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Der Weg zum Stipendium

Trotz BAföG und ersparten Rücklagen reicht das Geld der Studenten häufig nur für das Notwendigste aus. Neben der Möglichkeit, einen kostspieligen Studienkredit aufzunehmen oder neben dem Studium zu jobben, nutzen immer mehr Studenten die Möglichkeit eines Stipendiums.

Die Auswahl der verschiedenen Stiftungen ist vor allem in Deutschland hoch. Dennoch bewerben sich weniger als 5% der Studierenden auf ein Stipendium. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Oftmals entscheiden sich Studenten gegen ein Stipendium, da sie sich ihre Chancen als zu gering ausmalen.

Jedoch muss man als Studierender kein Überflieger in sämtlichen Bereichen sein, um ein Stipendium zu erhalten

Wer gibt Stipendien aus?

Stipendien werden im häufigsten Fall von gemeinnützigen, politischen oder kirchlichen Stiftungen an begünstigte Studierende gegeben. Hierbei handelt es sich oft um Studierende mit besonderen Leistungen im politischen oder ehrenamtlichen Bereich. Darüber hinaus werden jedoch auch immer häufiger Studierende mit überdurchschnittlich guten Studienleistungen mit einem Stipendium auf ihrem weiteren Studienverlauf unterstützt. Außerdem existieren auch Stipendien, die vom Bund oder auch den einzelnen Ländern gegeben werden. Alle Stipendien haben allerdings gemein, dass sie keine soziale Absicherung in Form von Krankenversicherung, Rentenversicherung oder auch Mutterschutz finanzieren.

Das passende Stipendium finden

Je nach Studienrichtung eignen sich unterschiedliche Stipendien. Jede der Stiftungen und Organisationen hat einen individuellen Schwerpunkt. Manche Organisationen haben auch themenübergreifende Schwerpunkte. Darüber hinaus existieren auch schwerpunktunabhängige staatliche Stipendien, die sich auf die individuellen Leistungen der Studierenden beziehen.
So existieren auch Stiftungen, die auf die religiöse oder politische Einstellung der Studierenden achten, wobei jedoch nicht immer ein Beitritt der Konfessionszugehörigkeit oder Partei notwendig ist.
Ebenso sollten die Studierenden das Stipendium nach zukünftigem Zweck auswählen.

So benötigt ein Promovierender eine andere Art Stipendium als ein Studierender, der ein Auslandssemester plant oder auch lediglich einen Bachelor- beziehungsweise Masterstudium anstrebt. Ebenso vielfältig sind auch die Leistungen, die die Studierenden erwarten können. So können auch Nichtstudierende, wie beispielsweise freie Autoren, dank eines Literaturstudiums die Möglichkeit erhalten, ohne finanzielle Sorgen ein eigenes Buch zu verfassen. Bei dieser Art Stipendium steht vor allem die Förderung der Literatur im Vordergrund. Sie finanziert sich meistens durch öffentliche Stellen.

Wie bekommt man ein Stipendium?

Um ein Stipendium zu bekommen, muss man sich zuerst einmal bewerben. Das umfassende Bewerbungsverfahren besteht häufig aus einem allgemeinen Anschreiben, einem Lebenslauf, sowie einem Nachweis über die bisher erbrachten Leistungen und besondere Qualifikationen. Darüber hinaus wird oft nach einem Motivationsschreiben gefragt. Während hingegen früher ein Stipendium lediglich zu Beginn des Studiums beantragt werden konnte, besteht inzwischen auch die Möglichkeit, bereits vor Beginn des Studiums bei verschiedenen Organisationen einen Antrag zu stellen. Eine wichtige Voraussetzung ist hierbei vor allem die rechtzeitige Bewerbung mindestens ein Jahr vor dem voraussichtlichen Studienbeginn.

Das Bewerbungsverfahren sowie die Auswahlkriterien unterscheiden sich je nach Stiftung. Je nachdem, auf welchen Schwerpunkt die Organisation ausgerichtet ist, kann diese optional mehr auf das Motivationsschreiben achten oder auf die politischen Aktivitäten neben dem bisherigen Studium. Oftmals müssen die Studierenden auch Nachweise oder Empfehlungsschreiben von Professoren einreichen. Darüber hinaus punkten häufig auch Beurteilungen ehrenamtlicher Tätigkeiten oder bereits absolvierte Praktika bei den Stiftungen.

Das Motivationsschreiben – der Kernpunkt

Der Kernpunkt der Bewerbung ist im häufigsten Fall das Motivationsschreiben. Hierbei sollte vor allem der Grund für die Bewerbung im Vordergrund stehen. Darüber hinaus sollten die Studierenden deutlich machen, inwiefern sie zu dem Konzept der Organisation passen und in der Lage sind, die eigenen Ziele zeitnah und professionell umzusetzen. Dazu sollten die Bewerber nicht auf einen zukünftigen Blick nach dem Studium verzichten und berufliche Pläne miteinbeziehen.
Wichtig bei jedem Bewerbungsschreiben ist das Gebot der Individualität. Wer sich für ein Stipendium bewirbt, sollte sich im Vorfeld deshalb gut über das Konzept der Stiftungen sowie die gegebenen Gegenleistungen informieren. Die Bewerbung sollte nicht nur Leistungen und Qualifikationen belegen, sondern auch die individuelle Persönlichkeit des Bewerbers präsentieren.

Leistungen und Gegenleistungen eines Stipendiums

In den meisten Fällen richten sich die Höhe des Stipendiums sowie die Dauer der Zahlung nach dem aktuellen BAföG-Satz, der dem jeweiligen Studenten zusteht. Im Gegensatz zu dem BAföG muss das Stipendium jedoch nicht zurückgezahlt werden. Zu dem allgemeinen Satz zahlen verschiedene Stiftungen sogar noch eine Extraleistung in Form von Büchergeld oder auch zusätzliche unterstützende Leistungen für Auslandsaufenthalte. Ebenso existieren Stiftungen, die Arbeitsmaterialien wie beispielsweise Laptops, Schreibunterlagen oder ähnliches finanzieren und den Studierenden somit ein umfangreiches Studium sichern können.

Als Gegenleistung erwarten viele Stiftungen einen regelmäßigen Besuch verschiedener Seminare, die von den jeweiligen Organisationen gegeben werden. Darüber hinaus verpflichten sich Studierende zu einer umfangreichen Dokumentation ihrer Studienfortschritte. Diese sollen den Mitgliedern der Organisation belegen, wofür die Mittel eingesetzt werden. Außerdem sollen auf diesem Weg neue Investoren angelockt werden. Sollten diverse Gegenleistungen nicht von den Studierenden eingehalten werden, kann die Stiftung die Förderung kürzen oder sogar streichen. Nur eine geringe Zahl verschiedener Organisationen bietet auch Unterstützungen ohne notwendige Gegenleistung an. Hierbei handelt es sich vor allem um Stipendien der eigenen Hochschulen, an der die Bewerber bereits studieren. Diese benötigen oftmals lediglich einen Nachweis über die besuchten Lehrveranstaltungen sowie die bislang vollbrachten Studienleistungen.

Über den Autor ()

Fabian Simon (Jahrgang 84 ), Hüter der Buchungssätze & Betreiber von rechnungswesen-verstehen.de.

Kommentare (1)

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  1. Andy sagt:

    Hallo,

    fange auch bald an zu Studieren. Könnte die finanzielle Hilfe gut gebrauchen, die Frage die sich für mich jedoch stellt wie groß die Chance wirklich ist das man etwas bekommt. Bei einigen gibt es ja wohl Auswahlverfahren wo man vor Ort erscheinen mus („Castings“) geht schon einiges an Zeit und Geld bei drauf für die Bewerbung wo man dann vielleicht genommen wird. Zudem finde ich die Auflistungen der „Anbieter“ abschreckend, was die alles für Anforderungen haben…

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