, eine „Theorie“ ein. Fragen Sie sich stets, ob der Gebrauch solcher Wörter angemessen ist.
  • Abkürzungen, die nicht allgemein bekannt sind (also im Duden verzeichnet sind), müssen bei erstmaliger Erwähnung ausgeschrieben werden.
  • Vergleichende Untersuchung: Vergleichen Sie Thesen, die einander widersprechen, und lassen Sie schließlich eine These mit guten Argumenten ‚gewinnen‘. Dies fördert das Denken und das Verstehen.
  • Als Frage formulierte Überschriften können zum Denken und Weiterlesen anregen. Allerdings nicht zu oft – nicht im ganzen Inhaltsverzeichnis, sondern 1-2 Mal eingestreut.
  • Führen Sie für Thesen, Behauptungen und abstrakte Erkenntnisse möglichst konkrete, anschauliche und praktische Beispiele an.
Das Wichtigste auf einen Blick: 

Wissenschaftliche Sprache …

  • … ist keine Umgangssprache.
  • … ist sachlich, nüchtern und präzise.
  • … benutzt Fremdwörter nur, wenn es nötig und begründet ist (Fachwörter!).
  • … versucht, durch Verständlichkeit zu überzeugen.

 

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