Angebotsmonopol: Definition und Auswirkungen einfach und verständlich aufgeführt!

Das Angebotsmonopol ist die klassische Variante von Monopolen. Ein Anbieter steht vielen Nachfragern gegenüber. Wie wirkt sich ein Angebotsmonopol auf Angebot, Nachfrage, Produzentenrente, Konsumentenrente und Gesamtwohlfahrt aus?

Wie entsteht ein Angebotsmonopol?

Erklärung der Angebotsmonopol-Entstehung
Die Existenz eines Angebotsmonopols kann auf verschiedene Umstände zurückzuführen sein. Ein Angebotsmonopol kann durch staatliche Interventionen entstehen. Der Staat könnte ein einzelnes Unternehmen exklusiv mit der Produktion bestimmter Güter beauftragen. Klassische Beispiele dafür sind staatliche Monopole in den Bereichen Post, Transport und Telekommunikation.

Eine weitere Ursache für Angebotsmonopole ist der alleinige Besitz eines Produktionsfaktors durch einen Anbieter. In der volkswirtschaftlichen Literatur wird als Beispiel für ein so entstehendes Monopol der Diamantenhersteller DeBeers immer wieder genannt. Das Unternehmen kontrolliert ca. vier Fünftel der weltweiten Diamantenproduktion.

Auch wenn der Anteil nicht 100 Prozent beträgt, handelt es sich um ein Monopol und nicht etwa um ein Oligopol. Letzteres wäre der Fall, wenn die verbliebenen Konkurrenten noch eine nennenswerte Gestaltungsmacht im Hinblick auf Preise und Produktion besäßen. Dies ist aber auf dem Diamantenmarkt nicht der Fall: DeBeers kontrolliert de facto die Marktergebnisse.

Eine dritte Ursache von Angebotsmonopolen sind natürliche Monopole. Charakteristisch für diese Monopole sind global fallende  Durchschnittskosten. Das bedeutet, dass die Kosten für die Herstellung eines Gutes umso niedriger sind, je mehr Einheiten ein einzelnes Unternehmen herstellt. Damit ist das Minimum der Produktionskosten zwingend dann erreicht, wenn nur ein Unternehmen produziert.

Was sind die Auswirkungen eines Angebotsmonopols?

Monopolisten können den Preis ihrer Produkte beeinflussen. Das unterscheidet einen Monopolmarkt grundlegend von Wettbewerbsmärkten. Auf letzteren nehmen Unternehmen den Preis als gegeben an. Monopolisten können durch Änderungen der Produktionsmenge die Preise steuern.

Für welchen Preis und welche Produktionsmenge der Monopolist sich i.d.R. entscheiden wird, hängt von der Beschaffenheit der Nachfrage im Markt ab. Anders als in einem vollkommenen Wettbewerbsmarkt ist die Nachfrage in einem Monopolmarkt aus Sicht des Monopolisten nicht vollkommen elastisch.

Erhöht ein Unternehmen in einem vollkommenen Wettbewerbsmarkt seinen Preis über den allgemeinen Marktpreis, sinkt die Nachfrage auf null, weil den Käufern genügend Konkurrenzangebote zur Verfügung stehen. Erhöht ein Monopolist den Preis seines Gutes, sinkt die Nachfrage lediglich. Genauso gilt: Reduziert der Monopolist die Produktionsmenge, kommt es zur Verknappung und damit zu steigenden Preisen.

Die gewinnmaximierende Produktionsmenge des Monopolisten

Wie also legt ein Monopolist Preise und Produktionsmenge fest, um das natürliche Ziel der Gewinnmaximierung zu erreichen? Der Monopolist berechnet dazu zunächst die Grenzerlöse für verschiedene Produktionsmengen. Das Prinzip hierbei: Um eine höhere Menge am Markt absetzen zu können, muss der Monopolist den Preis senken. Die Preissenkung gilt jedoch nicht nur für das jeweils letzte produzierte Gut, sondern für alle Einheiten. Deshalb liegt der Grenzerlös des Monopolisten unter dem Preis.

Zusätzlich zu den Grenzerlösen betrachtet der Monopolist seine Grenzkostenkurve. Die Grenzkosten geben an, wie hoch die Kosten einer zusätzlichen Produktionseinheit ausfallen. Der Angebotsmonopolist wird die Produktionsmenge schließlich so wählen, dass der Grenzerlös diesen Grenzkosten entsprecht (Schnittpunkt der beiden Kurven). Der Preis liegt – im Gegensatz zur Situation auf Wettbewerbsmärkten – über den Grenzkosten.

Angebotsmonopol und Wohlfahrtsverlust

Angebotsmonopole sind mit einem gesamtwirtschaftlichen Nettowohlfahrtsverlust verbunden. Die ausgebrachte Menge ist niedriger, als es gesellschaftlich wünschenswert wäre. Der Preis des Gutes auf dem Monopolmarkt ist dagegen zu hoch. Das gesellschaftliche Optimum liegt im Schnittpunkt von Nachfrage und Grenzkosten und lässt den Grenzerlös des Monopolisten außen vor.
Ungleiche Verteilung im Vergleich zu Wettbewerbsmarkt

Zudem ist die Aufteilung des Nettowohlfahrtsverlustes im Vergleich zu einem Wettbewerbsmarkt sehr ungleich verteilt. Der Monopolist erzielt eine zusätzliche Produzentenrente. Die Konsumentenrente dagegen sinkt.

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