Attentismus

Kurz & einfach erklärt:

Attentismus verständlich & knapp definiert

Attentismus beschreibt das Verhalten von Wirtschaftssubjekten, zu zögern und abzuwarten. Der Grund hierfür ist, dass in Zukunft wirtschafts- oder geldpolitische Maßnahmen durchgeführt werden, die sich auf die Handlungsentscheidung auswirken.

Unter Attentismus ist ein Verhalten zu verstehen, bei dem der Handelnde nicht agiert, sondern untätig ist und abwartet. Handlungsentscheidungen werden in der Hoffnung aufgeschoben, dass sich die Situation klärt.

Attentismus in der Wirtschaft

Ursprünglich stammt der Begriff des Attentismus aus der Politik, er hat jedoch auch in den Wirtschaftswissenschaften große Bedeutung erlangt. Ausgelöst wird das zögerliche, abwartende Verhalten hier durch unklare Rahmenbedingungen oder generelle Planungsunsicherheit.

  • Abwartendes oder verzögertes Handeln heißt in der Wirtschaftswissenschaft, dass vorgesehene Entscheidungen nicht wie geplant umgesetzt werden.
  • Zu beobachten ist dieses Phänomen vor allem, wenn in Zukunft für die Betroffenen vorteilhafte Regelungen eingeführt werden sollen.
  • Dabei kann es sich beispielsweise um neue Gesetze oder Maßnahmen der Zentralbank handeln.


Der „Handelnde“ bzw. vielmehr passiv agierende wartete darauf, dass die für ihn positive Regelung in Kraft tritt. Erst dann führt er seine geplante Aktion durch. Ein Beispiel: Der Staat möchte in Zukunft das energieeffizientes Bauen fördern. Eine neue Regelung ist aber erst für den 01. Januar des Folgejahres geplant. Entsprechend warten alle Bauherren, die eigentlich schon dieses Jahr energieeffizient Bauen wollten, noch einige Monate ab, um die Förderungen mitnehmen zu können.

Auswirkungen von Attentismus in der Praxis

In der Praxis ist Attentismus in einer Vielzahl von Wirtschaftsbereichen zu erkennen. So genügen schon simple Verlautbarungen staatlicher Organe über künftige, wirtschaftspolitische Maßnahmen, um bei den Marktteilnehmern eine Signalwirkung zu erzielen. Diese Reaktionen spiegeln sich wiederum in zwei verschiedenen Varianten wider:

  • Vorzieheffekt: Für die Zukunft geplante Maßnahmen werden bereits heute durchgeführt.
  • Attentismus: Geplante Entscheidungen werden hinausgezögert und später durchgeführt, als ursprünglich geplant.


Beispielsweise kann dieses zögernde Verhalten der Marktteilnehmer auf geldpolitische Maßnahmen der Zentralbank wirken und unerwünschte Zinseffekte mit sich bringen. Zudem entstehen ganz allgemein Ineffizienzen, insbesondere beim Politikeinsatz. So können Zentralbanken und Regierungen Krisen durch Wirkungsverzögerungen teilweise verschärfen, statt sie mit ihren Maßnahmen zu bekämpfen.

Attentismus – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Attentismus bezeichnet ein Verhalten, bei dem Wirtschaftssubjekte abwarten oder zögern
  • Schuld hieran sind oft Ankündigungen über geplante wirtschaftspolitische Maßnahmen
  • Um Vorteile aus diesen Gesetzen ziehen zu können, warten die Wirtschaftssubjekte mit eigenen Maßnahmen noch ab

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Themen: Wirtschaft

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