Sollzins

Kurz & einfach erklärt:

Sollzins verständlich & knapp definiert

Unter Sollzins, oder Aktivzins, ist der Zinssatz gemeint, mit dem eine Darlehenssumme verzinst wird, ohne dass die Darlehensnebenkosten berücksichtigt werden. Aussagekräftiger ist für Dalehensnehmer der Effektivzins.

Der Sollzins dient der Berechnung der Kreditzinsen, welche für eine genehmigte Überziehung des Girokontos anfallen. Der Zinssatz ist variabel und wird laufend dem Marktniveau angepasst. Er gilt für den Sollsaldo des laufenden Kontos.

Die Berechnung erfolgt ab dem ersten Tag der Überziehung und endet erst mit der vollständigen Saldorückführung. Der Sollzins wird dem Girokonto beim Rechnungsabschluss belastet und wird gesondert ausgewiesen.

Arten des Sollzinses

Sollzinsen auf einen Kontoauszug
Der Sollzins gibt die Kreditkosten für die reine Geldüberlassung an

Der Gesetzgeber sieht eine klare Definition des Sollzinses vor. Diesen muss ein Kreditnehmer an die Bank entrichten und erhält dafür für einen bestimmten Zeitraum Kapital zur Verfügung gestellt. Zu unterscheiden ist vor allem zwischen dem gebundenen Sollzins und dem variablen Sollzins. Ersterer stellt in Deutschland den Regelfall dar. Der gebundene Sollzins bleibt während der kompletten Rückzahlungsdauer gleich, unabhängig davon, ob sich beispielsweise die Marktzinsen ändern. Der variable Sollzins wird in bestimmten Abständen – meist drei Monaten – den allgemeinen Zinsenentwicklungen angepasst.

Der Begriff des Sollzinses wurde ursprünglich ausschließlich für solche Kreditzinsen verwendet, die für Sollsalden auf Girokonten zu entrichten waren. Davon hat sich sowohl der allgemeine als auch der fachsprachliche Gebrauch distanziert. Der Begriff wird als Synonym für alle Darlehenszinsen verwendet.

Unterschied Sollzins und Effektivzins

Von entscheidender Bedeutung ist die Abgrenzung zwischen Sollzins und Effektivzins. Der Effektivzins beschreibt alle Kosten, die der Kreditnehmer für die Kreditaufnahme tragen muss. Zusätzlich zum Sollzins beinhaltet der Effektivzins also auch Kosten wie Kontoführungsgebühren oder Bereitstellungszinsen. Insofern eignet sich der Effektivzins deutlich besser, um zwei Kreditangebote miteinander zu vergleichen.

In der Vergangenheit wurden auch die Bearbeitungsgebühren in den Effektivzins einbezogen. Diese Kosten sind aus Sicht des Bundesgerichtshofs aber unzulässig und von der Bank zu tragen. Somit werden diese Kosten derweil implizit in den Sollzinsen mit abgerechnet, ohne dass sie tatsächlich ausgewiesen werden müssen.

Sollzins – Beispiel

Ein Kreditnehmer benötigt 10.000 Euro für die Anschaffung eines Autos. Die Bank unterbreitet ihm ein Angebot, dass Sollzinsen von 5 Prozent pro Jahr vorsieht. Im ersten Jahr würden also – bei jährlicher Tilgung – 500 Euro an Zinsen anfallen. Zusätzlich muss jedoch ein Konto geführt werden, dass 100 Euro pro Jahr kostet. Die effektiven Kosten im ersten Jahr liegen also bei 600 Euro oder anders ausgedrückt bei 6 Prozent.

Sollzins – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Der Sollzins gibt die Kreditkosten für die reine Geldüberlassung an
  • Er kann entweder gebunden oder variabel sein
  • Die vollständigen Kreditkosten werden nicht aus dem Sollzins, sondern dem Effektivzins ersichtlich

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