Zwischenlager

Kurz & einfach erklärt:

Zwischenlager verständlich & knapp definiert

Ein Zwischenlager für unfertige Erzeugnisse nutzt man, um unterschiedliche Produktionsstufen bei mehrstufiger Fertigung auszugleichen. Zwischenlager im Güterverkehr hingegen nutzt man für das Gut zwischen den jeweiligen Transportakten. Zwischenlager sind dann von Vorteil, wenn Fertigungskapazitäten der Fertigungstufen unvollständig aufeinander abgestimmt sind.

Zwischenlager übernehmen die Funktion einer zeitlich vorübergehenden Lagerstätte für Produkte. Im Wirtschaftsleben finden sich unterschiedliche Arten dieser Lager, besondere Bedeutung kommt den Umschlags- und Fertigungslagern zu.

Umschlagslager im Güterverkehr

Umschlagslager spielen im Transportwesen zwischen zwei Transportphasen eine große Rolle. Unternehmer lagern dort vorübergehend Waren, bis sie anschließend weiter transportiert werden. Das ist zum Beispiel bei unterschiedlichen Transportmitteln der Fall. So transportiert eine Speditionsfirma fertige Produkte vom Hersteller mittels Lkw zum nächsten Hafen. Dort lagern die Verantwortlichen die Produkte zwischen, später transportieren Schiffe sie weiter.

Fertigungslager zwischen Produktionsschritten

 Lagerhalle als Beispiel fuer Zwischenlager
Zwischenlager übernehmen die Funktion einer zeitlich vorübergehenden Lagerstätte für Produkte

Vielfach entstehen Produkte nicht in zeitlich zusammenhängenden Produktionsschritten. Gibt es zwischen zwei Fertigungsschritten eine längere Pause, benötigen Unternehmen für die weiterzuverarbeitenden Waren ein Zwischenlager. Hierbei lassen sich unterschiedliche Konstellationen feststellen.

Teilweise übernehmen andere Firmen bestimmte Fertigungsschritte, ein weiterer Betrieb verantwortet die Fertigstellung der Ware. Dann kann sich das Zwischenlager bei dem einen oder anderen Unternehmen oder anderswo befinden. Zum Teil existieren auch innerhalb der Produktion in einem Unternehmen Pausen, in diesem Fall ist das Zwischenlager in der Regel vor Ort.

Zwischenlager für Energie

Innerhalb der Energieversorgung gewinnt die Zwischenlagerung beziehungsweise Speicherung zunehmend an Gewicht. Im Zuge der Energiewende stammt immer mehr Energie aus alternativen Energiequellen, die wie Windräder oder Fotovoltaikanlagen nur unregelmäßig Strom erzeugen. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, bedarf es einer Zwischenspeicherung.

Zwischenlager als Kostenfaktor

Eine Zwischenlagerung kostet Geld. Entsprechend versuchen Unternehmen, den Bedarf an Zwischenlagern zu minimieren. Bestenfalls können sie vorgefertigte Produkte sofort weiterverarbeiten. Auf der anderen Seite empfiehlt sich aber auch ein Puffer. Treten in den vorhergehenden Fertigungsschritten Schwierigkeiten auf, kann die Weiterproduktion zum Erliegen kommen.

Sonderfall: Atommüll-Zwischenlager

Der Begriff Zwischenlager ist der Öffentlichkeit vornehmlich im Zusammenhang mit dem Atommüll bekannt. Hierbei handelt es sich um einen Spezialfall: Das Ziel ist nicht ein weiterer Produktionsschritt, sondern die sichere Endlagerung des Mülls. Das Zwischenlager dient als vorübergehende Notlösung, bis die Verantwortlichen einen geeigneten Ort für die Endlagerung gefunden haben.

Zwischenlager im Überblick:

  • für die Lagerung zwischen zwei Produktions- oder Transportschritten
  • Zielkonflikt: Kosten versus Puffer
  • auch bei der Energieversorgung wichtig

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Themen: Logistik

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