Kreditor


Kurz & einfach erklärt:

Kreditor verständlich & knapp definiert

Als Kreditoren werden vor allem Lieferanten bezeichnet, die Waren oder Dienstleistungen liefern und aufgrund einer späteren Zahlung im Moment der Abgabe der Ware zu Gläubigern werden. Das Unternehmen schuldet ihnen einen bestimmten Geldbetrag, womit der Lieferant sozusagen zum Kreditgeber wird.
notes Inhalte
Kreditor ist im Finanzwesen die Bezeichnung für einen Gläubiger. Der Begriff Kreditor ist das Gegenstück zum Begriff Debitor, was so viel wie Schuldner bedeutet. Das Wort Kreditor leitet sich vom lateinischen Wort credere für glauben oder anvertrauen ab. Der Kreditor erbringt dem Debitor gegenüber eine bestimmte Leistung im Voraus und vertraut darauf, dass seine Forderung beglichen wird. Daraufhin schuldet ihm der Debitor die Begleichung der Rechnung über die bereits getätigte Lieferung, Dienstleistung oder Geldleistung zu einem vorher vereinbarten Zeitpunkt.

Begriffsabgrenzung Kreditor


Während die Begriffe Gläubiger und Schuldner eher im Kreditwesen benutzt werden, wird das Begriffspaar Kreditor und Debitor häufiger im Bereich des Warenhandels und bei Dienstleistungen verwendet. In einer Marktwirtschaft finden ständig Transaktionen zwischen Kreditoren und Debitoren statt. Praktische jede natürliche oder juristische Person und jedes Unternehmen können ein Kreditor oder ein Debitor sein.

Mögliche Risiken eines Kreditors


Der Kreditor trägt ein gewisses Risiko, denn er leistet üblicherweise a priori. Er hat demnach eine Forderung an den Debitor, die dieser möglicherweise nicht erbringen kann. Falls der Debitor den Forderungen des Kreditors nur teilweise, verspätet oder gar nicht nachkommen kann, muss die Forderung als "zweifelhaft" oder sogar als "uneinbringlich" betrachtet werden und womöglich abgeschrieben werden, was einen Verlust für den Kreditor bedeutet.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten für einen Kreditor sich gegen derartige Schadensfälle abzusichern. Im Alltag hat es sich bei besonders riskanten Geschäften bewährt, nur gegen "Eigentumsvorbehalt" zu liefern. Das bedeutet, dass der Kreditor sich das Recht vorbehält, die gelieferten Waren zurückzuholen, wenn es z.B zu einem Zahlungsverzug kommen sollte. Auch der Debitor geht ein Risiko ein. So droht im bei Zahlungsausfall im schlimmsten Fall sogar die Insolvenz.

Das Kreditorenziel


In der Betriebswirtschaft wird das Zahlungsverhalten eines Unternehmens mittels der Kennzahl des sogenannten Kreditorenziels berechnet. Diese Zahl wird meist in Form von Tagen angegeben und misst, wie viele Tage ein Unternehmen im Schnitt benötigt, um einer Zahlungsforderung nachzukommen. Der Kreditor kann sich an dieser Angabe orientieren, um die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls zu bewerten und sich gegebenenfalls davor zu schützen. Liquide Unternehmen weisen in der Regel kurze Kreditorenziele auf. Lange Kreditorenziele sind problematisch, können aber vereinzelt auch auf eine starke Verhandlungsposition eines soliden Debitors hinweisen.

Zusammenfassung Kreditor

 

  • Im wirtschaftlichen Austausch gibt es immer einen Kreditor (Gläubiger) und einen Debitor (Schuldner). 
  • Der Kreditor liefert, woraufhin der Debitor, wie vereinbart, zahlt. 
  • Kreditoren gehen das Risiko ein, dass ihre Lieferung oder Leistung nicht oder nur unzureichend bezahlt wird. 
  • Ein Kreditor kann gegen Eigentumsvorbehalt liefern, um sich vor einem Zahlungsverzug oder der Nichtzahlung zu schützen.
  • Die Kennzahl des Kreditorenziels spiegelt gewissermaßen die Vertrauenswürdigkeit eines Debitors wieder.

 


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