Verständliche Definition und Erklärung zum Nachfragemonopol mit Beispielen

Ein Nachfragemonopol liegt vor, wenn nur ein Nachfrager vielen Anbietern gegenübersteht. Eine andere (und sprachlich zutreffendere) Bezeichnung für Nachfragemonopole lautet Monopson. Welche Auswirkungen hat eine solche Marktsituation? Wo gibt es Nachfragemonopole in der Praxis?

Nachfragemonopol bedeutet also, dass ausschließlich ein Akteur am Markt als Nachfrager nach Gütern oder Dienstleistungen auftritt. Der Nachfrager bestimmt durch die Menge der nachgefragten Güter den Preis. Der Preis hängt von der Angebotsfunktion ab, deren Beschaffenheit der Nachfragemonopolist nicht beeinflussen kann. Er wird jedoch die nachgefragte Menge so wählen, dass sich sein wirtschaftlicher Nutzen maximiert.

Gewinnmaximierung im Monopson

Gewinnmaximierung beim Nachfragemonopol
Um zu verstehen, wie sich ein Nachfragemonopolist verhält, kann von einer Prämisse ausgegangen werden: Der Monopolist kaufe Güter, um diese weiterzuverarbeiten und anschließend in einem vollkommenen Wettbewerbsmarkt zu verkaufen.

Im Monopson ist der einzige Nachfrager der Angebotsfunktion gegenübergestellt. Die Angebotsfunktion bestimmt den Preis in Abhängigkeit von der nachgefragten Menge. Bei normalen Gütern führt ein Anstieg der nachgefragten Menge zu einem höheren Preis. Möchte der Nachfragemonopolist mehr Einheiten eines Gutes nachfragen, muss er somit für alle nachgefragten Güter einen höheren Preis bezahlen.

Das bedeutet, dass die Grenzkosten des Nachfragemonopolisten über dem Marktpreis für eine zusätzliche Einheit liegen. Das Gewinnmaximum im Monopson liegt dort, wo die Grenzkosten den Grenzerlösen entsprechen. Dadurch fallen Preis und Menge im Monopson-Markt geringer aus als in einem Wettbewerbsmarkt.

Mindestlohn im Monopson

Wie wirken sich staatlich festgesetzte Mindestlöhne auf die Nachfrage nach Arbeitskräften aus, wenn diese Nachfrage auf einen Akteur entfällt? Ist ein Arbeitsmarkt ein vollständiger Wettbewerbsmarkt und wird in einem solchen Markt ein Mindestlohn über dem Gleichgewichtspreis eingeführt, ist die Sachlage einfach. In diesem Fall übersteigt das Angebot an Arbeitskräften die Nachfrage und es kommt zu Arbeitslosigkeit.
Mindestlohneinführung kann Nachfrage nach Arbeitskräften erhöhen

Liegt auf einem Arbeitsmarkt ein Nachfragemonopol vor, kann die Einführung eines Mindestlohnes dagegen zu einem Anstieg der Nachfrage nach Arbeitskräften führen. Dazu muss der Mindestlohn auf der Höhe angesetzt werden, die der in einem Wettbewerbsmarkt entspräche. Aus Sicht des Nachfragemonopolisten besteht dann kein Zusammenhang mehr zwischen der Anzahl der nachgefragten Arbeitskräfte und dem Preis. Die Grenzkosten liegen somit nicht über dem Marktpreis.

Wo gibt es Nachfragemonopole?

Monopson Polizeidienst

Nachfragemonopole treten am häufigsten im Zusammenhang mit staatlicher Nachfrage auf. Die Nachfrage nach Polizeikräften z. B. entfällt ausschließlich auf den Staat. Ein Polizeibeamter hat – abgesehen von der Auswahl verschiedener Bundesländer – keine andere Möglichkeit, seinen Beruf in Deutschland auszuüben, als seine Leistungen dem Staat zur Verfügung zu stellen. Ein Polizeibeamter kann somit  - wiederum abgesehen von gewissen Unterschieden zwischen verschiedenen Bundesländern - nicht festlegen, zu welchem Preis er seine Leistungen anbietet. Er kann den vom Nachfragemonopolisten gesetzten Preis akzeptieren oder nicht.

Monopson in der Rüstungsindustrie?

Auch die Rüstungsindustrie wird häufig als Beispiel für Nachfragemonopole angeführt. Auch hier tritt ausschließlich de Staat bzw. das Militär als Nachfrager auf. Prinzipiell können Rüstungsunternehmen auch Güter an andere Staaten liefern und sich somit dem Nachfragemonopol entziehen. Allerdings könnte der Staat Rüstungsexporte untersagen und damit seine Monopolstellung festigen.

Prinzipiell müsste der Staat als Nachfrager daran interessiert sein, Rüstungsgüter zu untersagen. Schließlich sinkt so die nachgefragte Menge und damit auch der Preis. In der Praxis ist dies erkennbar nicht der Fall: Staaten sind typischerweise interessiert am Export von Rüstungsgütern. Die Rüstungsindustrie eignet sich deshalb nur bedingt als Beispiel.

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