Zinsfestschreibung

Kurz & einfach erklärt:

Zinsfestschreibung verständlich & knapp definiert

Die Zinsfestschreibung fixiert über eine bestimmte Zeitspanne den Darlehenszins. Diese können auch vor dem Ende der Darlehenszeitspanne auslaufen.

Wird für ein Darlehen eine Zinsfestschreibung vereinbart, so ist der Kreditzins für einen bestimmten Zeitraum oder über die komplette Laufzeit hinweg unveränderbar. Herkömmliche Kredite werden immer mit einer vollständigen Zinsfestschreibung abgeschlossen. Nur bei Immobilienkrediten sind in der Regel Abweichungen zwischen Zinsdauer und Kreditlaufzeit feststellbar.

Gründe für die Zinsfestschreibung

Für die Vergabe von Krediten verlangen Banken neben der Kredittilgung auch Zinszahlungen. Um Planungssicherheit für beide Seiten zu schaffen, wird eine Zinsfestschreibung vereinbart. Bei Darlehen mit kurzer oder mittlerer Laufzeit (bis fünf Jahre) dauert diese Zinsfestschreibung über den kompletten Rückzahlungszeitraum an. Die Bank kann so mit den Zinsgewinnen planen und der Kreditnehmer die Tilgungen einkalkulieren.

Zinsfestschreibungen bei Immobilienkrediten

Anders gestaltet sich die Situation bei Immobilienkrediten. Deren Laufzeit ist sowohl im unternehmerischen Umfeld als auch im privaten Bereich sehr langfristig ausgelegt und beträgt meist mehrere Jahrzehnte. Bank und Kreditnehmer vereinbaren daher, den Zinssatz nur über einen bestimmten Zeitraum hinweg festzuschreiben. Gängig sind Zinsfestschreibungen mit Laufzeiten zwischen 5 und maximal 20 Jahren.

Nach dem Ablauf der Zinsfestschreibung muss das Darlehen weiterhin getilgt werden. Banken machen Kreditnehmern hierzu ein neues Zinsangebot, das diese aber nicht annehmen müssen. Kreditnehmer können Alternativangebote von anderen Banken annehmen und das Darlehen umschulden. Bis die Umschuldung abgeschlossen ist, wird das Darlehen zum aktuellen Marktzins weiterverzinst.

Zinsfestschreibung – Beispiel aus der Praxis

Ein privater Verbraucher nimmt einen Immobilienkredit über 200.000 Euro auf. Diesen möchte er gerne in den nächsten 30 Jahren abbezahlen. Mit der Bank wird zunächst eine Zinsfestschreibung über zehn Jahre zu einem Effektivzins von 2,0 Prozent vereinbart. Nach zehn Jahren verbleiben noch rund 150.000 Euro Restschuld. Die allgemeinen Marktzinsen sind während dieses Zeitraums stark angestiegen, weshalb die Bank dem Verbraucher ein Angebot zu 5,0 Prozent effektivem Jahreszins macht.

Dieses Angebot möchte der Kreditnehmer nicht annehmen, weil das Darlehen bei der Konkurrenz bereits zu 4,0 Prozent effektivem Jahreszins weiter abbezahlt werden. Die neue Zinsfestschreibung zu diesem Satz wird auf 20 Jahre festgelegt, so dass die komplette Restschuld von 150.000 Euro bei der neuen Bank abbezahlt wird.

Zinsfestschreibung – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Im Rahmen der Zinsfestschreibung wird ein Darlehenszins für eine bestimmte Zeitspanne fixiert
  • Zinsfestschreibungen können vor dem Ende der Darlehenslaufzeit auslaufen
  • Anschlussfinanzierungen werden zu einem neuen Zinssatz oder sogar bei einer anderen Bank abgeschlossen

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