Zinseszins


Kurz & einfach erklärt:

Zinseszins verständlich & knapp definiert

Zinseszinsen werden im Spargeschäft vergeben. Dabei wird nicht nur der bei der Bank angelegte Betrag verzinst, sondern auch die in der Vergangenheit eingenommenen Zinsen miteinbezogen.
notes Inhalte

Bei einem Zinseszins erhalten Sparer nicht nur auf ihr Anfangskapital Zinsen, sondern auch auf die zwischenzeitlich gutgeschriebenen Zinsen. Dadurch entsteht der Zinseszinseffekt, welcher die Gesamtrendite einer Geldanlage erhöht. Grundsätzlich kann es diesen Effekt auch bei Kreditverträgen geben, doch der Gesetzgeber hat diese Möglichkeit weitgehend ausgeschlossen. In diesem Fall müssten Schuldner nicht nur auf die Restschuld Zinsen zahlen, sondern bei zu späten Zahlungen auch auf die Verzugszinsen.

Die Berechnung der Zinseszinsen

Wer den Zinseszinseffekt berechnen will, benötigt folgende Daten:

  • Sparsumme am Anfang
  • Zinssatz
  • Laufzeit der Geldanlage
  • Häufigkeit der Zinszahlung


An einem einfachen Beispiel lässt sich der grundlegende Mechanismus leicht nachvollziehen. Ein Sparer schließt ein Festgeldkonto über zwei Jahre ab, er investiert 1.000 Euro, der Zinssatz liegt bei 2 %. Die Gutschrift der Zinsen erfolgt jeweils nach einem Jahr. Nach dem ersten Jahr erhält er 20 Euro Zinsen, der Sparbetrag erhöht sich auf 1.020 Euro. Im zweiten Jahr verbucht er 20 Euro Zinsen für das Anfangskapital plus 40 Cent für die Zinsen des ersten Jahres, insgesamt also 20,40 Euro. Bei einem Festgeldkonto, bei dem die Bank die Zinsen dagegen jährlich auszahlt, verzeichnet er zwei Mal 20 Euro. Für komplexere Berechnungen empfiehlt sich folgende Formel:

Kn = K0 x (1 + p / 100)n

Mit dieser Formel lässt sich das Endkapital Kn errechnen, welches sich aus dem Anfangskapital K0 dank des Zinssatzes p in dem Zeitraum n ergibt.

Zinseszins bei festen Geldanlagen

Bei Geldanlagen mit einer bestimmten Laufzeit wählen Kunden zwischen Varianten mit jährlicher Zinsauszahlung und Angeboten, bei denen sie ihren Sparbetrag mit sämtlichen Zinsen inklusive der Zinseszinsen am Ende ausgezahlt bekommen. Im Bereich der Festgelder haben sich beide Modelle etabliert, bei langfristigen Anlageformen wie Sparplänen dominieren Anlagen mit Zinseszinseffekt. Stehen Sparer vor der Auswahl, sollten sie die Vor- und Nachteile abwägen. Das hängt von den individuellen Ansprüchen ab. Für die jährliche Auszahlung spricht, dass sie während der Laufzeit Zinszahlungen empfangen und darüber verfügen können. Bei der Alternative garantiert der Zinseszinseffekt einen höheren Gesamtertrag.

Der Zinseszinseffekt und flexible Geldanlagen

Flexible Anlageformen wie Tagesgeldkonten zeichnen sich dadurch aus, dass Sparer diese Entscheidungen jederzeit eigenständig treffen können. Eröffnet jemand ein Tagesgeldkonto und lässt den Anfangsbetrag unangetastet, führt er den Zinseszinseffekt herbei. Bei Tagesgeldkonten gibt es darüber hinaus eine Besonderheit. Einige Banken schreiben die Zinsen nicht jährlich gut, sondern viertel- oder halbjährlich. Durch diese unterjährige Frequenz profitieren die Sparer von Zinseszinsen, die tatsächliche Rendite übertrifft den von den Instituten angegebenen Jahreszins.

Zinseszins - Zusammenfassung:

  • Verzinsung von Zinsen
  • verbreitet bei Sparanlagen
  • dadurch erhöht sich die Rendite

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