Zwischenprodukt


Kurz & einfach erklärt:

Zwischenprodukt verständlich & knapp definiert

Physisch große und komplexe Wirtschaftsgüter bestehen in der Regel nicht aus einem einzigen Bauteil, sondern aus mehreren, separaten Gütern. Diese werden als Zwischenprodukt bezeichnet, weil ihre Produktion selbstständig erfolgt, aber auf die Herstellung eines Endprodukts hin abzielt.
notes Inhalte

In einer Volkswirtschaft werden viele verschiedene Güter geschaffen. Dabei kann es sich sowohl um Waren als auch um Dienstleistungen handeln. Doch die für die Erstellung eines Guts vorhandene Produktionskette kann nicht immer für sich gesehen werden. 


Vielmehr kommt es dazu, dass sich die Stationen verschiedener Produkte praktisch kreuzen. Denn ein erstelltes Gut kann dazu dienen, ein anderes fertigzustellen. Ein Gut kann also ein Teil eines anderen Produktes sein. Ist das der Fall, bezeichnet man dieses Produkt als sogenanntes Zwischenprodukt.

Das Zwischenprodukt in der Wirtschaft

Ziel eines jeden Produktionsprozesses ist es, ein fertiges Endprodukt zu erzeugen, das an einen Kunden verkauft wird. Bei besonders komplexen Gütern ist es allerdings erforderlich, zunächst mehrere Zwischenprodukte zu fertigen, die dann letztlich zum Endprodukt zusammengefügt werden. Oftmals werden diese einzelnen Zwischenprodukte nicht in einem Unternehmen, sondern in verschiedenen Konzernen produziert.

Nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht, auch in Bezug auf das Rechnungswesen kommt dem Zwischenprodukt ein besonderer Stellenwert zu. Denn Zwischenprodukte müssen gesondert verbucht werden, weil sie eben noch nicht veräußert werden können. Dennoch ist schon Kapital in diesen Gütern gebunden, entweder durch den Einkauf oder die eigene Produktion. Um dem gerecht zu werden, sind die Zwischenprodukte auch in der Bilanz in einem eigenen Posten auszuweisen.

Zwischenprodukt: Beispiel aus der Praxis

In der Praxis finden sich zahlreiche Beispiele für Zwischenprodukte, wobei diese insbesondere bei komplexeren Gütern produziert werden. Vor allem Anlagebauer, Bauunternehmen, Autohersteller und Flugzeugbauer sind hiervon betroffen. Beispielsweise setzt sich ein Flugzeug aus zahlreichen Komponenten zusammen:

  • Flügel
  • Triebwerke
  • Sitze
  • Cockpit inklusive der Elektronik
  • Fahrwerk


Oftmals werden die einzelnen Komponenten der Flugzeuge nicht vom Flugzeugbauer selbst, sondern von Zulieferern produziert. Denn schon die Produktion eines Triebwerks erfordert ein hohes Maß an Know-how und Expertise, weshalb sich die Arbeitsteilung in diesem Bereich lohnt. Befindet sich das Triebwerk beim Flugzeugbauer, so ist dieses als Zwischenprodukt zu deklarieren. Denn das Unternehmen möchte keine Triebwerke, sondern das fertige Flugzeug veräußern. Teilweise lagern die Zwischenprodukte über mehrere Bilanzstichtage hinweg beim Flugzeugbauer, denn die Produktion kann Jahre in Anspruch nehmen.

Zwischenprodukt – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Ein Zwischenprodukt wird für die Herstellung eines anderen Guts benötigt
  • In der Bilanz sind Zwischenprodukte gesondert auszuweisen, weil sie Kapital binden, aber nicht veräußert werden
  • Je komplexer und größer ein Endprodukt ist, desto mehr Zwischenprodukte gibt es in der Regel


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