Arbeitszeiterfassung

Kurz & einfach erklärt:

Arbeitszeiterfassung verständlich & knapp definiert

Arbeitszeiterfassung ist aus gesetzlicher Sicht nicht zwingend vorgeschrieben. Dennoch messen viele Unternehmen automatisiert, wie viele Arbeitsstunden die Angestellten im Unternehmen ableisten.

Im Rahmen der Arbeitszeiterfassung messen Unternehmen unter Zuhilfenahme technischer Möglichkeiten, wie lange und in welchem Zeitraum Arbeitnehmer ihrer Arbeit nachgehen. So werden sowohl gesetzliche Bestimmungen erfüllt als auch betriebswirtschaftlich relevante Kennzahlen erhoben.

Rechtliche Grundlagen zur Arbeitszeiterfassung

Grundsätzlich schreibt der Gesetzgeber nicht vor, dass die Arbeitszeit von Arbeitnehmern etwa mit Softwarelösungen erfasst werden muss. Es gibt aber generelle Regelungen zur Arbeitszeit, die von Unternehmen einzuhalten sind:

  • Die werktägliche Arbeitszeit liegt in Deutschland bei maximal acht Stunden.
  • In Ausnahmefällen kann die Arbeitszeit auf maximal zehn Stunden verlängert werden.
  • Solche Überstunden sind durch entsprechende Ausgleichszeiten abzugelten.
  • Nach sechs Stunden Arbeitszeit schreibt der Gesetzgeber eine Pause von mindestens 30 Minuten vor, nach neun Stunden muss der Arbeitnehmer mindestens 45 Minuten ruhen.
  • Nach Beendigung der täglichen Arbeit muss der Arbeitnehmer zumindest elf Stunden ununterbrochen ruhen.


Dass diese Regelungen in der Praxis immer eingehalten werden, darf an dieser Stelle bezweifelt werden. Zumal es – wie gesagt – keine Aufzeichnungspflicht seitens des Arbeitgebers gibt.

Wie wird Arbeitszeit in Unternehmen erfasst?

In vielen Unternehmen findet auch ohne gesetzliche Pflicht eine Arbeitszeiterfassung statt. So kann genau nachvollzogen werden, wie viele Überstunden der Arbeitnehmer geleistet hat bzw. wie viele Arbeitsstunden er noch nachholen muss. Darüber hinaus können aus diesen Daten wichtige, betriebswirtschaftliche Kennzahlen gewonnen werden. So ist feststellbar, wie produktiv einzelne Arbeitnehmer sind, wenn gleichzeitig aufgezeichnet wird, welche Leistungen sie in bestimmten Zeiträumen erbracht haben.

Auch Vergleiche zwischen verschiedenen Standorten und Abteilungen sind so möglich. Wo gibt es mehr Krankheitstage und Ausfallzeiten? In welchem Standort kann pro eingesetzter Mitarbeiterstunde mehr Leistung erzielt werden? Was kostet und eine einzelne, produktive Arbeitsstunde? Diese Fragen lassen sich mit Hilfe der Arbeitszeiterfassung beantworten. Hieraus können wiederum Rückschlüsse auf Missstände im Unternehmen bzw. besonders positive Aspekte gezogen werden.

Arbeitszeiterfassung – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Arbeitszeiterfassung ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, auch wenn es Regelungen zur Höchstarbeitszeit gibt
  • Viele Unternehmen erfassen die geleisteten Arbeitsstunden trotzdem, um wichtige Kennzahlen auszuwerten
  • Unternehmen können so beispielsweise Rückschlüsse auf die Produktivität ziehen

Bitte bewerten (1 - 5):
Themen: Wirtschaft

Weiterführende Artikel:

Absatz: Mit dem Terminus Absatz wird die durch ein Unternehmen von einem Gut oder einer Dienstleistung in einer bestimmten Zeitspanne ...


Vermögen: Unter den Begriff Vermögen fallen alle Güter und Rechte, die Unternehmen, Privathaushalte und der Staat besitzen. Diese Kategorie ...


Abgrenzung (zeitlich): Eine Abgrenzung in zeitlicher Hinsicht erfolgt, um die Erfolgsermittlung (Gewinne, Verluste) periodengerecht durchführen zu ...


Accounting: Unter Accounting ist die systematische Erfassung und Überwachung der in einem Unternehmen entstehenden Geld- und Leistungsströme ...


Akkordlohn: Der Akkordlohn wird auf Basis des Mengenergebnisses pro Zeiteinheit vergeben. Dabei ist zwischen Zeit- und Geldakkord zu unterscheiden, ...


Aktivkonto: Mit dem Begriff Aktivkonto wird in der Betriebswirtschaftslehre ein Bestandskonto bezeichnet, das sich aus einer Unternehmensbilanz ableiten ...