Scoring

Kurz & einfach erklärt:

Scoring verständlich & knapp definiert

Der englische Begriff des Scoring beschreibt ein Verfahren, bei welchem die Bonität von Kreditnehmern bewertet wird. Die Bewertung erfolgt durch ein Punktesystem. Die Punkte werden unter anderem in Abhängigkeit von persönlichen und finanziellen Faktoren vergeben.

Scoring System geschrieben auf weissen Papier
Scoring: Bestandteil der modernen Kreditvergabe

Beim sogenannten Scoring handelt es sich um ein standardisiertes Verfahren, mithilfe dessen die Bonitätsstärke eines potenziellen oder existierenden Kreditnehmers eingeschätzt werden soll. Dabei werden bestimmte persönliche Daten mit Punktzahlen belegt (engl. „Score“ = „Punktzahl“). 

Je nach Situation der betreffenden Person ergibt dieses Verfahren eine Gesamtpunktzahl, aus der eine entsprechende Einschätzung abgeleitet werden kann. Der Vorteil des Scorings liegt in einer schnell zu erstellenden und vergleichsweise einfachen objektiven Einschätzung des Kreditnehmers bzw. Antragstellers. Andererseits berücksichtig das Scoring keine individuellen Personenmerkmale. 

Das Scoring-Verfahren wird von Banken, Sparkassen und auch der Schufa angewendet. Wird das Scoring im Rahmen eines Kreditantrages durchgeführt, bezeichnet man es als Antrags-Scoring. Besteht die Kreditverpflichtung bereits, wird vom sogenannten Verlaufs-Scoring gesprochen.

Scoring bei Kreditgeschäften

Bevor Banken einen Kredit an Kreditnehmer vergeben, führen sie in der Regel ein Rating der Bonität des Kunden durch. Das Endergebnis wird häufig in einem sogenannten Score festgehalten, um eine einheitliche Bewertungsskala für das Kreditgeschäft zu schaffen. In diesen Score fließen verschiedenste Faktoren mit ein:

  • Laufende Einnahmen des Kreditnehmers
  • Aktueller Schuldenstand
  • Zahlungsmoral in der Vergangenheit
  • Berufliche Situation
  • Mögliche Kreditsicherheiten


Wie die einzelnen Kriterien gewichtet werden und ob sie überhaupt in die Berechnung einfließen, kann jede Bank individuell für sich entscheiden. Zu beachten gilt es, dass keine manuelle Einschätzung der einzelnen Punkte vorgenommen wird. Vielmehr fließen die erhobenen Daten in ein statistisches Verfahren ein, das den Score anschließend auf Basis hunderttausender Referenzwerte ermittelt.

Scoring der Wirtschaftsauskunftei Schufa

Für viel Aufsehen sorgt das Scoring der Wirtschaftsauskunftei Schufa, das zuletzt im Jahr 2001 maßgeblich überarbeitet worden ist. Das Unternehmen sammelt kreditrelevante Daten privater Verbraucher, um auf dieser Basis den sogenannten Schufa-Score zu erstellen. Diesen nutzen dann wiederum Vertragspartner der Schufa – etwa Banken, Versandhändler oder Telekommunikationsdienstleister – um ihrerseits eine Entscheidung darüber zu treffen, ob mit dem jeweiligen Kunden ein Vertragsgeschäft eingegangen wird.

Obwohl das Unternehmen oftmals in der Kritik stand, entschied der Bundesgerichtshof im Jahr 2010, dass dieses Verfahren zulässig ist. Dies gilt jedoch nur, wenn die Schufa zur Ermittlung des Scores ein mathematisch-statistisches Verfahren anwendet, welches auf aktuellen Markstandards beruht. In die Berechnung der Kennzahlen fließen bei der Schufa unter anderem Einträge über offene Kredite und rechtsgültig gewordene Mahn- und Vollstreckungsbescheide ein. Es wird aber gleichzeitig auch ein statistisches Scoring genutzt, welches Kreditnehmer auf Basis allgemeiner Merkmale (Einkommen, Alter, Berufsstand o.ä.) in bestimmte Risikoklassen einordnet.

Scoring – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Beim Scoring wird die Bonität eines Kreditnehmers bewertet
  • Dieses Rating erfolgt auf Basis eines statistischen Verfahrens und bezieht eine Vielzahl von Daten ein
  • Am bekanntesten ist das sogenannte Schufa-Scoring

 

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Themen: Kredit

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