Reichensteuer

Kurz & einfach erklärt:

Reichensteuer verständlich & knapp definiert

Die Reichensteuer ist der höchste Steuersatz bei der Besteuerung des Einkommens. Entgegen dem Begriff handelt es sich nicht um eine eigene Steuerart. Die Reichensteuer wird umgangssprachlich als "Millionärssteuer" bezeichnet.

Die Einführung der Reichensteuer

Alles rund um die Reichensteuer in diesem Lexikon-Artikel
Zu Beginn der Legislaturperiode im Jahr 2005 vereinbarten die Spitzen von CDU/CSU und SPD eine Erhöhung der Einkommenssteuer für Einkommen ab einer bestimmten Höhe. Die Einführung dieses Steuersatzes wurde als Reichensteuer bezeichnet. Im Laufe der Legislaturperiode verabschiedete der deutsche Bundestag das Steueränderungsgesetz 2007. Seit dem 01.01.2007 gilt das Gesetz und somit die Reichensteuer.

Die Ausgestaltung der deutschen Reichensteuer

Traditionell ist die Besteuerung des Einkommens in Deutschland gestaffelt. Zunächst ermittelt sich die Einkommenssteuer am zu versteuernden Einkommen der deutschen Bevölkerung. Die Staffelung der Steuersätze ist geprägt vom Gedanken "desto höher das Einkommen, desto höher die Abgaben". Vor Einführung der Reichensteuer war der Spitzensteuersatz der höchste Steuersatz bei der Einkommensbesteuerung. Dieser beträgt 42%. Mittlerweile handelt es sich bei der Reichensteuer um den höchsten Steuersatz, der seit 2007 45% beträgt. Wenn das Einkommen eines Steuerpflichtigen sich über einer gewissen Grenze befindet, wird das Einkommen mit der Reichensteuer in Höhe von 45% besteuert. Im Jahr 2017 betrug die Grenze 256.304 Euro. Die darüber liegenden Beträge werden mit 45% versteuert - die unter dieser Grenze liegenden Beträge mit 42%. Es findet eine Verrechnung von Spitzensteuersatz mit Reichensteuer statt. Nur der über der Bemessungsgrenze liegende Betrag muss mit der Reichensteuer besteuert werden. Durch eine Reduzierung des zu versteuernden Einkommens durch Freibeträge oder Investitionen kann die Erhebung einer Reichensteuer vermieden werden.

Die Reichensteuer - politisch umstritten

Von Beginn an war die Reichensteuer eine politisch umstrittene Entscheidung. Die Befürworter dieses Steuersatzes konstatieren, dass die Reichensteuer durch eine höhere Besteuerung von Gutverdienern zu einer gerechteren Gesellschaft führt. Die Kritiker führen dagegen an, dass vor allem Familien und diejenigen, dessen Einkommen nur knapp über der Grenze liegt, unverhältnismäßig hart belastet werden. Auch das Risiko einer Steuerflucht der Reichen wird als Gegenargument genannt.

Deutschland im europäischen Vergleich

Auch in den meisten anderen europäischen Staaten gibt es einen Spitzensteuersatz. Dieser unterscheidet sich jedoch oftmals von der deutschen Reichensteuer. In einem großen Teil der Länder ist der höchste Steuersatz höher als in Deutschland. So ist der höchste Steuersatz in Österreich, Belgien oder den skandinavischen Staaten deutlich höher. Allerdings liegt auch die Bemessungsgrenze für den Spitzensteuersatz oftmals erst bei einem höheren Einkommen.

Zusammenfassung

  • Ab einer gewissen Schwelle beträgt der höchste Steuersatz 45%.
  • Entgegen ihres Namens ist die Reichensteuer keine eigene Steuer.
  • CDU/CSU und SPD sorgten für die Einführung dieses Steuersatzes.
  • Bis heute ist die Reichensteuer eine politisch umstrittene Konstruktion.
  • Auch in anderen europäischen Ländern gibt es eine Reichensteuer.

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Themen: Steuern

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