Wirtschaftsordnung


Kurz & einfach erklärt:

Wirtschaftsordnung verständlich & knapp definiert

Die Art der Wirtschaftsordnung bestimmt, unter welchen grundsätzlichen Gegebenheiten sich eine Volkswirtschaft entwickelt. Mit der Marktwirtschaft und der Planwirtschaft existieren zwei Extreme, wobei das marktwirtschaftliche System die heutige Weltwirtschaft prägt. Es gibt sie jedoch nicht in Reinform, in unterschiedlichem Ausmaß greifen die Staaten ein.
notes Inhalte

Die Wirtschaftsordnung einer Volkswirtschaft umfasst sämtliche rechtlichen Normen und Institutionen. Sie beschreibt die grundlegenden Rahmenbedingungen, innerhalb derer sich die unterschiedlichen Akteure wie Konsumenten und Unternehmen bewegen. Der Begriff Wirtschaftssystem findet vielfach synonym Anwendung. Idealtypisch stehen sich die Modelle Marktwirtschaft und Planwirtschaft gegenüber.

Wichtige Unterscheidungskriterien von Wirtschaftsordnungen

Zur Einschätzung einer Wirtschaftsordnung verdienen folgende zentrale Kriterien Beachtung:

  • Steuerung aller wirtschaftlicher Prozesse inklusive der Preisbildung: In einer Marktwirtschaft übernimmt der Markt diese Aufgabe, in einer Planwirtschaft der Staat.
  • Eigentumsrechte: Marktwirtschaften zeichnen sich durch ein hohes Maß an Privateigentum an den Produktionsmitteln aus, während in Planwirtschaften das kollektive Eigentum dominiert.
  • unternehmerisches Ziel: Marktwirtschaftlich bedeutet, dass die Akteure dem Gewinnprinzip folgen. Planwirtschaftliche Unternehmen wollen dagegen den von den Behörden vorgegebenen Plan erfüllen.
  • Finanzwirtschaft: Eine Marktwirtschaft verfügt über ein unabhängiges Finanzsystem mit Privatbanken, in einer Planwirtschaft organisiert der Staat dieses System.

Die wesentlichen Merkmale einer Marktwirtschaft

Die Marktwirtschaft als Wirtschaftsordnung hat sich global weitgehend durchgesetzt. Sie überzeugt mit einer hohen Effizienz. Die zahlreichen Märkte wie die Güter- und Dienstleistungsmärkte sowie der Arbeitsmarkt basieren auf dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Dank dieses Mechanismus regeln sich die Märkte größtenteils eigenständig, es bedarf keiner aufwendigen staatlichen Eingriffe.

Der Wettbewerb gewährleistet zudem, dass Unternehmen um Abnehmer ringen und zum Beispiel mit Investitionen in Forschung und Entwicklung ihren Umsatz steigern wollen. Auch hinsichtlich der Selbstverwirklichung schneidet die Marktwirtschaft gut ab, die freie Berufswahl ist ein Merkmal dieses Systems. Die Marktwirtschaft kommt meist nicht in idealtypischer Form vor. Märkte können auch zu unerwünschten Ergebnissen führen, darunter soziale Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung. Mit vielfältigen Maßnahmen versuchen Regierungen, diese Resultate einzudämmen oder zu überwinden. Dazu gehören soziale Mindeststandards wie der Mindestlohn, Pigou-Steuern und Verbraucher- sowie Umweltschutzbestimmungen.

Funktionsweise einer Planwirtschaft

Die Planwirtschaft war vor allem in ehemals sozialistischen Staaten wie der Sowjetunion verbreitet. Die Regierungen und staatliche Planungsbehörden erledigen Aufgaben, welche die Marktwirtschaft mittels Märkten löst. Sie legen zum Beispiel detailliert fest, welche Unternehmen welche Produkte in welcher Anzahl produzieren müssen. Meist formulieren sie diese Vorgaben in ein- oder mehrjährigen Jahresplänen. Auch die Preise bestimmen die Verantwortlichen.

Vielfach liegen diesen Regelungen politische Überlegungen zugrunde, so sollen günstige Preise die Bevölkerung zufriedenstellen. Das Problem bei einer solchen Wirtschaftsordnung ist, dass Angebot und Nachfrage häufig voneinander abweichen. Die Unternehmen stellen nicht das her, was die Verbraucher wünschen. Dafür stehen sinnbildlich leere Verkaufsregale.

Zusätzlich existiert kaum Motivation für unternehmerische Anstrengung, da die Akteure aufgrund des fehlenden Privateigentums an den Produktionsmitteln nicht selbst profitieren. Die Erfahrung zeigt, dass Planwirtschaften meist unter mangelnder Innovationskraft leiden und international nicht wettbewerbsfähig sind. Staatliche Fehlinvestitionen stellen ein weiteres Merkmal dar.

Wirtschaftsordnung - Zusammenfassung:

  • alle Normen und Institutionen einer Volkswirtschaft
  • Marktwirtschaft und Planwirtschaft als Idealtypen
  • Faktoren wie Eigentumsrechte und Preisbildung entscheidend


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