Vorsteuerüberhang

Kurz & einfach erklärt:

Vorsteuerüberhang verständlich & knapp definiert

Von einem Vorsteuerüberhang ist dann zu sprechen, wenn die in einer Periode gezahlte Umsatzsteuer höher ist als die eingenommene Umsatzsteuer. Das Finanzamt erstattet dann den Überschuss.

Also Vorsteuerüberhang bezeichnet man die Differenz aus geleisteten Vorsteuerbeträgen und tatsächlich vereinnahmten Umsatzsteuerbeträgen. 


Ist der Vorsteuerbetrag größer als der Umsatzsteuerbetrag, so ergibt sich ein Vorsteuerüberhang der von Finanzamt erstattet wird.

Gründe für den Vorsteuerüberhang

Jedes umsatzsteuerpflichtige Unternehmen gibt entweder monatlich, quartalsweise oder einmal pro Jahr eine Umsatzsteuererklärung ab. Gerade im Falle der monatlichen und quartalsweisen Erhebung der Umsatzsteuer kann es vorkommen, dass es ein sogenannter Vorsteuerüberhang entsteht. Denn im Rahmen der Erklärung geben Unternehmen nicht nur an, wie viele umsatzsteuerpflichtige Umsätze sie erzielt haben, sondern auch immer den Betrag der selbst gezahlt Umsatzsteuer (Vorsteuer).

Ein Beispiel:

Im März verkauft ein Uhrengeschäft 10 Uhren im Wert von (netto) 10.000 Euro. Dafür erhält das Unternehmen von seinen Kunden zunächst Umsatzsteuerzahlungen in Höhe von 1.900 Euro. Allerdings kauft der Fachhändler traditionell im März einen Großteil seiner Uhren ein, weil hier eine große Messe in der Schweiz stattfindet. Angenommen, es werden insgesamt 100 Uhren mit einem Wert von 80.000 Euro bei deutschen Uhrenproduzenten erworben. Dann ist zunächst eine Umsatzsteuer von 15.200 Euro zu entrichten.

Am 10. April gibt der Uhrenhändler seine Umsatzsteuervoranmeldung ab. Bezahlt hat er 15.200 Euro an Umsatzsteuer, von Kunden erhalten lediglich 1.900 Euro. Folglich entsteht ein Saldo von 14.300 Euro an zu viel bezahlte Steuer. Dieser Vorsteuerüberhang wird vom Finanzamt anschließend erstattet oder auf künftige Steuerzahlungen angerechnet.

Zusammenfassend: Ein Vorsteuerüberhang entsteht immer dann, wenn ein Unternehmen während einer Periode weniger umsatzsteuerpflichte Nettoumsatzerlöse erzielt als umsatzsteuerpflichte Nettoaufwenden entstehen.

Vorsteuerüberhang und Zahllast

Das oben aufgeführte Beispiel ist bei den meisten Unternehmen die Ausnahme. Zwar wird der Uhrenhändler im Laufe des Jahres vermutlich alle Uhren verkaufen, für den Nettoeinkaufspreis muss er aber über ein hohes Maß an Liquidität verfügen. Insofern sind fast alle Konzerne daran interessiert, Investitionen und Einkäufe über längere Zeiträume zu verteilen.

Deutlich häufiger ist daher der Fall, dass eine sogenannte Zahllast entsteht. Hiervon ist zu sprechen, wenn der Betrag der zu zahlenden Umsatzsteuer in einer Periode höher ist als die bezahlte Vorsteuer. Im Falle des Uhrenhändlers wäre dies der Fall, wenn er in der betrachteten Periode weniger als 10.000 Euro (netto) an vorsteuerabzugsberechtigten Aufwendungen verbucht hätte.

Vorsteuerüberhang – Definition & Erklärung

  • Ein Vorsteuerüberhang entsteht, wenn Unternehmen mehr Umsatzsteuer bezahlen als sie einnehmen
  • Dieser Überhang wird vom Finanzamt erstattet oder gutgeschrieben
  • Vorsteuerüberhänge entstehen vor allem in solchen Perioden, in denen größere Investitionen oder Einkäufe getätigt werden

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Themen: Steuern

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