Kannkaufmann

Kurz & einfach erklärt:

Kannkaufmann verständlich & knapp definiert

Ein Kannkaufmann ist ein Kaufmann eines Kleingewerbes, der nicht im Handelsgesetzbuch eingetragen und somit nicht auf rechtlicher Grundlage ein Kaufmann ist. Er wird zum Kaufmann im Sinne des HGB, sobald er im Handelsgesetzbuch eingetragen ist.

Unter einem Kannkaufmann versteht man jemanden, der durch eine Eintragung in das öffentliche Handelsregistererst seine Kaufmannseigenschaft erlangt und nicht schon kraft der Ausübung eines Gewerbebetriebs.

Hierzu gehören nach § 2 Handelsgesetzbuch (HGB) Kleingewerbetreibende oder gemäß § 3 HGB auch Land- und Forstwirte, sofern die erforderliche Eintragung herbeigeführt wird. Die Kaufmannseigenschaft ist hier also fakultativ, d.h. sie kann freiwillig herbeigeführt werden.

Daher stammt auch die Bezeichung "Kann-Kaufmann". Dagegen ist gemäß § 1 HGB jemand, der ein Handelsgewerbe betreibt originär Kaufmann im Sinne des HGB, es sei denn, das Unternehmen erfordert nach Art oder Umfang keinen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb. In diesem Fall handelt es sich ebenfalls um einen Kleingewerbetreibenden, der seine Kaufmannseigenschaft ggf. durch Eintragung in das Handelsregister erlangen kann.

Eintragung ins Handelsregister und Konsequenzen der Eintragung

Regelungen zur Eintragung in das Handelsregister finden sich in den §§ 8 ff. HGB und den entsprechenden Verwaltungsanweisungen, wie zum Beispiel der Handelsregisterverfügung (HRV). Der (potenzielle) Kaufmann muss einen enstprechenden Antrag stellen und die erforderlichen Unterlagen einreichen.

Der eingetragene Kaufmann (e.K.) ist zur Führung einer Firma berechtigt und die besonderen Regelungen des Handelsrechts finden auf diesen Anwendung. Diese Regelungen haben zum Teil Vorteile, da sie den Rechts- und Wirtschaftsverkehr etwas beschleunigen, zum Beispiel über die besonderen Regelungen zur Gewährleistung beim Handelskauf §§ 373 ff. HGB.

Gefahren der Regelungen zum Kannkaufmann

Zum Teil bergen die Regelungen auch gewisse Gefahren, da diese unterstellen, dass Kaufleute im Geschäftsleben erfahrener sind. So finden verschiedene Schutzvorschriften für Bürgschaften, Schuldversprechen, etc. keine Anwendung. Der Kaufmann haftet hier wesentlich strenger als etwa ein normaler Verbraucher, der in diesen Fällen wesentlich stärker durch die Rechtsordnung geschützt wird.

Wichtige Infos zum Kannkaufmann auf einem Blick: 

  • Kleingewerbetreibende und Land- und Forstwirte werden kraft Eintragung Kannkaufmann
  • Die Eintragung erfolgt auf Antrag des potenziellen Kannkaufmanns
  • Mit Eintragung ins Handelsregister gilt das strenge Handelsrecht

 

 

Kannkaufmann Bitte bewerten (1 - 5):
  • 5.00 / 5  (1 votes)
Themen: Wirtschaft

Weiterführende Artikel:

Absatz: Mit dem Terminus Absatz wird die durch ein Unternehmen von einem Gut oder einer Dienstleistung in einer bestimmten Zeitspanne ...


Vermögen: Unter den Begriff Vermögen fallen alle Güter und Rechte, die Unternehmen, Privathaushalte und der Staat besitzen. Diese Kategorie ...


Abgrenzung (zeitlich): Eine Abgrenzung in zeitlicher Hinsicht erfolgt, um die Erfolgsermittlung (Gewinne, Verluste) periodengerecht durchführen zu ...


Accounting: Unter Accounting ist die systematische Erfassung und Überwachung der in einem Unternehmen entstehenden Geld- und Leistungsströme ...


Akkordlohn: Der Akkordlohn wird auf Basis des Mengenergebnisses pro Zeiteinheit vergeben. Dabei ist zwischen Zeit- und Geldakkord zu unterscheiden, ...


Aktivkonto: Mit dem Begriff Aktivkonto wird in der Betriebswirtschaftslehre ein Bestandskonto bezeichnet, das sich aus einer Unternehmensbilanz ableiten ...