Wiederbeschaffungswert

Kurz & einfach erklärt:

Wiederbeschaffungswert verständlich & knapp definiert

Den Wiederbeschaffungswert eines Guts müssen Unternehmen kennen, um die Investitionskosten für den Ersatz dieses Gutes planen zu können. Dabei besteht eine Unsicherheit über den künftigen Wiederbeschaffungswert, weil etwa die Preise schwanken oder die technologische Entwicklung voranschreitet.

Beim Wiederbeschaffungswert handelt es sich um den Wert, der am Ende der Nutzungsdauer eines Vermögensgegenstandes für dessen Ersatz bereitzuhalten ist. 


Zu beachten ist, dass es sich bei dem Ersatzwirtschaftsgut um ein vergleichbares Gut handeln muss. 

Da die Marktentwicklung nicht vorausgesagt werden kann, wird der Wiederbeschaffungswert aus dem Anschaffungswert des vorhandenen Wirtschaftsgutes und einem geschätzten Aufschlag berechnet. Dieser Aufschlag wird begründet durch angenommene Mehrkosten zum Zeitpunkt der Beschaffung des Ersatzwirtschaftsgutes.

Ermittlung des Wiederbeschaffungswerts von Anlagegütern

Wenn Unternehmen Wirtschaftsgüter erwerben, so werden diese in der Regel über einen längeren Zeitraum hinweg genutzt. Am Ende dieser Laufzeit ist es dann notwendig, ein neues Wirtschaftsgut zu kaufen, das denselben Zweck erfüllt. Beispielsweise könnte ein Möbelhersteller eine Lackierstraße erwerben, ohne die die Produktion von Möbeln nicht möglich ist. Für das Unternehmen ist es wichtig, den Wiederbeschaffungswert dieses Anlageguts möglichst genau zu kennen. So lässt sich bereits im Voraus planen, wie viel Liquidität für eben dieses Gut bereitgehalten werden muss.

Einflussfaktoren auf den Wiederbeschaffungsbewert

Allerdings sind der genaue Wiederbeschaffungswert bzw. die hierfür notwendigen Investitionskosten von verschiedenen Faktoren abhängig:

  • Restwert: Obwohl Anlagegüter komplett abgeschrieben worden sind, können sie teilweise trotzdem einen Verkaufserlös erzielen. Dieser kann direkt in das neue Gut reinvestiert werden.
  • Preisentwicklung: Unabhängig von der Inflation können die Preise von Gütern innerhalb weniger Jahre schwanken. Schuld hieran können etwa größer werdende Konkurrenz am Markt oder sich verändernde Rohstoffpreise sein.
  • Technologische Entwicklung: Durch die technologische Entwicklung kann es für Unternehmen sinnvoll sein, ein Anlagegut nicht durch ein exakt baugleiches Modell zu ersetzen. Beispielsweise könnte die angesprochene Lackierstraße stark weiterentwickelt werden, so dass eine deutlich effizientere Produktion möglich ist. Durch die zusätzlichen Leistungen werden die Güter aber meist auch teurer.

Wiederbeschaffungswert – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Der Wiederbeschaffungswert beschreibt die Ersatzkosten für ein abgenutztes Wirtschaftsgut
  • Beeinflusst wird der Wert unter anderem von Restverkaufserlösen, Preisentwicklung und technologischer Entwicklung

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Themen: Buchhaltung

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